Deutsche Vereinsmeisterschaft AK u10 (komplett)

Der zweite Tag, 28.12.2017

Ein Supertag

Erste Mannschaft

Erste Mannschaft

In der 3. Runde warteten auf unsere Mannschaften mit Teams aus Nordrhein-Westfalen und Schleswig-Holstein und durchaus lösbare Aufgaben. Unsere erste Mannschaft traf auf den Düsseldorfer SV (im Vorjahr 4:0) und löste diese Aufgabe relativ souverän. Nelly hieß die erste Siegerin nach 45 Minuten. Mit sehr aktiven Figuren wehrte sie den gegnerischen Angriff ab und spielte dann selbst, mit Läufer und Dame konsequent auf Matt. Ein gutes Turnier spielt auch weiterhin Joris Wähler, der sich am 4. Brett sehr wohl zu fühlen scheint. Mit einem starkem Springer gewann er einen Turm, setzte auf einen Freibauern und mit zwei Türmen, im 40. Zug, Matt. Wenig später kam auch Anton zum dritten Erfolg und das 3:0 war perfekt. Johann spielte als Letzter, stand eigentlich immer gut, unterlag aber zum Schluss dennoch, aber ein 3:1 ist schon in Ordnung.

Georg & Jaron

Georg & Jaron

Positiv überrascht ist man auch weiterhin von unserer 2. Mannschaft. Sie spielte gegen den Lübecker SV III, eine reine Mädchenmannschaft. Hier hieß der erste Sieger Georg, der wie Joris genau 40. Züge brauchte, um mit neuer Dame zu gewinnen. Doch an Brett 3 und 4 gab es einige Probleme. Janosch hatte einen Turm weniger, zuvor hatte er eine Leichtfigur eingestellt. Ist aber bei Janosch nicht so schlimm, der mit seinen vielen Ideen gar nicht weiß wohin. Er gewann die Dame und musste dann seine Gegnerin mit zwei Springern, Dame und anderen Figuren auch noch quälen, hatte aber jede Menge Spaß und das ist ja die Hauptsache. Auch Friedrich kämpfte sich zum Matt und wieder hieß es 4:0, das wird einem ja fast unheimlich.
50 Minuten Pause, mit Analysen, bis zur Vormittagsrunde 4. Der Hamburger SK I für unsere Erste und ESV Rochade Göttingen für unsere Zweite wurden ausgelost. Matti und ich entschlossen uns zu einer Umstellung in der Zweiten und Friedrich Boye pausieren zu lassen und der Mut wurde belohnt. Und es wurde wieder eine spielerische Superrunde!

