6. Spieltag Bezirksklasse

Knapp verloren ist auch verloren

Nach zuletzt zwei Auswärtsspielen in Folge erwartete uns nun mit der WSG Halle Neustadt II ein Topteam der Bezirksklasse zu unserer nächsten Heimpartie.
Ich hatte mich noch gar nicht richtig hingesetzt, da war es gefühlt auch schon wieder vorbei am 1. Brett. Mein Gegner Helmut Jessen bot mir nach ca. 50 Minuten mit der Bemerkung „hier ist ja gar nix los“ Remis an. Nach kurzer Überlegung und im Vertrauen auf meine Teamkollegen nahm ich dieses auch an. Somit hatte ich genug Zeit die restlichen Partien live mitzuerleben. Es dauerte fast noch eine Stunde bis an Erics 3. Brett eine Entscheidung nahte. Es war ein Turmendspiel mit je 2 Bauern entstanden, wobei Eric seinen schwarzen b- Bauern bis auf die vorletzte Reihe vorgeschoben hatte. Sein Gegner blockierte dessen Umwandlungsfeld allerdings mit dem Turm und der weiße König schirmte alle umherliegenden Felder geschickt ab. Mit einem lauten „Remis“ bot der Neustädter auch hier die Punkteteilung an. Eric überlegte kurz, spielte aber weiter und hatte einen Plan. Nur einen Zug später folgte die Ungenauigkeit mit dem Zug Ke1. Dies ermöglichte Eric nun die Königsopposition einzunehmen. Der eigene Turm konnte die Bauerndeckung aufgeben und Richtung Grundreihe schielen, wo entweder ein Matt oder die Umwandlung zur Dame drohte. Dies war Anlass genug die Partie aufzugeben und wir gingen in Führung. Diese währte allerdings nur kurz, denn Joris war am
4. Brett letztlich chancenlos im Endspiel, nachdem er im Mittelspiel eine Qualität und 2 Bauern verlor.
Wie man Endspiele stark zu Ende bringt, zeigte diesmal Alexander am 6. Brett. Er war mit Turm und Springer, sein Kontrahent mit Turm und Läufer und jeweils 7 Bauern ausgestattet. Nach Abtausch der Leicht- wie Schwerfiguren spielte es Alexander dann perfekt. Seine Bauern sperrten den gegnerischen König sämtliche Vormarschwege ab, sein eigener König hatte dagegen zwei Möglichkeiten in die schwarze Stellung einzudringen, die nur noch vom generischen König vereitelt werden konnte. Um dies aufzuhebeln musste er „nur“ noch mittels Zugzwang den gegnerischen König weglotsen. Als dies
geschah, erfolgte sofort die Aufgabe und wir gingen wieder 2:5 zu 1:5 in Führung. Zu diesem Zeitpunkt liebäugelte ich noch mit einem Mannschaftspunkt, der allerdings eher auf der Partie von Jaron beruhte. Das Spiel von Ian am 5. Brett war wohl längst verloren, nachdem im Mittelspiel eine Leichtfigur für einen Bauern abhanden gekommen war. Am 2. Brett stand Jaron nach über 2 Stunden
Spielzeit eigentlich ganz sicher, allerdings ohne groß eigene Initiative ergreifen zu können. Spätestens nach g3 verschlechterte sich die eigene Königsstellung zunehmend, da sich nun dem gegnerischen weißfeldrigem Läufer samt Dame gefährliche Diagonalen öffneten. Auch die letzte Verteidigung in Form eines Springers wurde mit einem Turmopfer beseitigt und das Matt auf g2 war nicht mehr abzuwenden. Nun durfte auch Ian die Partie aufgeben und unsere knappe 2:5 zu 3:5 Niederlage gegen den neuen Tabellenführer der Bezirksklasse war besiegelt.
Markus Wähler

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