Stadtmeisterschaft 2019

Nicht ganz so toll, aber …

Dreifacherfolg bei den Jüngsten

Unser Trio

Unser Trio

Schon zur Eröffnung dieser Meisterschaft hatte Helmar Liebscher vom USV Halle von einer „Entwertung der Kreismeisterschaft“ gesprochen. Und in der Tat, seit der überraschenden Öffnung aller Turniere bei der Bezirksmeisterschaft in Heldrungen im Januar 2020 wurden bei diesem Turnier weder in der AK u8 noch in der AK u10 und auch nicht in der AK u12 um Qualifikationsplätze gekämpft. Umso erstaunlicher, dass Turnierleiter Peter Pallas trotzdem 34 Kinder (2018: 30), darunter 6 Mädchen (2018: 8) begrüßen konnte.
Für unseren Verein gab es wie immer in den letzten Jahren Licht und Schatten.

David

David

Ganz helles Licht für den SV Roter Turm gab es in der jüngsten Altersklasse u8. Mädchen sind hier leider weit und breit nicht zu sehen, dafür waren 7 Kinder, darunter sogar ein Kindergartenkind, mit viel Eifer dabei. Strahlender und klarster Sieger des Tages war am Ende unser David Fritzsche. Nach jeder Runde kam David zu mir und behauptete: „Ich habe schon wieder gewonnen!“ Bereits in Runde 1 gab es das Siebenminutenfinale gegen Ezzedin Awwadeh. David gewann mit zwei Damen und auch Knut Meurer kam, mit Treppenmatt, zum ersten Sieg. Interessant auch Runde 2 als Ezzedin auf Knut traf. Knut hatte lange Zeit einen Turm mehr, aber am Ende gewann Ezzedin sicher, ebenfalls mit 2 Damen. So hatten unsere drei Jungs die Verhältnisse nach zwei Runden geklärt und feierten am Ende einen starken dreifachen Erfolg mit zwei Besonderheiten. David gewann tatsächlich alle Partien und Knut musste sich die überraschende Bronzemedaille noch mit drei anderen Kindern teilen, die tatsächlich in allen drei Wertungen gleich waren. Zum Glück hatte ich ausreichend Bronzemedaillen besorgt. Ezzedin gewann übrigens, nach 2018, erneut Silber.
Nicht ganz so gut verliefen die drei anderen Turniere für unseren Verein. In der AK u10w war leider nur eine der drei gemeldeten Mädchen gekommen und die Favoritin, Helen Lischka, war ganz froh, dass Sariana Hesse nicht spielte. So gab es drei leichte Siege für die neue Stadtmeisterin. Für Helene Shirobokov (Kreativitätsschule) war es das erste Turnier nach sechs Wochen Training. Speziell in der letzten Runde, gegen Emily Pohle, war sie absolut gleichwertig, konnte sogar mehrfach einzügig Matt setzen, doch fehlte hier deutlich die Erfahrung.

Frederik

Frederik

In der AK u10m erkämpfte unser Verein im letzten Jahr die Plätze 2 und 3. Das wiederholte sich 2019. Der spannende Zweikampf zwischen Frederik Fiedler und Gustav Polzin (USV) hielt bis zur letzten Runde an. In Runde 4 trafen beide direkt aufeinander. Frederik bot, vielleicht etwas voreilig, nach nur 17 Zügen, Remis an, dass Gustav schnell annahm. Konnte er auch, er hatte 2,5 Buchholzpunkte mehr. In der letzten Runde löste der USV Spieler alle Probleme im Vereinsduell gegen Jakob Mickley. Freddy hingegen musste über 50 Minuten kämpfen und sicherte mit dem Sieg über Jannik Sandhop (USV) erneut Platz 2. Till Gollmann startete mit einer Niederlage, nach nur 19 Zügen, gegen Gustav in das Turnier, gewann dann aber alle Partien. Auch unser dritter Vertreter, Oskar Pabst, kann am Ende ganz zufrieden sein, wenn da nur das Matt setzen nicht wäre! Ein Remis war natürlich ein Patt (K+D+T gegen König!) und ein voller Punkt war auch ein Patt, weil sein Gegner behauptete, „er wäre jetzt Matt“. Dennoch sind 2,5 Punkte und Platz 6 ganz gut, auch er trainiert erst seit August regelmäßig im Verein.
In der AK u12w konnte Alyson Kniesche vom USV, bei Abwesenheit unserer drei Mädchen, ihren Titel souverän verteidigen. Erneut hielt sie im starken Jungenfeld mit 3,5/ aus 5 sehr gut mit.

