Landeseinzelmeisterschaft in Magdeburg, 06.- 10.02.2018 (akt. 13.02.18.)

Der erste Tag 6. Februar 2018

Der SV Rote Turm hat mit seiner Teilnahme an der diesjährigen Landesmeisterschaft etwas für die Umwelt getan! Ja, ja, wir sind ein umweltfreundlicher Verein! Alle Mitglieder unserer 17 Mitglieder starken Delegation sind mit dem Zug gefahren! Und das ganz ruhig, ohne Ärger und Überraschungen mit der Deutschen Bahn.
11 Unterschriften reichten in der Jugendherberge für die Anmeldung, dann erhielten wir unsere Zimmer, auf zwei Etagen und mit Joris und Till in einem Zimmer mit zwei Stars aus Hettstedt. Solche und ähnliche Problemchen wurden schnell geklärt und beide „Heim“ in den Verein geholt. Und nach Nudeln + Bolognese ging es zum Warten auf die Eröffnung.
Mit einiger Verspätung eröffneten Turnierleiter Detlef Friedrich und der Präsident des Landesschachverbandes, Andreas Domaske mit einem Grußwort diese Meisterschaft. Andreas Domaske sprach in seiner Rede zum Abschluss davon, neue Ehrenamtliche zu werben. Wird schwer. Vier Schiedsrichter wurden vorgestellt, dann gab es die Auslosungen und gegen 14.30 Uhr begann, nach zahlreichen Hinweisen, die einzige (erste) Runde des Tages. Ich werde mich in meinen Tagesberichten im Wesentlichen auf unsere 11 Starter und ihre hoffentlich guten Taten, Partien und Züge beschränken.
Allerdings zeigte, kurz nach Beginn Till Baude wie man möglichst nicht in eine LEM u10m startet und hält nun wahrscheinlich einen zweifelhaften Rekord: nach nur 9 Zügen (8 Minuten) und verlängertem Schäfermatt unterlag er Valentin Udelnow (Schachzwerge Magdeburg). Die beste Partie für unseren Verein spielte heute Matti Adelmeyer und diese küre ich hiermit zur Partie des Tages. Aber der Reihe, oder besser, der Altersklasse nach:
In der AK u8 kämpft ein winziges tapferes Mädchen für unseren Verein um Punkte. Sariana Hesse begann gegen Erik Bartelheimer (SC Nobertus Magdeburg) stark, gewann in der Eröffnung, mit Bauerngabel, einen Springer. Doch dann kamen viele Fehler, vor allem der Dameverlust und so war es nur eine Frage der Zeit, obwohl ihr Gegner wohl auch so seine Probleme mit dem Matt setzen hatte. Am Ende gab sie, nach einer Stunde, auf. Ein Zusatz noch zur u8: Beeindruckend in dieser Runde für mich erneut der Teutschenthaler Björn Wötzel, ganz stark, mit Dame- und Partiegewinn gegen Svenja Hoffmann (USC Magdeburg).
Den Start in die AK u10m hatte ich bereits geschildert und auch bei Georg Spinka und Jaron Rumpold sah es, vor den Damegeschenken, gar nicht so gut aus. Jaron Rumpold bekam es mit dem spielstarken Pit Stockmann (VfL Gräfenhainichen) zu tun. Sein zuschauender Bruder freute sich schon auf das Matt auf g7 mit Läufer und Dame. Doch Jaron blieb ganz cool, verteidigte das Mattfeld mit Dame und Turm, fand immer die richtigen Antworten. Dann meinte Pit, dass er Springer und seine Dame gegen einen schwarzen Turm tauschen könnte („Ich habe den Turm nicht gesehen…“) und diese „Schachblindheit“ bestrafte Jaron mit einem brutalen Angriff bis zum Erfolg. Es war die letzte Partie der u10m in Runde 1. Kurz zuvor beendete Georg seine Partie gegen Hans Seidel (SF Hettstedt). Lange sah es nicht nach einem Erfolg von Georg aus, er hatte im Mittelspiel sogar eine Figur weniger. Doch dann stellte Hans Seidel plötzlich einzügig seine Dame ein. Georg tauschte jetzt geschickt alles ab. Übrig blieb nur die schwarze Dame. Und diese setzte mit dem König Matt. Die ersten zwei Punkte also für unseren Verein.
