Finalspieltag der Vorrunde in der Landesliga u12

Ende gut, alles knapp

Das dieser letzte Spieltag in der USV Spielstätte kein leichter Gang werden würde, war schon vorher klar. Die beiden halleschen Mannschaften waren, nach dem bisherigen Saisonverlauf, vielleicht leicht favorisiert. Dazu der FC Germania Köthen, ebenfalls ungeschlagen, mit 7:1 Mannschaftspunkten. Allerdings musste der SV Rote Turm Halle II nur mit 7 Armen und der USV Halle ohne Carlo Patzschke antreten, der kurzfristig erkrankt war. Die SG Einheit Staßfurt kam als Außenseiter und ging als der große Gewinner. Und dies nach einen überzeugendem Auftritt. Aber von Anfang an:

SVRT - Staßfurt

SVRT – Staßfurt

Unser Team hatte zunächst ein Problem: Joris Wähler konnte, wegen seines Schlüsselbeinbruchs, die Züge nicht selber aufzeichnen. Friedrich Boye wurde als „Schreiber“ danebengesetzt und notierte die Züge gegen Mia Schwenke. Aber auch Joris musste Striche machen, laut Schiedsrichter Jürgen Gutsche, wegen der Anzahl der Züge…
Joris begann, trotz des Handicaps, sehr offensiv und stand wohl im Mittelspiel leicht besser, mit leichtem Materialvorteil. Doch diedrei anderen bekamen zunehmend Probleme. Johann hatte mit Schwarz lang rochiert und kam nie zu eigenem Spiel. Sebastian Haubold nutzte das konsequent und gewann schnell. Finn Prudlik begann gut, doch sein Angriff am Königsflügel war ohne wirkliches Konzept und versandete schnell. Sein Gegner, Christian Haubold, konterte eiskalt und setzte Finns König, nach 90 Minuten, fast in der Brettmitte Matt. Es stand 0:2. Joris musste ein Remisangebot von Mia Schwenke im 37. Zug ablehnen. Doch vielleicht wäre die Annahme besser gewesen, denn Mia Schwenke spielte das Endspiel mit ihrem weißfeldrigen Läufer + Turm gegen Springer und Turm stark und drohte sogar Matt auf der Grundreihe. Inzwischen hatte Joris auch zwei Bauern weniger, dazu kam Mias Freibauer. Doch als Joris, im 48. Zug, auch den Springer einstellte, durfte er aufgeben. Richtig zum spielen kam auch Janosch Berger, am 4. Brett, gegen Marvin Halasz, nicht. Auch er zu Beginn, etwas aktiver, übersah dann im Mittelspiel eine Bauergabel mit Leichtfigurenverlust, versuchte danach alles, doch am Ende war Janosch völlig ohne Chance und durfte, nach 36 Zügen, aufgeben. Nach zwei Stunden war die deutliche 0:4 Niederlage für unsere Zweite perfekt und das Team so gut wie aus dem Rennen um die zwei Finalplätze, zumal der USV knapp, mit 2,5:1,5 gegen Köthen gewann.
In der Pause nahm ich die fünf nochmal zusammen. Der „Wiederaufbau“ muss wohl geklappt haben, denn ich sah gegen die Köthener ein völlig anderes Gesicht unserer Mannschaft, ja ein völlig anderes Team. Friedrich durfte dieses Mal spielen und Janosch musste schreiben.
Stark vor allem die hinteren Bretter. Joris Wähler beherrschte Gastspieler Tobias Röther total und gewann durch Aufgabe, nach nur 25 Minuten. Und obwohl Tobias Röther kräftig mithalf, es war eine tolle Angriffspartie sozusagen mit links! Die starke Dame hätte, im Angriffswirbel zum Schluss die weiße Dame gewonnen. Auch Friedrich Boye hatte gegen Andre Jesiolkowski (übrigens ebenfalls Gastspieler) viel Lust am (offensiven) Spiel. Am Anfang mit leichten Problemchen im Sizilianer, vor allem mit 5. …e5 6. Sg5, hatte er dann eine starke c- Linie im Spiel auf die lange weiße Rochade und am Ende einen Turm mehr. Mit dem Turm und der neuen Dame setzte er, nach 44 Zügen Matt. Erfreuliches auch von Johann Pietsch, in seiner Partie gegen Wen Tao Lin. Der Köthener hatte in der vorigen Runde, mit starkem Endspiel mit zwei Springern, nach über drei Stunden, immerhin Anastasia Voigt besiegt. Johann griff am Dameflügel beherzt an und gewann mit einer schönen Kombination im 27. Zug einen Springer und bildete einen starken Freibauer. Kurz vor der Verwandlung gab sein Gegner auf und unser Team führte 3:0. Nun begann das große Rechnen, während Finn noch spielte. In der anderen Begegnung waren die Staßfurter schnell, am 4. Brett, in Führung gegangen. Die weiteren Berechnungen ergaben, dass unsere Zweite bei einem 2:2 zwischen dem USV und Staßfurt und einer Niederlage von Finn raus gewesen wäre. Doch die heute sehr starken Staßfurter machten gegen den USV den „Sack zu“. Vor allem Mia Schwenke mit ihrer starken Partie gegen Johannes Knüpfer (mit Läufer, Springer und Randbauern) stellten die Weichen in Richtung zweiten Sieg. Zwar besiegte Anastasia Voigt an Brett 1 Sebastian Haubold, doch Marten Lischka nahm, nach knapp drei Stunden das Remisangebot von Christian Haubold an und ließ unsere Kinder jubeln. 1,5 Brettpunkte gaben den Ausschlag für die Finalteilnahme unserer Zweiten. Nur nehmen wir nicht das 2:2 (vom USV) mit ins Finale sondern das 0:4 gegen Staßfurt. Aber Schach ist eben kein „Ponyhof“.
Fakt ist aber: der SV Rote Turm Halle ist mit zwei Teams im u12- Finale, sagenhaft.

  • © 2019 Schachverein Roter Turm Halle e.V.
    Nutzung der Bilder ohne vorherige Einwilligung ist nicht erlaubt!
Top