Finale u12

Finale u12

Doch in dieser Altersklasse musste man vor allem auch Glück in der Auslosung haben. Alyson zum Beispiel hatte es, indem sie den direkten Vergleich sowohl mit Johannes Knüpfer als auch mit Marten Lischka vermeiden konnte. Und ein weiterer Faktor kam noch hinzu: Carlo Patzschke stieg, nach nur zwei Runden, krankheitsbedingt aus. Doch sein Ausscheiden wirkte sich natürlich auf das Endergbnis aus, hatte Carlo doch in der 1. Runde, nach hartem Kampf und Blättchenfall, Marek Mischkewitz besiegt. Marek steckte diese Niederlage weg und spielte in der Folge ein sehr starkes Turnier und dies gegen sehr starke Gegner (die ersten Drei!). Folge davon war die mit Abstand höchste Buchholzwertung des gesamten Feldes (16,5)! So gewann er, in Runde 2, ein spannendes Bauernendspiel im Vereinsduell gegen Till Baude, dann besiegte er die u12w- Meisterin, Alyson Kniesche, weil diese bei eigenem Mattangriff das Matt in eins mit Läufer und Dame übersah, und in einer Superpartie Marten Lischka (beide USV). In einem Bauernendspiel hatte Marek gegen Marten einen Springer mehr und machte alles richtig. „Magnus Carlsen hätte es genauso gespielt…“ lobte der Reideburger Trainer, Rainer Lüdigk, ihn fast schon zuviel und so lag Marek vor der letzte Runde sogar vorn. In dieser hochdramatischen letzten Runde gehörte er und auch Georg dann zu den tragischen Helden. Für Georg Spinka sind Stadtmeisterschaften noch nie eine wirkliche Erfolgsgeschichte gewesen. Niederlage nach Zeit, in Remisstellung gegen Marten Lischka, kampfloser Punkt gegen Carlo Patzschke, Remis, in leicht besserer Stellung, gegen Johannes Knüpfer waren seine durchwachsene Bilanz vor der letzten Runde. Und das Wechselbad der Gefühle setzte sich auch in dieser Schlussrunde fort. Er traf auf Alyson, stand zunächst etwas schlechter, dann besser und stellte dann die Dame ein. Doch Georg kämpfte sich, mit wie immer wenig Zeit, zurück und hätte Remis reklamieren müssen. Ein Remis allerdings ohne Wert für ihn. So unterlag er, in der allerletzten Partie der KEM. Bei Marek hätte, im echten Finale, ein Remis zum Titel gereicht. Doch der Zweite des Vorjahres, Johannes Knüpfer, war in dieser letzten Partie der clevere Spieler und gewann nach 40 Minuten und 74 Zügen das lange Zeit ausgeglichene Bauernendspiel. Nach den leichten Erfolgen von Marten Lischka gegen William Siemoneit und dem kampflosen Punkt von Christopher Gatzsche vom Reideburger SV 1990 (gegen Carlo Patzschke) gab es noch nicht mal die eigentlich verdiente Medaille, sondern die Plätze 4 und 5 für Marek und Georg.
William Siemoneit war gegen Johannes Knüpfer und Marten Lischka völlig ohne Chance und erkämpfte 1,5 Punkte gegen Luis Walther (Kreativitätsschule) und Leonie Dietze (GS Friesen). Ähnliches gilt für Till Baude, der übrigens gegen den späteren Dritten Remis spielte.
Luis Walther, vor vier Wochen noch im Anfängerturnier, hingegen kann sehr zufrieden sein. 1,5/ aus 5 sind okay. Sein Problem: übersehene Drohungen.
Eine Bilanz fällt somit schwer. Nach zwei Titel und 8 Medaillen 2018 gab es 2019 nur einen Titel und 4 Medaillen. Eines muss man somit anerkennen: der USV ist wieder die Nummer 1 in Halle.

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