Landesmannschaftsmeisterschaft u14 2020 in Heldrungen

Der 2. Tag, 7. März 2020:

„Sie haben es nicht geschenkt bekommen…“, meinten einige zum USV-Sieg gestern gegen unsere Zweite, ein weiteres Kompliment für unsere Jungs und ein Glückwunsch für eine gute Leistung, per Handschlag gratulieren darf man ja nicht mehr.

SVRT - Zeitz

SVRT – Zeitz

Doch nun zum heutigen Vormittag. Unsere Erste spielte gegen SV Motor Zeitz, eigentlich gegen den SV Merseburg/ Grün-Weiß Granschütz/ SV Motor Zeitz. Ein Trio dominierte, nur am 1. Brett dominierte die Theorie. Nelly, sehr ideenreich, brachte dann, mit klugem Dameopfer im 22. Zug, die Entscheidung in ihrer Partie und Matthias Schwarz musste aufgeben. Wenig später gewann Charlotte ihre Partie gegen Finn Prudlik mit starkem d- Bauer und vielen Ideen. Auch Jaron, seit dem 8. Zug durch viele passive Züge seines Gegners klar überlegen, profitierte letztlich von einem eingestellten Turm von Felix Kunisch. In der gemeinsamen Analyse wurde die ständige Initiative von Jaron deutlich. Anton, zwischenzeitlich mal mit Minderbauern, schaffte in einer farblosen Partie noch ein Remis gegen Halles Bezirksmeister Simon Donath. Somit ein klarer 3,5:0,5 Sieg.
Ganz anders der Verlauf beim Spiel der Zweiten vom USC Magdeburg und des SV Roter Turm, beide übrigens fast genau mit dem gleichen DWZ-Durchschnitt. Hier beherrschte Styjn Schönherr, vor allem mit starken e und f- Bauern, Georg Barrot klar. Ebenso klar beherrschten Joris Wähler und Ian ihre Gegner. Joris nutzte nach ausgeglichenem Beginn die Schwächen der langen schwarzen Rochade von Eric Bartelheimer, gewann Material und setzte, nach nur 19 Zügen, Grundreihenmatt. Seit dem 20. Zug spielte Ian Fiedler gegen Arvid Rieke mit einem Turm mehr, war deutlich überlegen und setzte letztlich Treppenmatt. Doch einen Mannschaftssieg gab es trotzdem nicht. Friedrich Boye hat, zugegeben, eine schwere Aufgabe am 1. Brett. In einer turbulenten Partie gegen den erfahrenen Henning Hostmann gab es zu viele falsche Entscheidungen von Friedrich, im 28. Zug stellte er einen Läufer ein. Wenig später nutzte er eine Chance zum Dauerschach nicht und unterlag dann gegen einen Freibauer im 44. Zug. Also nur ein 2:2.
Wir wussten es schon kurz vor dem Mittag: in Runde 3 würde das hallesche Derby steigen, mit allen Fassetten. Ein wichtiges, aber noch nicht entscheidendes Spiel des Turniers mit dem man rechnen musste. Unsere 2. Mannschaft bekam mit der 4. Mannschaft der Schachzwerge Magdeburg erneut eine lösbare Aufgabe.

