Jugend-BEM Halle 2020 in Heldrungen (04.01.)

Der erste Tag, 04.01.2020

Nach den erfolgreichen Höhepunkten zum Ausklang des alten Jahres gibt es jetzt wieder Basisarbeit. Dirk Michael, rühriger Veranstalter, würdigte die Erfolge der Teams aus dem Schachbezirk Halle zur Eröffnung. Es gab Beifall. Dann begann in Thüringen die Bezirkseinzelmeisterschaft des Schachbezirkes Halle. Mehr Teilnehmer als im vorigen Jahr (mit der Öffnung aller Turniere wurde der Abwärtstrend der letzten Jahre vorerst gestoppt). Bleibt abzuwarten, ob Masse auch Klasse ist?
Unsere Delegation ist wieder sehr zahlreich, nochmal drei Kinder mehr als im vorigen Jahr.
Wir sind in allen Turnieren vertreten. Organisationsprobleme waren da vorprogrammiert.
Aber ich will nicht klagen, wenden wir uns dem schachlichen Geschehen zu. Ich will versuchen, einen informativen Gesamtüberblick zu geben.
Besonders freut mich, dass wir in der AK u8 in Mannschaftsstärke vertreten sind.
Mit dieser, meist chaotischen und viel zu lauten Altersklasse will ich auch gleich beginnen. David Fritzsche erklärte zunächst allen stolz, dass er „Stadtmeister“ ist und legte oder soll ich schreiben fegte ganz schnell los. Mit 3/3 fix und erfolgreich. Zeit spielte bei seinen souveränen Siegen keine Rolle, meist bekam er die Dame geschenkt. Zunächst besiegte er Oskar Wünsch (SK Roland Weißenfels), dann gab es zwei Vereinsduelle. Knut Meurer wehrte sich in der 2. Runde 33 Züge ganz schön: „Ich dachte schon, ich verliere…“ und Ezzedin Awwadeh verlor in Runde 3 durch Schäfermatt in etwas mehr als einer Minute. Auch Julian Brückner, erst seit kurzem neu im Verein, startete insgesamt gut. In seiner Auftaktpartie unterlag er allerdings Ezzedin durch viel zu schnelles Spiel. Dennoch fällt Julian durch sein ruhiges, langsameres und überlegtes Spiel auf. Auch er erhielt Damegeschenke und gewann in der 2. und 3. Runde gegen Lukas Mühlenberg und Jean Luca Noack (beide SF Hettstedt). Auch mit den anderen kann man sehr zufrieden sein. Ezzedin, von David gestoppt kam zu einem zweiten Sieg in Runde 2 gegen Oskar Möller (SF Hettstedt) und selbst Knut mit 1,5 Punkte liegt mit im vorderen Feld. Knut Meurer, mit schnellem Remis in Runde 1 gegen David Rogoshin (USV Halle), gewann in der 3, Runde mit klarem Mattplan mit Dame und Turm gegen Gedeon Riemer (SK Roland Weißenfes). Sehr erfreuliches also bei unseren Allerjüngsten.
Das kann man bei unseren beiden in der AK u10 nicht ganz so sagen. Obwohl Frederik Fiedler bei 2 aus 3 steht. Gegen Ben Erik Zander (SF Hettstedt) gewann er früh Material und auch gegen Benjamin Marx (SG 2011 Sennewitz) gab es den vollen Punkt. Leider loste der Computer bereits in der Nachmittagsrunde 3 die Spitzenpartie Gustav Polzin (USV Halle) gegen Frederik aus. Gustav war in der 1. Runde sogar spielfrei, weil Björn Wötzel (Teutschenthal) nicht gekommen war. Frederik wirkte sichtlich müde, ohne Ideen. Gustav tat einfach mehr für den Sieg, spielte aktiver. In einem Turm- Bauernendspiel schaffte Gustav den Durchbruch in die schwarze Stellung und Frederik musste nach über zwei Stunden und 95 Zügen aufgeben.
