2. Spieltag, Bezirksklasse

Jugend – Erfahrung 0:3

Zum schweren Auswärtsspiel musste unsere zweite Mannschaft zum SV Sangerhausen III reisen. Im Vergleich zum ersten Spieltag, wo die Rosenstädter deutlich unterlagen, traten die Gastgeber mit 300 DWZ Punkten im Durchschnitt mehr gegen uns an, spielten also in Bestbesetzung. Ungewöhnlich war auch, dass gar nicht in Sangerhausen, sondern in Oberröblingen, in einer Baufirma, gespielt wurde. Bis auf Brett 6 waren unsere Gastgeber überall deutlich besser besetzt. Und tatsächlich: nach einer Stunde gewann Alexander Iziumschi das 6. Brett. In einer zunächst ausgeglichenen Partie verrechnete sich sein älterer Gegner (der nach eigener Aussage schon gegen Botwinik gespielt hat), nach drei Remisangeboten, im Endspiel und plötzlich hatte Alexander zwei Damen und er nur eine und nach 40 Zügen musste er aufgeben. Wieder ein guter Auftakt. Ich selbst stand, gegen Wolfgang Neubauer, zunächst etwas unter Druck. In einem Endspiel mit gleichfarbigen Läufern erhielt ich bereits im 18. Zug ein Remisangebot und ging fragen. Markus genehmigte das Remis vielleicht etwas zu früh, nach nur 95 Minuten. Zu dieser Zeit waren die Bretter 2, 4 und 5 völlig unklar. Markus selbst aber stand wohl etwas besser. Doch nach einer übersehenen Drohung unterlag Markus noch und so stand es, nach zwei Stunden 1,5:1,5. Es begann der Dreikampf „Jugend gegen Erfahrung“. Immerhin hatten unsere drei Jungs, Jaron, Joris und Ian fast den kompletten Nachwuchstrainerstab von Sangerhausen zum Gegner. Jaron hatte mit Achim Trost dabei vielleicht die schwerste Aufgabe. Es war aber auch die Partie mit der größten Hoffnung, weil Jaron erneut eine starke Partie spielte. Sein Gegner konnte oder wollte nur wenig für das Spiel tun und so versuchte Jaron bis zuletzt alles, wollte mehrfach Remis anbieten und durfte nicht. Hauptgrund der ständigen Ablehnung war vor allem Brett 4. Joris hatte im Schwerfigurenendspiel zunächst zwei später einen Bauern weniger und kämpfte mit seiner Dame und mit viel Initiative vor allem gegen den a- Bauern. Doch als die Verwandlung nicht mehr zu verhindern war, musste Joris aufgeben. Zur gleichen Zeit hatte Ian gegen Georg Strasser einen Turm gegen einen Läufer tauschen müssen und geriet auch spielerisch in Nachteil. Doch sowohl Ian als auch Joris kann man nichts vorwerfen. Beide kämpften und fanden bis zuletzt gute Züge. Erst als das 5. Brett durch Turmopfer mit anschließender Mattkombination entschieden wurde, durfte auch Jaron, der gerade durch die Zeitkontrolle gekommen war, das Remisangebot von Achim Trost annehmen. Wie die Analyse ergab, standen wir an den Brettern 2 und 3 tatsächlich besser (+1,0, bei mir sogar noch etwas mehr) und dennoch unterlag unser Team mit 2:4. Trotzdem eine gute spielerische Leistung gegen einen starken Gegner.

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