Landesmannschaftsmeisterschaft u14 2020 in Heldrungen

Der 3. Tag, 8. März 2020:

Eigentlich hätten ja alle weiblichen Betreuer, zum Beispiel die von der SG 2011 Sennewitz, Carola Tretner, ein Blümchen erhalten müssen, denn es ist Internationaler Frauentag.
Eine der Fragen des Tages aber lautet: Gibt es dieses Jahr eine Medaille für den Roten Turm bei dieser LMM?
Auf jedenfall hatten unsere beiden Teams einen Superstart in den letzten Tag, denn es gab erstmals zwei Siege in einer Runde.
Unsere 1. Mannschaft traf auf den USC Magdeburg II und hatte nur wenige Probleme. Nelly, mit Bauern mehr, wehrte zunächst alle Angriffe von Arvid Rieke ab, verbesserte dann ihre Figuren und fand, im 18. Zug eine Läufergabel zwischen beiden weißen Türmen. Wenig später ermöglichte ihr Gegner ein Matt in drei und unser Team ging in Führung. Auch Charlotte gewann sicher gegen Erik B. Während der gesamten Partie kritisierte der Magdeburger Trainer die Spielweise von Anton, der selbst wohl auch nicht zufrieden war. Doch da Henning Hostmann seine Chancen nicht nutzte, entschied hier der letzte Fehler mit Leichtfigurenverlust. Unsere Mannschaft führte 3:0. Jaron hatte speziell zu Beginn und zwischen dem 16. -19. Zug, etwas Glück, dass sein Gegner, Maximilian Dietz, nicht die besten Züge fand. Doch dann verbesserte Jaron seine Stellung und ärgerte sich dann, das Remisangebot angenommen zu haben, mit +3,8 für ihn. Da aber Brettpunkte wahrscheinlich nicht entscheiden, ist der 3,5:0,5 Sieg schon in Ordnung. Unser Team bleibt mit vorn.
Erfreulich ist auch der erste Sieg der Zweiten! Vier Runden hat es gedauert. Im Spiel gegen den Naumburger SV 1951 hatte Georg allerdings bereits im 12. Zug einen Springer verloren und war danach völlig ohne jede Chance gegen Karl Gotter und vot allem ein starkes Läuferpaar. Er gab im 54. Zug auf. Doch Ian Fiedler erfüllte relativ locker seine Aufgabe gegen Bezirksmeister Theodor Kah. Doch diese Partie war eigentlich bereits nach 16 Zügen entschieden. Ein schnelles Matt war möglich. Ian wollte noch etwas spielen, gewann dann geschickt die schwarze Dame und nach 34 Zügen die Partie. Auch auf Joris war wieder Verlass. Auch hier fiel die Entscheidung früh. Sein Gegner, Christoph Rösiger, stellte im 20. Zug einen Läufer ein und sechs Züge später wurde die weiße Dame eiskalt von zwei schwarzen Springern gefangen. Christoph ließ sich dann noch 20 Züge das Matt mit Dame und Bauer zeigen und das Team führte. Doch dieses Mal durchbrach Friedrich Boye das Gesetz der Serie. Er gewann zunächst zwei wichtige Bauern am Dameflügel und marschierte dann mit dem b- und c- Bauern los. Ole Krüger gab im 30. Zug, kurz vor der Verwandlung auf und da war er: der erste Sieg der Zweiten!

