Bezirksliga Runde 6

Naumburger SV III – SV RT I

Nach etwa einer Stunde Spielzeit sah es gleich an drei Brettern nicht gut für uns aus. Nelly Adelmeyer kam mit dem Eröffnungsaufbau ihres Gegners nicht wirklich klar und verlor zwei Zentrumsbauern. Die Partie dauerte zwar weitere zwei Stunden, aber eine Chance zum Ausgleich bekam sie nicht mehr. Die Führung der Naumburger hielt nicht lange. Yury Golitsyn gelang es zahlreiche Bauernschwächen im gegnerischen Lager zu erzeugen. Schwarz versuchte zu kontern, warf alle Figuren nach vorn und opferte drei Bauern. Doch die weiße Stellung war mehr als stabil und so musste Schwarz aufgeben. Lars Jungklaus hatte einige Eröffnungsprobleme zu lösen. Lange Zeit war sein d-Bauer eine große Schwäche. Lars konnte aber diesen decken und kam selber zu aktiven Figurenspiel im Zentrum. Es folgten eine spektakuläre Kombination und ein Bauerngewinn. Aber in einem Turm + Springer Endspiel nutzte auch dieser nichts. Die Partie endete Remis. Am meisten musste man sich Sorgen um Anton Kageler machen. Er verspielte sich mit seiner Dame und lief in einen Spieß hinein, welcher ihm die Qualität kostete. Aber Anton hat nicht einfach so alle bisherigen Partien gewonnen. Er erhöhte den Druck auf die weiße Stellung und dann kam ein Fehler von seinem Gegner. Nach dem materiellen Ausgleich gewann Anton auch das Leichtfigurenendspiel in einem sehr guten Stil. Sechs aus sechs, hervorragende Leistung! Nach diesem Sieg ließen wir die Führung nicht mehr los. Die restlichen Partien endeten zwar alle mit der Punkteteilung, doch spannend waren sie auf jeden Fall. Julius Pietsch hatte während der ganzen Partie die Initiative in seinen Händen. Sein Angriff sah vielversprechend aus. Aber der Gegner verteidigte sich sehr geschickt und konnte alle Drohungen abwehren. Es endete in einem Damenendspiel, wo keiner zum Spiel kommen konnte. Markus Wähler war sehr lange dem Druck auf seinen rückständigen d-Bauern ausgesetzt. Nach und nach verbesserte er seine Stellung und das führte dazu, dass in der Zeitnotphase seine Gegnerin unnötig einen Bauern einstellte. Und das war ein starkes Argument für seine Gegnerin das Remisangebot anzunehmen. Es wäre falsch zu sagen, dass die Gastgeber keine Chancen hatten. Sie haben diese einfach nicht genutzt. Die Partie von Frank Pietsch ist ein klares Beispiel dafür. Nach einem eher ruhigen Mittelspiel verschwanden allmählich alle Schwerfiguren vom Brett. Es entstand ein Bauernendspiel, wobei Frank einen Doppelbauern am Damenflügel hatte. Doch Weiß nutzte die Gelegenheit zum Bauerndurchbruch nicht und geriet selber in Schwierigkeiten. Daraufhin bot Frank Remis an, welches angenommen wurde. Am längsten dauerte die Partie am Spitzenbrett. Matti Adelmeyer hatte die schwierigste Aufgabe von allen und meisterte diese hervorragend. Während der gesamten Partie versuchte er zum Vorteil zu kommen. Die Partie endete in einem Turm + Läufer Endspiel. Zwar gelang dem Gegner einen Mehrbauern zu behaupten, aber Matti blieb konzentriert und brachte den für den Gesamtsieg benötigten halben Punkt. Am Ende ein knapper und hart erkämpfter Sieg.
Yury Golitsyn

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