Landeseinzelmeisterschaft in Magdeburg, 06.- 10.02.2018 (akt. 13.02.18.)

Der zweite Tag 7. Februar 2018

Umfangreiches, wenn auch unterschiedliches Programm für alle Altersklassen an diesem zweiten Tag. Noch ist nicht die Zeit für Entscheidungen, doch mit Charlotte gegen Anastasia Voigt in der u12w und Sariana Hesse gegen Svenja Hoffmann (u8w) stand wichtige Partien an. In der u8 standen drei Runden auf dem Programm. Aber wieder der Reihe nach.
In der Altersklasse u8 kann wohl jeder jeden schlagen und was auffällt, die beiden Mädchen mischen kräftig mit. Das ist umso erfreulicher, dass auch unsere Sariana sehr gut mithalten kann. In ihrer Partie gegen Jan Tittel gewann sie früh die Dame. Beim Gegenangriff war fünf Züge später auch ihre weg, trotzdem war sie deutlich überlegen und hatte einen Turm mehr: „Ich wollte Treppenmatt setzen,“ meinte sie in der Analyse übersah dann ein Matt in eins, holte sich lieber eine neue Dame und gewann nach 58 Zügen ihren ersten Punkt. Dann konnte sie sich ausruhen, weil sie spielfrei war und dann kam es zum ersten Aufeinandertreffen mit Svenja Hoffmann (USC Magdeburg), eigentlich die Favoritin. Zwar hatte sie ihr Vati gewarnt, dass „da ein sicher starkes Mädchen aus Halle ist…“. Aber zu Beginn dieser Partie war das starke Mädchen aus Halle gar nicht stark. Nach 25 Zügen war die Partie eigentlich verloren, doch Svenja gingen plötzlich die Ideen aus, während Sariana in aller Seelenruhe verteidigte und selbst gefährliche Drohungen vorbereitete. Zehn Züge später schaffte Sariana, mit einer Springergabel mit Damegewinn auf f7 die Wende und ab diesem Moment ging es nur noch ums Matt setzen. 8 Mal konnte Sariana in einem Zug Matt setzen, doch sie kostete den Sieg so richtig aus und kam nach 58 Zügen (upps die Zahl hatten wir doch schon mal! Deshalb nicht gleich Matt?) zum so nicht geplanten Erfolg. Unglaublich, aber schön. Und sie führt jetzt in der Gesamtwertung nach 3 Runden!
Schön war es eigentlich heute auch in der AK u10m. Nur die Frührunden nicht so ganz. Allerdings gibt es ein Sorgenkind: Till Baude. Dabei startete er gegen Pit Stockmann (mit Bauern mehr) ganz gut, er spielte langsamer als in Runde 1. Doch am Ende unterlag er gegen zwei schwarze Damen klar und deutlich. Nicht viel anders war es in der Nachmittagsrunde gegen Hans Seidel (SF Hettstedt) und so bleibt er, nach drei Runden erstmal punktlos. Unser erfolgreichster Spieler war heute Georg Spinka. Er konnte sich auch spielerisch deutlich weiter steigern. Gegen Christian Lucas Haubold (SG Einheit Staßfurt) gab es, nach ausgeglichener Partie ein gerechtes Remis nach 32 Züge nach exakt 100 Minuten. In Runde drei traf er auf Valentin Udelnow, bekannt dadurch, dass er schon gegen zwei unserer Kinder gewonnen hatte. Doch gegen Georg machte er einfach zu viele Fehler und war, mit Turm weniger, ohne Chance. Georg opferte zum Schluss sogar seinen Turm (gegen Springer) um zur neuen Dame zu kommen, danach gab sein Gegner auf. Georg, jetzt als Zweiter in der unmittelbaren Spitze, darf morgen LIVE gegen Hieu spielen, wurde vorbereitet und man darf gespannt sein. Spielerisch zufrieden bin ich auch mit Jaron Rumpold. Er hatte gegen Valentin, wie eben erwähnt, vor allem Sorgen mit einem gefesselten Springer und zahlreichen Drohungen, einer späten Rochade und ähnliches. Im 44. Zug kam hier das Matt, doch in der Nachmittagsrunde tauschte er einfach mit Georg den Gegner und gewann, mit vielen guten Ideen, mit starkem Freibauer, nach einer Stunde, seinen zweiten Punkt.
