Deutsche Einzelmeisterschaften in Willingen 2019 (16.6.19.)

4. Tag, 11.06.2019:

Nelly

Nelly

Ein verregneter Morgen in Willingen. Und eine Frührunde. Nelly hatte gestern Abend schon wieder mit sich gehadert. Dabei bekam sie mit Charis Peglau (SZ Seeblick), an Nummer 2 gesetzt (Deutsche Meisterin u10w 2018), eine Gegnerin, die sie im Erfurter Open schon einmal besiegt hatte. Vor der Partie erhielt sie noch „Brettgrüße“, gute Wünsche von Charlotte, sehr nett, vielen Dank.
Was würde kommen? 1. Sf3 wahrscheinlich, 2. g3? Ich nahm etwas Anleihe aus einer der vielen internationalen Partien von Charis und dann ging es, übrigens wieder LIVE, los. Und es ging gut los, ähnlich wie gestern. Im 14. Zug konnte Nelly den e2- Bauern gewinnen und stand relativ deutlich im Plus. Der Kampf um die Initiative begann. Beide fanden nicht immer die besten Züge. Abtausch beider Türme. Ins Endspiel ging es mit Läuferpaaren und Dame, dem Mehrbauer und weiterhin mit Vorteilen für Nelly. Doch dann forcierte sie den Abtausch ihres guten Läufers und die Partie drohte zu kippen. Doch auch Charis nutzte ihre Chancen nicht und so erfolgte der Tausch der Damen. Beide schafften fast zeitgleich die Zeitkontrolle, jetzt mit weißfeldrigen Läufern. Nelly wollte auch diesen Läufer tauschen, doch Charis behielt den Garanten, um wenigstens selber ins Remis zu kommen und bot im 50. Zug selbst an. Nelly, mit 1,33 im Plus, aber 20 Minuten weniger Zeit, nahm an.

Der Gewinnweg war kompliziert und so herrschte am Ende wohl allgemeine Zufriedenheit bei den Spielerinnen und der zitternden Mutter und den Trainern. Nelly ist übrigens, nach 4 Runden, Neunte!

Anton hat auch mit der Computerauslosung noch weniger Glück als Nelly. Mit Marius Deuer (SC Weiße Dame Ulm/ DWZ: 1981) aus Württemberg hatte er wieder einen sehr starken Gegner bekommen. Beim Fußball würde man sagen: er spielt in einer anderen Liga. Und so war Anton schnell auch materiell, mit drei Bauerneinheiten, im Nachteil. Auf dem Brett versuchten zwei Leichtfiguren die schwarze Stellung gegen Turm, Läufer und Mehrbauern zu verteidigen und letztlich entschied der starke weiße a- Bauer und Anton gab, nach 42 Zügen, auf. So gehen wir mit einem halben Punkt in den freien Nachmittag.
Faul waren wir allerdings nicht. Während Familie Kagler im Spaßbad auf dem Wasser rutschte, tobte sich Mutti Nelly, Nelly und ich beim Tischtennis aus. Tischtennis ist wie Schach ein eigentlich harmloser Sport und trotzdem ist man, nach 90 Minuten, ganz schön fertig. Nelly gewann letztlich nicht nach Punkten, sondern durch K.O., aber das bleibt unter uns.
Fehlt noch die Analyse der Tagespartie und die Vorbereitung in gemütlicher Atmosphäre und dann geht es morgen in eine Doppelrunde für unsere beiden.

Kommentar (1)

  1. Man sagt ja, der Erfolg habe stets viele Väter. Im Falle unserer Drei kommt dieses Attribut aber wohl EINER Person in besonderem Maße zu, nämlich Dir, lieber Rüdiger! Vielen herzlichen Dank für die offenkundig großartige Aufbau-, Betreuungs- sowie Vor- und Nachbereitungsarbeit! Und natürlich für die tägliche umfassende und herzerfrischende Berichterstattung. Chapeau!

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