Landesjugendeinzelmeisterschaft in Magdeburg, 11.-15.02.2020 (15.02.)

Der zweite Tag:

Für einen glänzenden Start in den zweiten Wettkampftag sorgten vor allem unsere Jüngsten. Julian und David in der Altersklasse u8 machen uns hier weiterhin sehr viel Freude und sind schwer zu besiegen. Julian Brückner hieß dieses Mal der erste Sieger des Tages. Nach nur 9 Zügen (verlängertes Schäfermatt) gewann er gegen Leopold Stoye (USV). David konnte sich etwas ausruhen („Spieler hat spielfrei“). Dann gewann er in der 11-Uhr-Runde sicher gegen Lotte Nönnig (Schachzwerge Magdeburg) nach ebenfalls 9 Zügen (er schrieb diese Partie fehlerfrei mit!) mit Dame+Springer. Etwas länger, nämlich 35 Minuten musste Julian gegen Felix Schüler (Union Schönebeck) kämpfen. Mit starkem Angriff mit drei Figuren, tollen Plänen und Läuferopfer gewann er diese Partie. Und auch in der 5. Runde waren beide erfolgreich! Allerdings ging das nicht mehr so schnell, auch bei nachlassender Konzentration. David gewann gegen Abby Blumrodt (Schachzwerge Magdeburg) in einer etwas chaotischen Partie und auch Julian siegte gegen Paul Patzschke (SK Dessau 93) nach 40 Zügen. Damit haben unsere beiden, nach 5 Runden, bisher noch keinen Punkt abgegeben. Das gab es, glaube ich, auch noch nicht!
Etwas gedrückter war die Stimmung nach den beiden Runden in der Altersklasse u10w. Sariana vergab heute, mit nur einem (glücklichen) halben Punkt, eine große Chance. In der Frührunde traf sie auf Nelly Sandau (SG Einheit Staßfurt). Sie opferte nach 8 Zügen auf g5 eine Leichtfigur. Doch der Plan ging nicht auf. Die amtierende Landesmeisterin u8 konterte stark und stand klar besser (+5,6) mit zwei Figuren mehr. Umso unverständlicher, warum die Staßfurterin, nach 30 Zügen, das Remisangebot von Sariana annahm, nach nur knapp 30 Minuten. In der Nachmittagsrunde traf Sariana auf Laura Marie Rössler (Schachzwerge Magdeburg). In dieser wichtigen Partie setzten beide auf Angriff. Während die Schachzwergin am Königsflügel mit Turm und Dame auf der h- Linie drohte, spielte Sariana mit toller Idee auf die lange weiße Rochade. Sariana fand das Matt in 6 leider nicht und so war die Magdeburgerin den einen Zug schneller und setzte eine enttäuschte Sariana im 22. Zug mit Läufer und Dame Matt, nachdem sie keine Abwehrmöglichkeiten mehr gefunden hatte, schade.
Enttäuschung auch bei Tessa Meurer in der Altersklasse u12w. In der 2. Runde versuchte sie gegen Mohadese Naderi (SV Kali Wolmirstedt) die Dame einzufangen, was auch fast gelang. Allerdings hatte sie zuvor, im 4. Zug, einfach einen Springer eingestellt: 4. Sg5?? Dxg5. Doch sie gewann die Figur zurück und stand, nach 20 Zügen mit +4,6 klar auf Gewinn. 21. Tf3 hätte wahrscheinlich zum schnellen Matt geführt. Stattdessen setzte ihre Gegnerin den Angriff am Dameflügel gnadenlos bis zum Matt auf a2 fort. Auch diese Partie zeigte wieder, dass sie wichtige, spielentscheidende Entscheidungen, oft auch viel zu schnell, zu ihrem Nachteil trifft. Gegen Alyson Kniesche vom USV Halle war sie auch nicht chancenlos, grobe Fehler waren nicht zu sehen und nach dem Dametausch im 25. Zug schien ein Remis im Bereich des Möglichen. Im Doppelturmendspiel gab Tessa leichtfertig einen starken Freibauer (f) auf und auf der offenen Linie drangen die Türme von Alyson in die Stellung ein. Doch das Matt in 5 muss man erstmal finden und das spielte dann Alyson sehr stark zu ende.
Nun zu unseren Jungen in der Altersklasse u12m und damit zu einem weiteren bisher Enttäuschten bei dieser LEM: Marek Mischkewitz. Auch er verlor heute beide Partien. In der 2. Runde gegen Marek Brauer war er 30 Züge absolut gleichwertig, sogar überlegen mit starkem Angriff im Zentrum mit Freibauer. Doch wenn man diesen mit einer Figur weniger abschließt, kann man das Endspiel gegen einen starken Läufer und später das reine Turmendspiel nicht halten. In der Nachmittagsrunde gab es gegen Nils Magnus Kuhlmann (VfL Gräfenhainichen) schon Probleme in der Eröffnung (Bauerngabel). Ins Endspiel ging er dann mit zwei Leichtfiguren weniger und wurde, gewissermaßen als Höchststrafe, vom h- Bauern Matt gesetzt.
