14. Offenes Hallesches MädchenSchachTurnier

Sariana Hesse sehr souverän auf Platz 1

Trotz des etwas unglücklichen Termins: die Teilnehmerzahl von 24 Mädchen stimmte. Immerhin waren es fast doppelt soviel wie zum 13. Weiterhin sehr erfreulich: die Meldung und Teilnahme von 6 Nachwuchsspielerinnen vom SC Leipzig-Lindenau, eine Herausforderung für unsere jungen Damen. Unser Verein war mit 5 Mädchen vertreten.

In der Altersklasse u8 beherrschten die drei Leipzigerinnen das Feld total und belegten, völlig gleich nach Punkten, Bucholzpunkten und Sonneborn-Berger-Punkten, alle Platz 1. Gab es wohl auch noch nicht in der Geschichte des Mädchenturniers in Halle. Erfreulich ist deshalb der 4. Platz von Cathrin Dietz aus der GS Neumarkt, die in den ersten beiden Runden zwei Leipzigerinnen unterlag. Positiv weiterhin: Sie spielte langsam und versuchte immer aktiv und hatte damit, gegen Isabel Schuster, im Schwerfigurenendspiel auch Erfolg. Allerdings übersah ihre Gegnerin ein mögliches Grundreihenmatt und so war dieser erste Erfolg auch etwas glücklich. Mit Weiß besiegte sie dann Paula Ihling von der GS Albrecht-Dürer und in der letzten Runde fehlte, beim Schäfermatt gegen Nele Weitzer wohl auch etwas die Konzentration.

Sariana - Helen

Sariana – Helen

In der Altersklasse u10 gab es am Ende eine überraschend deutliche Siegerin und die kam aus unserem Verein. Sariana Hesse blieb im Turnierverlauf ungeschlagen. Zu Beginn ging es gegen Leonie Dietze (GS Friesen) und gegen Clara Schuster (Christoph-Arnd-Grundschule/ Löberitz?). Dann gewann sie, in Runde 3, nach nur 15 Zügen, souverän gegen Mitfavoritin Helen Lischka vom USV Halle. Und auch im 2. Finale gegen die Leipzigerin Luisa Kießling benötigte sie nur 11 Züge bis zum Matt! Das nun unvermeidliche Vereinsduell gegen Tessa Meurer endete, nach 34 Zügen, remis. Allerdings war dies taktischer Natur, denn Sariana stand wohl kurz vor dem Matt. Wenn Mädchen aber rechnen und taktisch spielen, ist man als Trainer oder Schiedsrichter völlig machtlos.

Sieger u10

Sieger u10

Richtig rechnen konnte in diesem Fall vor allem auch Tessa Meurer, die auch ein gutes Turnier spielte. Nach einem hart erkämpften Auftaktsieg gegen Lotte Portius (Schkopau) unterlag sie deutlich Luisa Kießling am Spitzenbrett. Dann folgten zwei schnelle Siege mit jeweils 16 Zügen gegen Antonia Brand (Stankt Franziskus Grundschule) und Hedi Kotte (SV Sangerhausen) und der halbe Punkt gegen die Siegerin reichte zu Platz 3 und damit zur Bronzemedaille.

Sechs Mädchen hatten sich dieses Mal für das OPEN gemeldet. Und letztlich gewann hier die Favoritin, immerhin mit einer DWZ von 1184 ausgestattet. Nicht ohne Grund ging es im Rundensystem im Open am spannendsten zu, hier wurde am längsten gespielt, was sich auch so gehört! Das begann schon in der 1. Runde und erfreulich: unsere beiden, Annabelle Fiedler und Maria Seibicke, waren immer die letzten, die ihre Partien beendeten. Annabelle kam zu Beginn auch gleich zum ersten Erfolg. Gegen Franziska Helbing (Sankt Mauritius Sekundarschule) war ihr starker Angriff am Königsflügel, mit unglaublich vielen Drohungen spielentscheidend. Maria kämpfte fast eine Stunde gegen Nele Gerdes-Götz (SC Leipzig-Lindenau), hatte aber rund drei Minuten weniger Zeit und wurde noch Matt gesetzt. Annabelle gewann auch in der 2. Runde gegen Mia Laub (Sankt Mautitius Sekundarschule) während Maria, nach zu vielen Fehlern, Franziska Helbing unterlag. Für Annabelle gab es deshalb in der 3. Runde die schwere Aufgabe gegen die spätere überlegene Siegerin, Lilly Heintz, und eine Niederlage. Dafür gewann Maria gegen Mia Laub, materiell deutlich überlegen. Die letzte Figur von Mia, ein Springer, verhinderte allerdings das Patt! Maria traf dann auf die Führende Lilly Heintz (übrigens mit jeweils der falschen Farbe) und unterlag deutlich nach nur 14 Zügen. Dramatischer hingegen war die Partie zwischen Annabelle Fiedler und Nele Gerdes-Götz. Beide befanden sich in arger Zeitnot und Annabelle hatte die gesamt Partie angegriffen und war auch materiell überlegen. Eine übersehene Drohung mit anschließendem Matt kostete ihr diese wichtige Partie und das gab schon einige Tränen. Da konnten auch die Raben mit den Socken (mit Mond) nicht helfen und dann war da noch das bevorstehende Vereinsduell zwischen Maria und Annabelle in der letzten Runde.

Maria - Annabelle

Maria – Annabelle

Das Spiel um Bronze! Witzig ist, dass bei einem Sieg Marias beide Dritter gewesen wären! Doch Annabelle spielte wieder sehr überlegen und Maria viel zu vorsichtig. Schon hatte Annabelle (noch 6 Minuten Zeit) das unabwehrbare Matt auf g7 mit Läufer und Dame sicher, da geschah das Unfassbare: Maria sagte Schach! Annabelle wollte nun mit der Dame Matt setzen, berührte die Dame und Maria reklamierte:„berührt geführt!“ Annabelle musste die Dame dazwischen ziehen und weg war sie die Dame. 2 Minuten 30 Sekunden zum Matt setzen für Maria! Doch zwei Züge vor dem Matt fiel Marias Blättchen! Platz 3 für Annabelle, sogar der Turnierleiter, Jürgen Gutsche, zeigte Wirkung. Dramatischer Schluss eines Mädchenturniers, was dennoch einen wechselvollen Gesamteindruck hinterlässt.

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