Spieltag 1 in der Kreisliga Mitte

Bei Vereinsduellen könnte man mutmaßen, es gehe friedlich zu. Mitnichten, wenn der Rote Turm aufeinandertrifft. Am Sonntag empfing die 2. unsere 3. Mannschaft. Durch Zeitumstellung und späteren Beginn sollten alle gut ausgeschlafen sein. Bei der Eröffnung erinnerte Frank Pietsch noch einmal an die Tatsache, dass die meisten Partien durch Fehlgriffe entschieden werden, die man als Taktikaufgabe leicht richtig lösen würde.
Am Brett 3 und 4 wurde dieser Hinweis zu gering beachtet. Daniel baute in Gedanken schon eine vielversprechende Angriffsstellung auf und übersah dabei, dass sein Gegner erheblich Material gewinnen kann. Diese Chance ließ sich Etienne nicht entgehen und war bereits im 9. Zug auf der Siegerstraße. Trotz bärenstarken Kampfes konnte Daniel diesen Nachteil nicht ausgleichen.
In einer abwechslungsreichen Partie zwischen Calvin und Josef hatten beide ihre Chancen. Spiel und Gegenspiel, gespickt mit taktischen Finessen und positionellen Opfern ließen das Brett brennen, wobei Josef mehr Angriff hatte. Mit großem Aufschrei hat Calvin den gesamten Wettkampfraum auf seinen Patzer aufmerksam gemacht. Eine übersehenes Fesselungsmotiv überzeugte ihn, Josef zum vollen Punkt zu gratulieren.
Sehenswert waren die Partien am ersten und zweiten Brett. Ian und Jaron lieferten sich ein gutes Gefecht, das aus einem offenen Sizilianer entwickelt wurde. Dabei hatte Jaron ein klein wenig besser gerechnet und aus dem leichten Vorteil im Mikrobereich wurden zunehmend 2 Bauerneinheiten. Später belagerte er Ians zweite Reihe mit dem Türmen. Das war so überzeugend, dass Ian dem heute besseren Jaron voll Respekt die Hand reichte.
Mit diesem Wissen, dass die zweite Mannschaft nicht mehr verlieren kann, schwand die Aufmerksamkeit von Mannschaftsführer Frank für einen Moment. Dass die übersehene Gabel, die zum Tausch von zwei Bauern gegen einen Läufer führte, tatsächlich eher vorteilhaft für Schwarz wurde, ahnten beide Kapitäne zu diesem Zeitpunkt nicht. Denn dass die verbundenen a-und-b-Bauern so viel Kraft entwickeln würden und in der Konsequenz sich ein Springer gegen einen Bauern tauschen musste, um die Umwandlung zu verhindern, war nicht vorhersehbar, geschweige denn Absicht. Obwohl entfernter Freibauer und Raumvorteil jetzt einen Sieg für Schwarz ahnen ließen, rechnete Markus etwas besser und es gelang ihm, die Opposition im Bauernendspiel zu gewinnen.
Eine Remisstellung, die jeder als erstes lernt, obwohl sie eher selten vorkommt. Für Markus das erste Mal. Ich erinnere mich an eine Partie vor vier Jahren beim Deutschlandcup.
Der heutige Endstand 2,5 zu 1,5 lässt einen optimistischen Blick auf die kommenden Spiele zu.
Frank Pietsch

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