BEM Halle 2019 in Heldrungen (Tag 3)

Der erste Tag, 04.01.2019

Erster Schachhöhepunkt im Jahr: die Jugendbezirksmeisterschaften. Doch es hat sich viel verändert.
Sicher, die Wasserburg in Heldrungen war wieder Austragungsort, über 70 Teilnehmer, wenig Teilnehmerinnen. Für die meisten Turniere kann man sich einfach anmelden, wie in einem Selbstbedienungsladen, trotzdem wird natürlich hart gekämpft um Titel und vor allem Qualifikationsplätze für die LEM in Naumburg in vier Wochen. Unsere Delegation ist wieder sehr zahlreich, wir sind erstmals in allen Turnieren vertreten. 19 Kinder und Jugendliche, dazu 12 Eltern und Betreuer, Organisationsprobleme waren da vorprogrammiert. Aber ich will nicht klagen, wenden wir uns dem schachlichen Geschehen zu:
Am schwersten hat es wohl unser jüngstes Mitglied, Matteo Bormann in der AK u8. Ohne jegliche Turniererfahrung soll er hier vor allem Erfahrungen sammeln. Nach gutem Beginn unterlag er in der ersten Runde (die u8- Kinder spielen dreimal gegeneinander!) mit Schwarz dem erfahrenen Ben Zander (SF Hettstedt), in Runde 2 Jimmy Lauterbach (SV Merseburg). Hier spielte er zuBeginn eigentlich ganz gut gegen Skandinavisch. In der 3. Runde war Hendrik Ehrhardt zu stark mit seiner Drohung auf f7. Trotzdem gab es gute Ansätze und erste Ideen.
Im Mädchenopen gab es zunächst die erfreuliche Entscheidung der Turnierleitung Aveline Hesse aus der Gruppe der u10 und u12 herauszunehmen und sie in der AK u16m spielen zu lassen. In der AK u10w (so nenne ich sie jetzt mal) bekam Tessa Meurer beim Remis gegen Mila Wieschke,(SG 2011 Sennewitz) gleich in Runde 1 einen halben Punkt mehr oder minder geschenkt. Schon zu Beginn hatte Tessa zwei Läufer verloren und am Ende konnte die Sennewitzerin mehrfach Matt setzen. Sariana Hesse löste ihre Aufgabe gegen Lena Beetz, ebenfalls SG 2011 Sennewitz) recht souverän. Ergebnis war eine Mädchenvereinspaarung. Doch auch zeigte sich Sariana deutlich überlegen und setzte, fast ohne Gegenwehr, mit Springer und Dame, im 18. Zug Matt. Überraschend fehlt in der AK u10w die Favoritin, Hellen Lischka vom USV Halle.
In der AKu12w startete Annabelle gegen Sandra Lulei (SV Merseburg) mit einem Sieg nach nur 19 Zügen und einem Dameeinsteller ihrer Gegnerin im 14. Zug. Das hatte eine Spitzenpaarung zur Folge, denn Annabelle traf auf Alyson Kniesche vom USV Halle. „Die Mädchen blitzen…“ bemerkte Helmar Liebscher vom USV. Und in der Tat. An fast allen Mädchenbrettern wurde kaum nachgedacht, sondern nur schnell gezogen. Und trotz des Sieges von Alyson, der am Ende deutlich ausfiel, konnte wohl auch der USV mit dieser Partie nicht zufrieden sein. Nach 15. Te8 nutzte Alyson die Chance zum Damegewinn und gewann, drei Züge später, noch einen Turm. Der Rest war reine Formsache.
In der AK u10m hatte Till Gollmann gegen Baruch-Benjamin Riemer (S Roland Weißenfels) einen starken Auftakt, profitierte aber, nach Abwehr eines Mattangriffs von einer übersehenen Springergabel mit Damegewinn für Till. In Runde gab es ein glückliches Remis gegen Jonathan Burghardt (SV Merseburg). Der Merseburger hatte im Turm-Bauernendspiel zwei (verbundene) Bauern mehr (+3,5) und willigte trotzdem in Tills Remisangebot ein. Eine schnelle, doch vielleicht unnötige Niederlage, gab es aber dann gegen Alexander Haase (SG 2011 Sennewitz) nach 19 Zügen. Der Sennewitzer war Auftaktgegner für Marek Mischkewitz. Doch Marek, trotz meiner Warnung spielte viel zu schnell gegen den Favoriten. Trotzdem gewann er im 15. Zug die Dame und unterlag mit +8,0 und Turm mehr doch noch. Doch dann gab es zwei Siege, so gegen Oskar Hirschfeld (SV Merseburg) und Thomas Marx (SG 2011 Sennewitz). Gegen Thomas Marx war wohl auch etwas Glück im Spiel, aber Glück hat wohl nur der „Tüchtige“. Frederik Fiedler startete mit einem eher glücklichen Remis gegen Oskar Hirschfeld, gewann dann gegen Baruch-Benjamin Riemer und auch gegen Jonathan Burghardt und ist nach dem ersten Tag ungeschlagen. Fleißigster Punktesammler unseres Vereins am ersten Tag war allerdings Till Baude. Er löste sehr souverän die Auftaktaufgaben gegen drei Sennewitzer! Thomas Marx, Alexander Haase und Felix Neuber mit teilweise sehr guten spielerischen Leistungen. Morgen kommt es deshalb zum Vereinsspitzenspiel 1. gegen 2. Brett: Till gegen Frederik! Wird spannend!