Unser zweiter Starter, Matteo Bormann, hatte mit Sicherheit keinen guten Start in seine zweite BEM. Und dabei zeigte er, dass er spielerisch durchaus mithalten kann. In der Auftaktpartie gegen Thomas Marx (SG 2011 Sennewitz) hatte er lange Zeit eine Figur mehr und konnte, nach 38 Zügen einzügig Matt setzen. Nach „spielfrei“ in Runde 2 begann er gegen Theodor Kah (Naumburger SV 1951) gut, doch grobe Fehler kosteten ihm jeweils Material und die Partie. Ein klares Problem sind Konzentrationsmängel, dazu kommt schlechte Notation. Dennoch bleibt natürlich auch diese AK spannend.
Das gilt in vollem Umfang natürlich auch für die AK u12. Zunächst gab es schmerzliche, ungeliebte Vereinsduelle und immer betraf es Jaron Rumpold. In der ersten Runde traf er auf Marek Mischkewitz, der zunächst sogar einen Bauern mehr hatte, dann aber nach Fehler verlor. Dann musste er gegen Georg Spinka spielen. Eine hart umkämpfte und vor allem lange (über zweieinhalb Stunden) und anstrengende Partie für beide. Georg musste schließlich, mit zwei Bauern weniger aufgeben, aber dadurch begann die gesamte AK u12 rund 20 Minuten später. Die kurze Pause (rund 10 Minuten) erwies sich für Jaron als zu wenig. Er traf sofort auf Hieu Tran Minh (SF Hettstedt) und hatte schnell zwei Bauern weniger. Es war die letzte Partie des Tages. Auch sie dauerte schon wieder über drei Stunden. Wegen des Abendessens musste sie sogar unterbrochen werden. Doch Jaron sprach schon von schneller Aufgabe und tat das dann auch mit einen Frei(bauern) weniger in der letzten Partie des ersten Tages. „Teamkollege“ Georg gewann in Runde 1 souverän gegen Constantin Born (SF Hettstedt) und musste in der 3. Runde gegen Jonathan Burghardt (SV Merseburg) ran. Mit einer Figur mehr machte er sich die Sache selber schwer, doch eine Springergabel mit Turmgewinn im 38. Zug brachte die Entscheidung. Zuvor hatte sein Gegner, am 37. Lxg5 über 20 Minuten überlegt und doch keinen Ausweg gefunden. Genau wie Georg hat auch Marek Mischkewitz 2 Punkte auf seinen Konto und „erledigte“ wichtige Pflichtaufgaben. Nach der guten Partie gegen Jaron gewann er, mit starkem Mattplan gegen Constantin Born und nach zweieinhalb Stunden gegen Felix Neuber (SG 2011 Sennewitz). Nach übersehenem Spieß mit Turmverlust kämpfte er im Endspiel mit 5 Bauern und starkem schwarzfeldrigen Läufer gegen drei Bauern und Turm. Am Ende setzte er, mit zwei Damen, sicher Matt. Vierter im Bunde ist Till Baude, Bezirksmeister u10 des Vorjahres. Er hat es erwartungsgemäß schwer und traf gleich in Runde 1 auf Hieu Tran Minh. Gegen den Favoriten kämpfte er immerhin 58 Züge wurde aber dann von Turm und neuer Dame Matt gesetzt. In Runde 2 gewann er gegen Baruch Riemer und dann auch gegen Dean Merker (beide SK Roland Weißenfels) und ist damit auch wieder im Rennen. Allerdings gibt es deshalb morgen früh das nächste Vereinsduell: Till gegen Georg! Hier kommen 5 Spieler weiter!
Von den Partien der AK u14m-u18m habe ich, auf Grund dauernder Analysetätigkeit, leider nur wenig gesehen. Doch einer unserer Spieler, der hier auch mit einer Grippe kämpft, machte in den ersten beiden Runden auf sich aufmerksam: Friedrich Boye! In der 1. Runde erfolgreich gegen Erik Seidemann, SF Hettstedt gewann er auch die 2. Runde am Spitzenbrett gegen Ruven Müller vom Klostermansfelder SC. In einem Endspiel mit Springer und Freibauer ließ sich sein Gegner das gesamt Dameendspiel zeigen. Friedrich gewann nach 81 Zügen. Nicht so gut startete Ian Fiedler ins neue Jahr. Schon das schnelle Remis, nach 49 Zügen, ist zu wenig. Aber seine Niederlage gegen Finn Prudlik (GW Granschütz), nach nur 18 Züge fiel deutlich aus, obwohl er vielleicht zu früh aufgegeben hat.
