Landesliga Vorrunde, Staffel Süd u12, 2. und 3. Runde

Glück im Unglück

Die 2. und 3. Runde wurden als zentrale Runde in Merseburg ausgetragen. Unsere Mannschaft traf gleich zu Beginn auf erstarkte Gastgeber und ich hatte die Mannschaft entsprechend vorgewarnt und vorbereitet. Till (B) wurde aus Geburtstagsgründen durch Till ersetzt und dann ging es los. An allen Brettern ging es von Beginn an spannend zu, ein harter Kampf um jeden Brettpunkt.

SVRT - SV Merseburg

SVRT – SV Merseburg

Den ersten erkämpfte Till Gollmann, mit klarem Mattplan, konzentriert in keiner einfachen Partie am 4. Brett. Sehr souverän auch Jaron am Spitzenbrett gegen Jonathan Burghardt. Jaron gewann im 14. Zug die Dame und mit starkem d- Bauer die Partie. Am aufregendsten war allerdings die Partie von Marek am 3. Brett gegen Tommy Vu. Es war ein Endspiel entstanden, indem Marek mit Springer und Läufer gegen einen starken Turm kämpfen musste. Beide spielten, angesichts der komplizierten Stellung im „Ein- bis Zweiminutentakt“ und ähnlich wie in der Vorwoche im Südharzcup geriet Marek in eine Mattfalle, weil beide Leichtfiguren dem weißen König nicht halfen. Marek stand kurz vor dem Matt, doch dieses Mal war auch etwas Glück auf seiner Seite, weil dieses Mal patzte der Merseburger, der nach eigener Aussage „gern mit Türmen spielt“. Anstatt den Läufer zu gewinnen und zwei Züge später Matt zu setzen, zog er 38. Tb1 „Matt“ (meinte er). Doch nun zog Marek den Läufer dazwischen und der Computer zeigte irgendwas mit 0.00 (Remis). Doch wie Marek dann die Partie vollends kippte, das war Klasse! Tommy Vu hatte den a- Bauern unterschätzt und als er die Verwandlung verhindern wollte, kam die Springergabel mit Turmgewinn! Emotionen pur! Nach 70 Minuten führte unser Quartett 3:0. Georg wollte gegen eine stark spielende Ritaj Mamous Remis anbieten, doch noch ließ ihn Jaron weiterspielen. Doch am Ende nahm Georg das Angebot an. Ein überraschend hoher 3,5:0,5 Erfolg also.
Nach knapp zwei Stunden hieß der nächste Gegner SK Roland Weißenfels. Eine lösbare Aufgabe, dachte ich. Doch nicht nur ich irrte gewaltig. 350 DWZ Punkte mehr im Durchschnitt sind eben nicht alles. Speziell die hinteren Bretter enttäuschten. Nach nur 19 Minuten stellte Till einzügig die Dame ein und gab, nach 19 Zügen, sofort auf. Nur wenig später nahm Marek ein ungültiges Remisangebot an. Allerdings konnte sein Gegner, Paul Knesebeck, eigentlich zweizügig Mattsetzen und so bekam Marek für seine schwache, schnelle und lustlose Partie auch noch einen halben Punkt. Damit wuchs allerdings automatisch der Druck auf die Spitzenbretter. Doch auf Jaron war Verlass. Gegen Benjamin Baruch Riemer war er deutlich überlegen und setzte, nach 37 Zügen mit Turm, Springer und Läufer, geschickt Matt. Georg hingegen tat sich erneut sehr schwer, trotz Mehrbauer. Er verpasste einige Chancen, die Partie frühzeitig zu entscheiden und geriet, nach 90 Minuten, mit nur noch 35 Minuten, in ein Springerendspiel mit jeweils 5 Bauern. Georg hatte in der gesamten Partie immer Vorteile (im 36. Zug +2,48). Doch dann stellte er plötzlich seinen Springer ein und gab drei Züge später einfach auf. Die Mannschaft hatte 2,5:1,5 verloren und ich konnte nur Frank Kister gratulieren. Das Ende aller Hoffnungen für eine Finalqualifikation für den Roten Turm!? Doch das war es noch nicht.
Als ich in Halle das Ergebnis eingeben wollte, stellte ich fest, das Georg gar nicht gegen Paul Michael Kersten spielen musste, sondern gegen Benjamin Riemer. In der Landesturnierordnung Punkt 3.10 heißt es: „Bei fehlerhafter Brettbesetzung haben alle zu tief eingesetzten Spieler ihre Partien verloren (außer für die DWZ-Berechnung). Ein Spieler ist dann zu tief eingesetzt, wenn vor ihm ein oder mehrere Spieler mit einer höheren Rangnummer spielen oder nicht spielberechtigt sind…“
Heißt formell haben wir das 2. Brett und damit den wichtigen Wettkampf 2,5:1,5 gewonnen und Weißenfels verliert auch noch einen Mannschaftspunkt gegen Teutschenthal (eigentlich 3:1, nur aber wohl 2:2). Ist tragisch, aber für uns Glück im Unglück. Ich habe sofort Frank Kister angerufen und beim Staffelleiter Protest eingelegt. Mal sehen, was kommt!

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