Hart umkämpft ist hier natürlich traditionell die AK u12m. In dieser Altersklasse wurde am ersten Tag auch am längsten gekämpft. Zweieinhalb Stunden lief die spannende Spitzenpaarung Jaron Rumpold gegen Finn Olmse Prudlik (unser Gastspieler/ GW Granschütz). Finn begann sehr aggressiv, doch es entstand eine komplizierte Stellung, in der Jaron allerdings eine Leichtfigur weniger hatte. Doch Jaron behielt die Initiative, gewann die Qualität zurück und im 30. Zug, weit entfernt von der Zeitkontrolle, nahm Jaron das Remisangebot von Finn lieber an, was beiden alle Chancen lässt. Und Jaron hat am ersten Tag schon gegen einige starke Gegner gewonnen. So siegte er, nach 31 Zügen, mit starkem Ende, gegen Janosch Berger, im Vereinsduell. In klarer Verluststellung stellte Janosch im 22. Zug die Dame ein und gab neun Züge später, drei Züge vor dem Matt, auf. Wichtig auch der Sieg nach 45 Zügen gegen Wieland Märker (USV Halle). Janosch Berger konnte sich nach der Auftaktniederlage steigern und kam zu zwei Siegen gegen Constantin Born (SF Hettstedt) und Lennart Sebicht (SV Sangerhausen).
Nicht ganz so gut verlief der Auftakt für Georg Spinka und Joris Wähler. Joris unterlag, in Runde 1, Finn Olmse Prudlik nach 48 Zügen, gewann dann leicht gegen Paul Kersten (SK Roland Weißenfels). In Runde 3 wurde er von Wieland Märker mit Dame und König, ohne jede Chance, Matt gesetzt. Georg Spinka startete mit einem Sieg gegen Luca Buchmann (SF Hettstedt) ins Turnier und verschenkte dann gegen Tim Machatsch (SG 2011 Sennewitz) mit der Annahme des Remisangebotes im 21. Zug, einen halben Punkt. Die Analyse ergab, dass Georg nach 20. …Dxb2 mit 4,25 im Plus steht! Gegen „Angstgegner“ Marten Lischka vom USV Halle spielte er dann auch viel zu ängstlich und nach mehreren Fehlern gab es eine relativ klare und verdiente Niederlage.
Dennoch: diese u12m bleibt sehr spannend.
Von den Partien der AK u14m-u18m habe ich, auf Grund dauernder Analysetätigkeit, leider nur wenig gesehen. In der AK u14m starteten unsere drei durchwachsen. Besonders Calvin Meurer brachte sich ins Gespräch, nach leichtem Sieg, nach 22 Zügen, gegen Moritz Weber. Am Spitzenbrett erkämpfte er dann ein Remis gegen Paul Stedtler (Klostermansfelder SC), was nach erster Kurzanalyse (mit chaotischer Notation!) wahrscheinlich sogar gewonnen war. Ian Fiedler startete mit einem sicheren Sieg gegen Dorian Sebicht (SV Sangerhausen), unterlag dann aber Carlo Patschke, der in der u14 eine Gastrolle gibt. Karl-Josef Mielewsky verlor beide Auftaktpartien gegen Paul Stedtler und John Arlet (SV Motor Zeitz) und ist damit praktisch schon ohne Chance.
In der AK u16m löste der Favorit, Matti Adelmeyer, seine Auftaktaufgaben gegen Fabian Sell (Klostermansfelder SC) und Thor Frere (GW Granschütz) sehr souverän. Das einzige Mädchen, Aveline Hesse, hingegen unterlag zweimal.
Und nicht zuletzt die AK u18m . Hier gab es zunächst, wegen spielfrei, einen kampflosen Punkt für Adrian Bach, der dann aber gegen Tobias Kister aus Weißenfels unterlag. Gegen ihn hatte auch Eric Koch in Runde 1, nach 24 Zügen, verloren. In Runde 2 war dann Eric spielfrei. Die faulenzen die Großen! Gute Nacht!

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  1. Vielen Dank dem fleißigen Kommentator/Analysator/Motivator. Allen Punktesammlern herzlichen Glückwunsch und weiter so! Denen, die bislang NOCH nicht jubeln konnten, alles Gute für die nächsten Runden (ihr schafft das schon)!!!

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