Interessante Partien gab es auch wieder in der AKu12m. In der Frührunde bekam es Anton Kageler gleich mit dem Titelverteidiger, Pascal Neuber (SG 2011 Sennewitz), auch noch am LIVEbrett, zu tun. Er kämpfte über zwei Stunden, verlor aber durch eine aktive gegnerische Dame einige Bauern und gab auf. Joris Wähler bekam die Neuauflage der Landesligapartie gegen Joussef Tawilah aus Köthen, war aber dieses Mal ohne Chance. Doch in der 3. Runde schaffte auch Joris endlich den ersten Sieg gegen Jonathan Rabenstein (USC Magdeburg) mit starker Angriffspartie und dem Vati als Beobachter.
Weiterhin sehr gut „unterwegs“ ist auch Ian Fiedler. Mit Finn Prudlik bekam er einen unangenehmen Gegner, spielte, mit Bauern, später Läufer mehr, immer sehr aktiv und setzte, nach 45 Zügen, sogar Matt. Sein zweiter Gegner heute war kein geringerer als Carl Friedrich Dornheim, immerhin das 1. Brett der Schachzwerge Magdeburg I! Auch hier immer aktiv, geriet er in ein kompliziertes Bauernendspiel, indem beide wohl nichts riskieren wollten. „Es war dreifache Zugwiederholung…“ verkündete Ian ein sehr achtbares Remis, das sich für ihn wohl wie ein Sieg anfühlt.
Bleibt der zweite Auftritt von Anton gegen Alexander Walter (SF Bad Schmiedeberg). Antons Partie war ein von zwei hochdramatischen Endspielen in Runde 3 der AK u12m. Im Mittelpunkt stand zwar die Spitzenpartie an Brett 1 zwischen Pascal Neuber und Gero Schulemann, wo es weniger friedfertig als vermutet, sondern über drei Stunden richtig zur Sache ging. Am Ende musste, im Bauernendspiel vor allem gerechnet werden und neben der besseren Bauernstruktur konnte Pascal offensichtlich besser rechnen und kam schnell zur Dame. Doch fast genauso spannend war es bei Anton, der langsam seine Stellung verbesserte und ein starkes Zusammenspiel von Freibauer, Springer und König schaffte. Alexanders gab, fast zeitgleich mit Gero auf und Anton ist vorerst Vierter.
Die Mädchen in der AK u12w hatten nur „das halbe Programm“ und waren damit sichtlich unzufrieden. Für Charlotte Derling stand, wieder mit Weiß, das wichtige Spiel gegen Anastasia Voigt (USV Halle) an. Nach 2 Stunden und 20 Minuten stand das Remis fest. Gleichfarbige weißfeldrige Läufer waren auf dem Brett, den keine tauschen wollte. Charlotte hatte zwar einen Bauern mehr, der jedoch irgendwann wertlos wurde, weil auch hier keine mehr riskieren wollte. Beide waren am Ende sichtbar mit dem Remis zufrieden, welches Charlotte im 44. Zug angeboten hatte. Nelly hingegen löste, spielerisch leicht, ihre Aufgabe gegen Alexandra Dmytriw (SG Einheit Staßfurt), übrigens auch nach 44 Zügen, zum Matt.
Spielerisch verbessert zeigte sich heute auch Karl-Josef Mielewsky in seinen beiden Runden in der AK u14m. Gegen Siegfried Hoffmann (USC Magdeburg) und Duc Tran Minh (SF Hettstedt) konnte er einige gute Ideen umsetzen. Er beachtete vor allem meine Hinweise, länger Nachzudenken und gegen Duc gab es sogar Chancen auf ein Remis.
Ein sehr schwerer Tag heute auch für Matti Adelmeyer in der AK u16m. Mit Lennard Hoffman (an Nr. 2 gesetzt) und Benjamin Wagner (Nr. 3), beide SG Aufbau/Elbe Magdeburg), bekam er das „volle Programm“. Die Partie gegen Lennard war quasi ein Saalekreisderby und Matti hielt gut mit, war lange gleichwertig und stand vor dem Dametausch im 21. Zug sogar leicht im Plus. Das 1. Remisangebot im 25. und das zweite im 32. Zug waren absolut korrekt. Ihm wurde der immer gefährlicher werdende a- Bauer zum Verhängnis und nach fast vier Stunden und 51 Zügen gab Matti auf. In der Nachmittagsrunde spielte er gegen Benjamin Wagner ebenfalls wieder über vier Stunden, leider erneut ohne Erfolg. Hier geriet er, beim Angriff des Magdeburgers am Königsflügel früh in Nachteil und verlor, im 23. Zug, eine Figur. Dieser Verlust wirkte bis ins Endspiel, ein weißer Springer sorgte für die Entscheidung.
Was gibt es sonst noch: ach ja, die Partie des Tages gebührt Anton Kagler für seine Partie gegen Alexander Walter und die Tagesbilanz ist etwas durchwachsen. Von 22 möglichen Punkten gab es 9.

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