Richtig schwere Gegner gab es für unsere Drei und der AK u12m. Joris Wähler bekam, am 1. Brett (LIVE), gleich einen der Favoriten mit Gero Schulmann (USV Halle). In der Analyse zeigte mir Joris die Partie und bewies viele interessante Ideen und vor allem den Mut zum Angriff. Vielleicht war sogar noch etwas mehr drin, wenn da nicht, im 15. Zug der Läufer auf c4 „abhanden“ gekommen wäre. Joris gab im 28. Zug schließlich, nach Turmeinsteller, auf. Auch Ian Fiedler spielte gegen den Landesmeister u10m von 2017, Luke Fathke (SK Dessau 93), eigentlich keine schlechte Partie. „Ian war viel zu passiv“, meinte Matti Adelmeyer nach der Analyse. „Und dann hat Ian eine Kombination übersehen…“ Doch einen haben wir noch: Anton Kagler. Er begann, im wahrsten Sinne des Wortes dort, wo er in Heldrungen aufgehört hatte: mit einem klaren Erfolg gegen Finn Prudlik (GW Granschütz). Finn hatte nie eine Chance gegen einen sehr wütenden „beschleunigten Drachen“, es gab Drohungen und Fesselungen ohne Ende. Anton bezeichnete Finns Stellung in der Analyse offen und direkt als „Kacke“ (Pardon) und traf es nur teilweise. Finn quälte sich mehr über die 24 Züge (wenn Anton keine vergessen hat). Anton hatte eine Idee nach der anderen. Ein „Spieß“ im 20. Zug brachte die Vorentscheidung und die Aufgabe.
Einen weiteren Punkt für unseren Verein gab es in der Altersklasse u12w, logisch, beim schon zwei Tage vorher angekündigten Vereinsduell Charlotte Derling gegen Nelly Adelmeyer. Auch hier war es die längste Partie dieser AK u12w und diese natürlich an Brett 1 (LIVE). „Das können draußen alle sehen…“, hatte Michael Zeuner zu Beginn gesagt. Leider, wird Nelly jetzt sagen, denn für sie lief es in dieser Partie von Anfang an nicht gut. Vielleicht wollte sie auch zu schnell zu viel. Andererseits war es ein Glanzauftritt von Charlotte und dies in jeder Hinsicht. Eröffnung, Taktik, Strategie, Endspiel – alles sprach für sie. Man kann Nelly nicht mal absprechen, alles versucht zu haben, sie kämpfte. Doch sie hatte auch ständig neue Probleme und ab dem 16. Zug eine Figur weniger. Im Endspiel blieben zwei Läufer gegen einen (unfair!) und Charlotte spielte das perfekt bis zur neuen Dame und nach fast dreieinhalb Stunden und 56 Zügen unterschrieb Nelly nur noch schnell ihre Aufgabe. Ach, ja. Wie soll man da als Trainer reagieren? Mut machen natürlich! Beiden!
Ein paar Züge mehr als Till spielte Karl-Josef Mielewsky. Die Aufgabe für ihn in diesem starken Feld in der AK u14m ist schwer, soviel ist klar. Gegen Fabian Eschner (Schachzwerge Magdeburg) gab es jedenfalls nichts zu holen. Bereits im 7. Zug übersah er, beim Abtausch im Zentrum, eine Bauerngabel und verlor auf h6 eine weitere Leichtfigur. Die Abwehr des Matts auf d2 hätte die Dame gekostet, also gab Karl-Josef im 14. Zug auf.
So, dann mal zur Partie des Tages, die ich jetzt täglich „ausrufen“ werde, mal sehen, wer die meisten Punkte sammeln kann! Womit ich also bei unserem „Senior“, na ja bei Matti Adelmeyer, angekommen wäre. Er traf auf Robin Delgado (SG Aufbau/Elbe Magdeburg). Er verfügt mal gerade über lächerliche 7 DWZ-Punkte mehr als unser Matti. Doch schon in der Eröffnung dürfte er nicht nur die Partie, sondern auch einige dieser DWZ-Punkte verloren haben. Matti verfolgte von Beginn an einen klaren Plan, opferte im 17. Zug mit Lxh7+ und stand, nach der Aufgabe seines Gegners im 21. Zug vor einem Matt in 3 – Klasse! Erster Punkt im Vereinsturnier (mit Beteiligung des Reideburger SV 1990). Übrigens, Justin Schlosser konnte Lennard Hoffmann (SG Aufbau/Elbe Magdeburg) ein Remis abluchsen! Vielleicht schaffte Matti das morgen (erneut mit Weiß!) auch. Denn Matti Adelmeyer führt nach der 1. Runde!
Bilanz des ersten Tages also 50%, 5 aus 10, und 21.30 Uhr alle im Bett eigentlich ganz gut!

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