Jeweils einen Sieg verbuchten Georg und Jaron. Georg Spinka bot gegen Leon Elias Schambier (SG Einheit Staßfurt) eine sehr gute Partie und gewann sicher nach 29 Zügen. Jaron hingegen hatte gegen Christian Haubold (SG Einheit Staßfurt) einen sehr schweren Stand und gab selbstkritisch einige kleine Fehler zu. Bereits im 7. Zug geriet er in Nachteil und verbrauchte vor allem sehr viel Bedenkzeit. Allerdings fand sein Gegner auch nicht die stärksten Züge (20. Zug: -0,3 aus der Sicht von Jaron). Doch viele Züge danach geschahen wohl auch in Zeitnot und waren meist ungenau. Beim Blättchenfall im 33. Zug, also 7 Züge vor der Zeitkontrolle, stand er mit 1,8 im Minus, eigentlich schade. Dann kam es leider tatsächlich zum ersten Vereinsduell zwischen Jaron und Georg. Und es war wohl auch wenig „Frustabbau“ bei Jaron, denn er war von Beginn an deutlich überlegen, hatte schnell eine Leichtfigur, später einen Turm mehr. Dreieinhalb Stunden dauerte der ungleiche Kampf bis Jaron, mit zwei Türmen, im 64. Zug Matt setzte.
Die Glanzpunkte des Tages aus unserer Sicht. setzte jedoch ein unglaublich starker und dabei relativ lockerer und entspannter Anton Kageler in der Altersklasse u14m. Er ist in der unmittelbaren Spitze angekommen und greift mit großer Leichtigkeit vielleicht sogar nach dem Titel. Erster Gegner heute war Robin Schiffner (USC Magdeburg). In einer starken Partie setzte der e- Bauer im 33. Zug Matt. Es war eine Partie, die man kurz folgendermaßen charakterisieren kann: jeder hat vier Figuren. Bei dem einen machen alle Figuren was (Anton), beim Gegner machen die Figuren fast gar nichts. Eine Steigerung erfuhr der Tag noch in der Nachmittagsrunde gegen den an Nummer 2 gesetzten Michael Pikalow (USC Magdeburg) der schon in früheren Partien so seine Sorgen mi Anton hatte. Dieses Mal kam er praktisch gar nicht zum spielen. Anton diktierte über vier Stunden das Geschehen auf dem Brett und selbst bei der Analyse erzählte Anton im entspannten Plauderton über seine Pläne und Ideen, ohne dass ich zu Wort kam. Er führt jetzt und ist auf einem guten Weg.
Niederlage und Sieg gab es für Friedrich Boye im OPEN der Altersklasse u14. Allerdings bewies Friedrich in jeder Partie, dass er im Turnier mithalten kann. Nach einer Niederlage gegen Wen Tao Lin (Cöthener FC Germania 03) dem aktuellen Tabellenführer, gewann er gegen Tom Pearce (Schachzwerge Magdeburg) durch Matt im 30. Zug.
Nun zu den Mädchen in dieser Altersklasse u14w. Charlotte Derling hatte mit Tamara Schlange (Schachzwerge Magdeburg) in Runde 2 die leichtere Aufgabe und gewann sicher nach 52 Zügen. Überhaupt war es für Charlotte ein starker Tag mit zwei Punkten. Am Nachmittag spielte sie von unserem Verein am längsten (über 4 Stunden!) und gewann schließlich gegen Nele Hanisch (USC Magdeburg), besonders durch ein starkes Endspiel. Ihre Mutti, gerade angekommen, konnte gleich gratulieren. Zwischen sehr schwer und unlösbar und sehr leicht waren die Aufgaben für Nelly. Sie machte heute, in zwei Partien nur 31 Züge! Die Spitzenpaarung gegen Elina Heutling (Schachzwerge Magdeburg) dauerte nur 19 Züge, dann gab Nelly, die für den Angriff von Elina überhaupt kein Gegenmittel fand, bitter enttäuscht auf. Nur 17 Minuten hingegen dauerte die Partie gegen Tahera Naderi (SV Kali Wolmirstedt). Nach 13 Zügen gewann sie, dieses Mal wieder lächelnd, durch Aufgabe.
Und zuletzt noch zu den „Großen“ in der Altersklasse OPEN u16/u18: Neuling Alexander Iziumschi bleibt weiter ohne Punkte. Es gab zwei Niederlagen, unter anderen gegen Siegfried Hoffmann (Rochade Magdeburg) nach 28 Zügen. Über die zweite Partie kann ich nicht berichten, weil auf geheimnisvolle Weise der Notationszettel verschwunden ist. Der Siegeszug von Matti Adelmeyer wurde durch Mitschüler Florian Dietz gestoppt. Matti war mit sich nicht zufrieden und sprach wenig über diese Partie. Beide analysierten noch miteinander. Nach 36 Zügen hatte er aufgegeben. In Runde 3 kam allerdings auch er zum 2. Punkt. Ein Mehrbauer reichte gegen Siegfried Hoffmann zum relativ schnellen Erfolg im Bauernendspiel.
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