Frederik

Frederik

Apropos Superrunde und damit bin ich bei unserem Jüngsten, dieses Mal wieder an Brett 4. Erneut mit Schwarz spielte Frederik gegen Rafael Asmus Leon eine fehlerfreie Glanzpartie, mit starken und aktiven Figuren, einem klar berechneten Mattplan. In der Analyse, bei ebenfalls fehlerfreier Notation, konnte er alles begründen und gewann, nach 42 Zügen und 45 Minuten mit Dame und Turm und brachte sein Team in Führung. Wenig später gewann auch Janosch. In einer turbulenten Partie sorgten Jaron mit Leichtfigur mehr und Georg, mit leichten Vorteilen, jeweils durch Aufgabe ihrer Gegner für ein erneutes 4:0!
Nun aber zu unserer Ersten. Mit den Hamburgern hatten wir in den vergangenen Jahren immer kein Glück, sie waren durchweg ein unangenehmer Gegner und wir meist Punktelieferant. Das hat sich in diesem Jahr deutlich geändert. Zuerst gewannen unsere Mädchen in der NDVM u14w gegen den Hamburger SK II und auch hier Magdeburg trumpfte unser Team, auch noch LIVE, stark auf.
Anton gewann erneut, mit starker Partie. Nelly stand zunächst etwas schlechter, hatte aber im Endspiel ein sehr sehr munteres Pferdchen. Die Konstellation: Nelly mit Springer+vier Bauern gegen Springer mit 6 Bauern. Mit starkem Spiel gelang es Nelly und Springer am Königsflügel einen Freibauern zu bilden, erzwungener Springertausch, schwarzer König muss auf h- Bauern aufpassen, weißer König läuft zum Dameflügel, bildet neuer Freibauern und gewinnt durch Aufgabe im 60. Zug. So einfach ist manchmal Schach. Inzwischen verwertete Johann gegen Bahne Fuhrmann (DWZ: 1493 und 22. der DEM u10 2017) einen Freibauern im Endspiel und wenn sich dann Joris ärgert, dass er ein Dauerschach übersehen hat und nur Remis gespielt hat, dann sind wir wirklich in der Spitze angekommen, mit einem 3,5:0,5 gegen Hamburg, unglaublich. Und auch ein Blick auf die Tabelle zeigt die tollen Leistungen unserer Kinder. Unsere Erste Mannschaft ist Dritter und die Zweite Neunter!
Die Gegner in der 5. Runde mussten schwerer werden. Die 1. Mannschaft traf an Tisch 2, wieder LIVE, auf die an Nummer 3 gesetzten Schachpinguine Berlin I, eine zu hohe Hürde? Mit Lepu Coco Zhou wieder mit einer WM-Teilnehmerin dieser Altersklasse an Brett 1. Aber dazu später. Erstmal zu unserer Zweiten, wo Frederik inzwischen die Herzen aller erobert hat. Sie traf auf die SF Brackel. Doch für „Freddy“ war das kein Problem. Sein Gegner, Andrius Skolnik (DWZ: 1015), hatte eine Figur mehr, aber eben keine Idee. Gegen Frederik muss man aber Idee haben, sonst kann man verlieren. Er braucht dann immer so 45 Minuten. So auch hier: mit starkem Mattplan mit Läuferpaar und Dame gewann er auch die dritte Schwarzpartie in Folge und brachte das Team in Führung. Die wenig später folgende Niederlage von Friedrich Boye war unnötig, weil Friedrich stark begonnen hatte und sich mit ängstlichen Zügen die Initiative nehmen ließ und dann mit Dame und Läufer Matt gesetzt wurde. Leider mussten Jaron und später auch Georg, gegen deutlich bessere Gegner aufgeben, doch das 1:3 ist natürlich ein gutes Ergebnis.
Nun aber zu unserer Ersten im Kampf gegen den Favoriten. Dieser begann allerdings nicht gut. Bereits nach wenigen Zügen spielten Nelly und Joris mit einer Figur weniger. Besonders Nelly kam aus den Problemen nicht mehr heraus und unterlag am Ende deutlich. Am 4. Brett hatte Jonathan Rosenhain mit zwei Freibauern die Sache klar gemacht und Joris durfte aufgeben. Doch als ich nach 90 Minuten in den Spielsaal kam, es stand 2:0, brannte ein kleines Fünkchen Hoffnung. Das verstärkte eine leicht gereizte Mutti von den Schachpinguinen noch, die Herrn Adelmeyer unterstellen wollte, Zeichen gegeben zu haben. Doch auch als Jens und ich draußen waren, verbesserte sich die Lage für die Berliner an den Brettern 1 und 2 nicht. Natürlich ist das mit den Zeichen absoluter Quatsch (die aufgeregte Mutti rief sogar die Schiedsrichter!). Anton besiegte letztlich den Sohn der aufgeregten Mutter, Zakharia Jouani, und sorgte nicht nur für seinen 5. Punkt, sondern für das 1:2 und bekam sogar ein Sonderlob, aus der russischen Weite, von Yury. Unglaublich Spannung beim Blick auf Brett 1. Johann, mit Weiß, gegen Lepu Coco Zhou (DWZ: 1499), Johann mit Bauern mehr und vor allem mit 7 Minuten mehr Zeit (5:12 Minuten). Man glaubt gar nicht, wie lange 10 Minuten sein können. Die Hoffnung wuchs 2.13 zu 9.36. Johann blieb, zu mindestens äußerlich völlig gelassen, nur keinen Fehler machen, die Zeit musste es doch bringen. Die gesamte Mannschaft stand in diesen unglaublich spannenden Minuten hinter ihrem Kapitän und verfolgte diese Partie. Noch 43 Sekunden, auf dem Brett hatte sich nichts verändern, Johann konnte plötzlich eine Leichtfigur gewinnen, die letzte Partie der Runde. Blättchenfall, aus dem 0:2 ein 2:2 gemacht, eine echte Sternstunde für Johann und ein unglaublich tolles Ergebnis und wertvolles 2:2 gegen ein Spitzenteam in Deutschland. In der ersten Internettabelle standen dann nur 7 Punkte. Nelly und ich waren sofort bei der Turnierleitung: „Ihr habt 8..“, rief Micheal Zeuner und nicht nur das: der Computer hat der Mannschaft, die weiter auf Platz 3 liegt, eine durchaus lösbare Aufgabe für Runde 6 gegeben: DJK Aufwärts St. Josef Aachen.

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