Die AK u16 und u18 spielt in diesem Jahr ein gemeinsames Turnier, Das ist neu und wohl nicht gut. Von 11 Teilnehmern sind fünf von unserem Verein und einer vorberechtigt für die LEM u14m. Laut Turnierleitung ist die LEM 2020 hier ein Open und keine Qualifikation über BEM erforderlich (Auch die u16?? Unsere Jugendlichen in einem sinnlosen Spaßturnier?? Und das im großen Rittersaal. Sah zu Beginn fast so aus. Leider gab es auch hier gleich ein Vereinsduell Matti Adelmeyer gegen Eric Koch. Das freute vor allem Matti, der nach 28 Zügen gewann. Ansonsten gab es, bei lösbaren Aufgaben, nur noch einen halben Punkt von Calvin Meurer gegen Richard Rothe (USV Halle). Matti gewann dann auch das wichtige Spiel gegen Stefan Neuber (SG 2011 Sennewitz). Doch auch in Runde 2 wurde die Gesamtbilanz nicht besser. Zwar wurde Calvin eine gute Partie gegen Pascal Neuber (USV Halle) bescheinigt, doch stand am Ende eine Niederlage. Ein Vereinsduell gab`s auch wieder. Alexander Iziumschi gewann, nach schneller Erstrundenniederlage gegen Oliver Krüger gegen Karl-Josef Mielewsky mit Matt nach 41 Zügen und Eric Koch erkämpfte gegen John Arlet (SV Motor Zeitz) ein Remis.
Im Mädchenopen gab es dieses Mal keine gute Entscheidung der Turnierleitung, die lautete: gemeinsames Turnier u10 und u12. Und auch hier meinte es die Computerauslosung nicht gut mit uns. Bereits in Runde 1 trafen Sariana Hesse und Helen Lischka (USV Halle) aufeinander. Sariana verlor Material und ihr Plan ging auch nicht richtig auf, dann bot sie, im 29. Zug Remis, das Helen annahm. Doch in der 2. Runde unterlag sie Sandra Lulei, SV Merseburg. Fast ohne Gegenwehr ließ sie sich hier Matt setzen. Damit geht sie mit nur einem halben Punkt in das Vereinsduell mit Annabelle Fiedler. Diese traf es besonders hart in der Auftaktrunde. In ihrer Partie gegen Lina Honigmann (Klostermansfelder SC) war sie klar überlegen, verpasste ein Matt in 1 und selbst im Dameendspiel, indem sie zwei verbundene Freibauern besaß, fand sie nicht die Züge zum Damegewinn oder Dametausch. Zum Schluss ließ sie sich noch einzügig Matt setzen. Im Vereinsduell gegen Marina Wand kam sie dann zu einem relativ leichten Sieg. Mit Neuling Marina bin ich eigentlich recht zufrieden, wenn sie nur mal ihre erarbeiteten Chancen nutzen würde, so in Runde 1 gegen Emma Unsöld, Teutschenthaler SC.
Ein wenig Glanz bei den Mädchen kam es einer überraschenden u12- Ecke. Viel Freude haben mir heute die Partien von Maria Seibicke gemacht. Nach einem starken Auftaktsieg in einer u12- Partie gegen Sandra Lulei mit vielen tollen Ideen, erreichte auch sie gegen Helen Lischka ein (allerdings geschenktes) Remis. Nach Helens Damegewinn war eigentlich alles entschieden, aber Maria kämpfte mit zwei Türmen, frechem Springer und Freibauer weiter. Mit 7 Bauerneinheiten weniger bot sie im 47. Zug Remis, das Helen annahm.
Als erste im ganzen Turnier überhaupt beendete Tessa Meurer ihre Auftaktpartie. 28 Züge in knapp 30 Minuten waren gegen die Favoritin, Ritaj Mamous (SV Merseburg) viel zu schnell, um den Hauch einer Chance zu haben. Spielfrei in Runde zwei darf sie nun, mit 1 Punkt gegen Helen Lischka (1 Punkt) als drittes Mädchen aus unserem Verein spielen. Wie das Leben so spielt.
Gute Nacht!

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