SVRT 2 - Hettstett 2

SVRT 2 – Hettstett 2

Und der dieses Mal liebe Computer meinte es scheinbar gut mit uns! In der letzten Runde traf unsere 1. Mannschaft auf die Schachzwerge Magdeburg II und die 2. Mannschaft auf die SF Hettstedt II. Doch dass hier nichts leicht geht, dass zeigte sich an diesem Nachmittag, obwohl wir an allen Brettern deutlich besser besetzt waren.
Zunächst war alles gut. Nelly gewann gegen Maurice Michael Knoche schnell eine Figur, im 31. Zug einen Turm und mit vielen schönen Ideen und Treppenmatt den ersten Punkt. Doch schon zu diesem Zeitpunkt zeigte sich, dass es Probleme geben würde. Anton hatte einen Bauern weniger, Charlotte ärgerte sich über einen eingestellten Turm und auch Jaron musste gegen eine stark spielenden Anna Dornheim aufpassen. Nach zwei Stunden sah sogar alles nach einer Niederlage aus. Der USV führte zu diesem Zeitpunkt gegen die erste Vertretung der Schachzwerge mit 2:0, Anastasia Voigt hatte gegen Jonathan Schlage (Schachzwerge Magdeburg I) gewonnen.
Charlotte und Jaron kämpften erstmal weiter. Da kam die nächste schlechte Meldung. Anton hatte gegen Johannes Petzold verloren. Immer relativ passiv, mit Bauern weniger, es war nicht Antons Turnier. Im Willen, den Bauern zurückzuholen, übersah er eine gefährliche Mattdrohung, die zum Dameverlust führte. Anton gab nach 35 Zügen auf. Meine Reaktion (wieder mal negativ): wir werden es nicht schaffen. Und es wurde nicht besser. Charlotte kämpfte zwar gegen Thaddeus Mirschel mit einem Läufer und zwei Bauern gegen Turm und zwei Bauern. Doch der Magdeburger zeigte sich stark in diesem Endspiel, dazu kam die ständige Zeitnot. Charlotte wurde nach 72 Zügen Matt gesetzt. Und trotzdem hat sie in dieser Situation im Wettkampf viel Charakter gezeigt, nicht aufzugeben, finde ich.
Da hatte unsere Zweite, mit schwachen und fehlerhaften Partien, bereits 4:0 gewonnen. Die Spieler der SF Hettstedt II machten einfach noch mehr Fehler und im Ausnutzen sind Ian, Friedrich, Joris und dieses Mal auch Georg sehr stark. Georg gewann übrigens seine erste Partie durch zwei regelwidrige Züge, ordnungsgemäß reklamiert, gegen Erik Seidemann. Die beste Partie war noch von Friedrich zu sehen (gegen Constantin Born). Allerdings bekam auch er, kurz hintereinander Läufer und Turm geschenkt und selbst Herr Michael beklagte sich, dass seine Mannschaften gegen den Roten Turm nie das bekommen, was ihnen zusteht (ist wohl etwas übertrieben!). Friedrich bekam mit zwei Damen und zwei Türmen das was ihm in dieser Partie zustand und setzte, im 43. Zug (mit fehlerfreier Notation!!) Matt.
Doch der Höhepunkt stand noch bevor. Und das ist das Schöne an diesem Sport: die ständige Spannung, das ideenreiche Spiel der Kinder, dass DWZ-Zahlen in einer konkreten Stellung manchmal keine Rolle spielen, dass ein einziger Zug entscheiden kann und dass Kinder über sich hinauswachsen können. Das tat ohne Zweifel Anna Dornheim (DWZ: 1067) gegen Jaron Rumpold. Mit einer starken Dame brachte die Sechste der u12w der LEM 2020 mit starken Angriffszügen Jaron (1522) an der Rand einer Niederlage oder zu mindestens des Dauerschachs. Hätte sie das Dauerschach gefunden, wäre der Wettkampf verloren und die Schachzwerge Magdeburg II Dritter gewesen.

Jaron

Jaron

Viele fieberten mit Jaron, der spät die Chance bekam: den Dametausch. Jaron nahm, immer noch mit Mehrbauern (und gleichfarbigen Läufern), sofort an. Was Jaron dann spielte, war allerdings stark. Anna Dornheim gab früh ihren Läufer für Freibauer Nummer 1. Dann musste man etwas auf Patt achten: „Nur nicht mit dem Läufer schlagen…!“ (Peter Rösiger, Naumburg). Doch Jaron machte das Klasse und erhielt, nach seinem Matt nach über drei Stunden (es war die letzte Partie des Turniers!) die Anerkennung aller, besonders von Mannschaftskapitän Anton Kageler. Alle anderen hatten nun für die Roten Turm gespielt und so wurde eine Schlagzeile vom Dezember 2019 wieder aktuell: WIR SIND DRITTER!“ In der späten Siegerehrung wurden besonders die ersten Drei gewürdigt, als Qualifikanten für die Norddeutsche Vereinsmeisterschaft für unser Bundesland. Unsere Zweite schaffte, mit etwas Glück, knapp die Topten und erreichte auch ihr Ziel.
Glückwunsch an den verdienten neuen Landesmeister USV Halle I und den USC Magdeburg.
Und danke an alle, die zu unserem Platz 3, mitgeholfen haben.

SVRT

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