LJMM u14 Heldrungen

Für die meisten Angereisten war es unschwer, analog zum Pferderennen eine Zweierwette zu wetten und die Quoten wären wahrscheinlich im Promillebereich über dem Einsatz. Den erwarteten Sieg erzielten die Schachzwerge (1884) vor dem USV (1723).
Wenn wir diese bekannten (im Land nahezu konkurrenzlosen) Schachgrößen und Kaderspieler vernachlässigen, haben die anderen 20 !!! Mannschaften einen „normalen“ DWZ Durchschnitt. (7 Mannschaften 1200 – 1500, 8 Mannschaften 1000 – 1200 und 5 Mannschaften unter 1000)

Das ist vielleicht auch der Grund für die wachsende Begeisterung für diese Veranstaltung. Auch wenn es zur Siegerehrung und beim Blick auf die Abschlusstabelle den berechtigten Zweifel an unserer Mannschaftaufstellung gab, weil mit einer Bestbesetzung ein Medaillenplatz möglich war, verweise ich auf die Klugheit der Kinder, die sich zu drei ausgeglichenen Mannschaften selbst bestimmt haben. Unsere Spielerinnen und Spieler wollen sich ja auf die Mädchen – und U 12 – Meisterschaften konzentrieren.

Und für alle, die es nicht wahrhaben wollen: Kinder, Jugendliche und auch Erwachsene schaffen ein analoges Wochenende ohne WLAN und TV.
Diese Meisterschaft ist also ein Treffen mit olympischen Gedanken, wo alle respektvoll und friedlich mit – und gegeneinander spielen. Hart im Wettkampf, nett in der Freizeit. Er ermöglicht ein Kennenlernen neuer Teilnehmer, Eltern und Betreuer und mehr noch als bei Einzelwettkämpfen die Identifikation mit dem eigenen Verein.

Ein Lob an die Organisatoren. Viele unserer Kinder wären natürlich gern schon am Nachmittag zu Hause gewesen, aber wie können 5 Runden sonst geplant werden. Eine dritte Runde am 2. Tag nach dem Abendbrot? Vielleicht, aber das wäre schon hart für Spieler und Schiedsrichter. Auch würde es viele um die oben angedeutete analoge Beschäftigung bringen. Am Freitag mit 2 Runden starten? Sobald Unterrichtszeit verloren geht, würden allein aus unserem Verein viele Kinder verzichten, weil das Nachholen zu anstrengend ist. Also bleibt frei nach Leibnitz zu konstatieren: Die vom Veranstalter frei geschaffene Turnierplanung ist nicht perfekt, aber sie ist die beste aller möglichen.

Ein noch größeres Lob an die Kinder, die leicht zu führen und zu betreuen waren. Deshalb hatten die BetreuerInnen Frau Gaschütz, Frau Tretner und ich ein angenehmes Wochenende. Ja und Schach wurde natürlich auch gespielt. Eine namentliche Nennung ist den anderen Teilnehmern gegenüber ungerecht. Dennoch gilt es, zwei Gesamtleistungen und zwei Einzelleistungen ausdrücklich zu würdigen:
Ungeschlagenes Brett 1 mit 4 aus 5 Julius Pietsch
Ebenfalls traumhafte 4 aus 5 Calvin Meurer
Charlotte erzielte mit Schwarz ein Remis gegen Ole Zeuner und
Jaron revanchierte sich für die LEM mit einem Sieg gegenüber Landesmeister Alexander Walter.

Frank Pietsch

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