USV - SVRT

USV – SVRT

Das hallesche Stadtderby war spannend, ausgeglichen und hier dicht umlagert. Acht Teilnehmer an der LEM 2020 saßen am Brett. Am reizvollsten, von der Papierform, natürlich das ewige Duell zwischen Nelly und Anastasia Voigt. Doch nach der inhaltlosen Partie bei der LEM durfte man die Erwartungen nicht zu hoch schrauben. Es ist für das Spiel nicht gut, wenn man sich sehr genau kennt, viel Respekt vor einander hat. So war es auch dieses Mal. Zwar wurden die Farben mal wieder getauscht, Nelly hatte Weiß, doch die Partie dauerte nur vier Züge länger als die Partie in Magdeburg, endete aber genauso. Beide Seiten dürften etwas vorbereitet haben und so freuten sich wenigsten die Trainer, wenn an den Brettern die vorbereiteten Züge aufs Brett kamen. Es waren sehr viele. Und damit zurück zur Partie Anastasia – Nelly. Schottisch war vorbereitet, ich hatte Recht mit 4. …Lc5. Schnell wurde vieles getauscht, im 23. Zug schließlich die Damen. Brav wie beide eben sind, erreichten sie rund zwei Drittel der Computerzüge (18). Nach 26 Zügen waren dann alle Figuren abgetauscht und beide weigerten sich, mit je 6 Bauern weiterzuspielen, Anastasia hatte angeboten und Nelly stand mit 0,13 im Minus, na, ja.
Wenig später kam auch Charlotte mit ihrem verdienten Remis gegen Pascal Neuber. Auch dieses „Pärchen“ hatte sich während der gesamten Partie fast komplett neutralisiert, hier stand allerdings Charlotte, nach 28 Zügen und Pascals Angebot, mit 1,3 im Plus, obwohl das Anton anders einschätzte.
Ich fand den Wettkampf, trotz der beiden Remis, sehr spannend. Carola und Yury waren inzwischen mit einem Bötchen rund um die Wasserburg unterwegs.
Es stand also, nach etwa drei Stunden 1:1. Jaron hatte gegen Wenzel Natebus gut begonnen (+2,5 nach 18 Zügen!), aber vielleicht mit seinem Zentrumsbauer (d) etwas zu viel riskiert. Nach dem 24. Zug kippte die Partie komplett zugunsten des USV-Spielers. Am Ende gewann er souverän das Bauernendspiel. Wenig später fragte dann auch Anton Yury, ob er Remis anbieten konnte, obwohl er doch selbst der Mannschaftskapitän ist. Im Verlauf der Partie am Spitzenbrett konnte niemand auch nur kleinere Vorteile erarbeiten. Anton erhielt Zustimmung und die knappe Niederlage, nach dreieinhalb Stunden war perfekt. Trotz der 1,5:2,5 Niederlage war es ohne Zweifel ein Wettkampf auf Augenhöhe. So gesehen muss man nicht enttäuscht sein.
Und auch die zweite Mannschaft unterlag mit diesem Ergebnis gegen den Letztgesetzten, der 4. Mannschaft der Schachzwerge Magdeburg, und dies ist wohl eine bittere Enttäuschung. Enttäuschung auch, weil es spielerisch einfach nicht läuft, vor allem bei Friedrich und Georg. Georg unterlag, nach knapp 20 Minuten, erneut durch eine übersehene Mattdrohung. Auch Friedrich verlor erneut. Dieses Mal gegen Katja Teltsch (DWZ: 964!) nach zu vielen Fehlern, übersehenen Drohungen und vor allem viel zu schnellem Spiel. Dadurch stieg erneut der Druck auf die beiden Mittelbretter. Ian hatte in seiner Partie gegen den Vizelandesmeister u8m, Jeremias Schlange, keine Probleme und gewann, nach 39. Zügen sicher.

Joris

Joris

Blieb Joris in der Partie gegen Tamara Schlange. Doch auch er hatte von Beginn an ziemliche Schwierigkeiten, verlor eine Figur und stand eigentlich deutlich auf Verlust oder „breit“, wie man in der Schachsprache so sagt. Mit zwei schwarzen Schwerfiguren auf der 2. Reihe, insgesamt 6 Bauerneinheiten weniger bot er, ohne es aufzuschreiben, im 39. Zug Remis. Er hat es wohl nur seiner sehr gnädigen netten Gegnerin zu verdanken, dass die Mannschaft noch einem halben Punkt dazu bekam. Platz 15 für unsere 2. Mannschaft und Platz 3 für die Erste, die morgen den USC Magdeburg II bekommt, da verstehe einer das Schweizer System. Die zweite Mannschaft darf gegen den Naumburger SV 1951 morgen um Wiedergutmachung kämpfen.
Ob das klappt, werden wir morgen wissen. Allerdings bei der Disziplin was die Nachtruhe bei den Jungs auch heute wieder betrifft, habe ich so meine Zweifel. Bis morgen.

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