Landesmannschaftsmeisterschaft u14 2020 in Heldrungen

Der 1. Tag, 6. März 2020:

Landesmannschaftsmeisterschaften u14 – das Schachevent in der Schachhauptstadt von Thüringen in Heldrungen 2020. 19 Mannschaften hatten gemeldet, eine musste wegen Krankheit leider absagen. Trotzdem hatten die rührigen Veranstalter um Aaron Gröbel bereits vor Abschluss der Anmeldung ausgelost. Will sagen, die Ansetzungen standen schon fest, bevor alle Teams eingetroffen waren. Wir waren dieses Mal mit zwei Teams virusfrei angereist, mit starkem Trainer- und Betreuerteam. Das Wetter war nicht so toll, aber es ist ja ein Wasserschloss!
Unsere erste Mannschaft mit Anton, Charlotte, Nelly und Jaron traf auf die SG 2011 Sennewitz, die Zweite auf den an Nummer 1 gesetzten hohen Favoriten USV Halle I. Doch zuerst gab es einige hilfreiche, lustige oder sinnlose Tipps gegen das Coronavirus. Gegen das schnelle Spiel halfen diese Hinweise der Turnierleitung jedenfalls nicht, die meisten Partien waren nach etwas mehr als anderthalb Stunden beendet. Für unsere acht galt das so eigentlich nicht. Als erste beendete Nelly ihre Partie gegen Thomas Marx. Sie bezeichnete sie nicht ganz zu Unrecht als „langweilig“. Nelly kümmerte sich wenigstens noch „um ein schönes Matt“ nach 44 Zügen. Auch Anton hatte mit Alexander Haase nur zu Beginn ein paar Schwierigkeiten. Dann räumte ein Freibauer etwas auf und Anton gewann sicher. Auch Charlotte gewann ihre Partie gegen Hendrik Ehrath, immerhin einem Teilnehmer an der DEM in Willingen. „War ein hartes Stück Arbeit“, meinte ich, was Charlotte als schwere Kritik empfand. Entschuldigung! Ich denke, Hendrik Ehrath hat eine sehr gute Partie gegen unsere Favoritin gespielt. „Er hat einen Turm eingestellt…“, meinte Charlotte noch und entschwand.

Jaron

Jaron

Blieb noch Jaron, der in dieser 1. Runde am längsten für die Erste am Brett saß. Doch die Partie gegen Benjamin Marx war früh entschieden und eigentlich nur eine Frage der Abwicklung. Jaron wickelte in ein schönes Matt ab, besonders als der Sennewitzer seinen Turm von der Grundreihe zog. Also das erwartete 4:0 für unsere 1. Mannschaft.

Kommen wir zu unserer 2. Mannschaft mit ihrer schier unlösbaren aber reizvollen Aufgabe gegen den USV Halle I. An Brett 4 traf Georg Barrot auf Wenzel Natebus. Georg begann im Sizilianer ganz gut. Doch Züge, die keinen Sinn machen, sind hier gefährlich. Eine weiße Dame marschierte auf h6 und Georg unterschätzte die Gefahr von 21. Sg5. Das Matt war nicht mehr abzuwehren und nach 80 Minuten ging der Favorit in Führung. Der DWZ- Unterschied zwischen Friedrich Boye und Gero Schulemann am 1. Brett lag so bei etwa 600. Friedrich versuchte die paar Punkte „wegzukämpfen“, doch es gelang ihm nicht. Bald spielte der Vizelandesmeister gegen den Kaderspieler mit einer Figur weniger und musste nach ca. zwei Stunden und 31 Zügen aufgeben. Doch für seine Mannschaftskameraden Joris Wähler und Ian Fiedler ging es jetzt erst richtig los. Beide kämpften hervorragend und besaßen Chancen für ein Remis. Joris hatte sogar eine kleine Falle mit Damegewinn gestellt! Der Saal hatte sich bis auf vier Paare merklich gelehrt, der Wettkampf am Tisch 1 dauerte schon fast drei Stunden. Doch da patzte Joris plötzlich. Td7 tat mir körperlich weh, der schwarzfeldriger Läufer holte den Turm ab und nun ging es ganz schnell. Zu viele Bauern sorgten für eine neue Dame und Pascal Neuber auch hier für ein „schönes Matt“. Doch am Brett 3 ging es immer noch weiter. Ich muss jetzt eine endlich eine junge Dame erwähnen, die wohl auch meine Berichte liest und sich meist benachteiligt fühlt. Muss ich jetzt immer aufpassen, was ich schreibe.

Anastasia - Ian

Anastasia – Ian

Ian Fiedler und Anastasia Voigt, Landesmeisterin in dieser Altersklasse, spielten im inzwischen leeren Spielsaal einsam ihre Partie. Vielleicht der Höhepunkt des ersten Tages! Ian hatte mich schon wegen Remis gefragt. Ich hatte zugestimmt. Anastasia erwähnte nur kurz: „Ich möchte noch etwas weiterspielen.“ Natürlich, sie hatte einen Bauern mehr, rund 20 Minuten mehr Zeit und die bessere Stellung. Doch Ian kämpfte gegen den starken Turm, verbundene Bauern. Doch Anastasie erwies sich als Meisterin und Ian musste 21.39 Uhr, nach drei Stunden und 15 Minuten aufgeben, ein großer Kampf und für beide ein „sehr langer Arbeitstag.“ Ich gratulierte natürlich Anastasia. Ich liebe Mädchenschach! Der Turnierleiter bezeichnete die „Partie als ausgekämpft…“ Doch sind wir mal ehrlich. Für beide war das ganz schön hart so spät noch konzentriert zu spielen. Sofort nach dem Ende dieser Partie kam dann die neue Auslosung. Anastasia darf morgen vielleicht gegen Johannes Knüpfer im Vereinsduell spielen, unsere Erste trifft auf Motor Zeitz und die Zweite auf die Zweite vom USC Magdeburg. Darauf einen „Sandeman“, gute Nacht!

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