Landesjugendeinzelmeisterschaft in Magdeburg, 11.-15.02.2020 (15.02.)

Der dritte Tag:

Ich hatte gestern noch vergessen, Bilanz zu ziehen. Wenn ich mich nicht verrechnet habe, wurden aus 26 Partien 15,5 Punkte geholt. Das heißt: 26,5 aus 40 in der Gesamtbilanz. Heute wird ja nur am Vormittag gespielt.

David

David

Das vielleicht schwerste Programm hatten heute unsere beiden Helden in der Altersklasse u8. Allerdings setzte David seine Siegesserie zunächst fort. Gegen Mattis Tom Nitsch benötigte er 12 Minuten und 15 Züge bis zum Matt. Spannender und länger war die Partie zwischen den an Nummer 1 gesetzten Long Nguyen und Julian. Long hatte schon vor der Partie mit: „Ich bin sowieso der Stärkere“, alles klar gemacht. Doch erst nach der ersten eingestellten Figur nach 16 Zügen befand sich der „Stärkere“ vom USC Magdeburg auf der Siegerstraße. Und weitere grobe (Konzentrations)Fehler von Julian machten dann, nach 45 Minuten, alles klar. Long hätte wohl auch schon früher Matt setzen können. Dann folgte Runde 7 und da gab es die Partie: Erster gegen Zweiter (David Fritzsche gegen Jeremias Schlange, Schachzwerge Magdeburg). Es war ein würdiges Spitzenspiel, indem David eigentlich dominierte. Doch er spielte seinen Angriff nicht zu Ende, dann war kurzzeitig Dauerschach angesagt, Remis war es dann immer. David musste in der Folge noch einen Freibauer „entschärfen“ und ließ sich dann leider, nach 54 Zügen, einzügig Matt setzen. David bleibt auf Platz 2, Julian ist Vierter.

Sariana

Sariana

Ebenfalls 50% der Punkte gab es in der Altersklasse u10w. Bin ich aber wohl auch etwas mitschuldig, weil ich Sariana nur unzureichend vorbereitet habe. Gegen ihre Dauerkonkurrentin, Svenja Hoffmann (Schachzwerge Magdeburg) war sie dieses Mal ohne Chance. Dann gab es etwas Hektik, weil irgendwer die Anfangszeit der 6. Runde sinnloserweise vorverlegt hatte. Sariana kam etwas zu spät, gewann aber, mit 4 Minuten weniger Zeit, gegen Emi Grundel-Kawano (USC Magdeburg) sicher. Die Gegnerin opferte zur Verhinderung des Matts noch die Dame. Na und, setzt eben der Springer Matt! Sariana ist weiter Vierte, mit Anschluss zur Spitze.

Tessa

Tessa

Tessa Meurer in der Altersklasse u12w bleibt weiter bei einem halben Punkt. In ihrer heutigen Partie gegen Anna Dornheim (Schachzwerge Magdeburg) war sie nach einem eingestellten Springer (wieder auf g5!) eigentlich ab dem 10. Zug ohne Chance. Die Partie dauerte 24 Minuten… Und die Gegnerinnen werden nicht leichter…
Bei den gleichaltrigen Jungs in der Altersklasse u12m gab es eigentlich lösbare Aufgaben, doch sie erkämpften heute nur 50% der Punkte. Freude aber bei Marek Mischkewitz! Gegen Theodor Durban (1. SC Anhalt, an 16 gesetzt) kam er total überlegen, mit zwei Mehrfiguren, zur ersten Sieg. Das Mattsetzen fiel etwas schwer, hat er aber bei der LEM eben noch nie gemacht! Jonathan Schlange hingegen holte sich von unserem Verein schon den 2. Punkt. Jaron verlor diese für ihn sehr wichtige Partie ziemlich deutlich, obwohl bis zum 18. Zug alles in bester Ordnung war, weil Jaron die Vorbereitung umsetzte. Zwei Fehlzüge brachten dann den brutalen Angriff von Jonathan ins Rollen.
Lange gut aus sah es hingegen bei Georg. Er war Favorit gegen Toni Schäfer (SK Dessau 93). Doch ohne Ideen geht es eben nicht, wenn der Gegner keine Fehler macht. Im 17. Zug lehnte er ein Remisangebot ab, doch nach einem fehlerhaften Abtausch sechs Züge später musste er froh sein, dass sein Remisangebot im 29. Zug angenommen wurde. Mit diesen Ergebnissen hängen unsere Jungs im tiefen Mittelfeld fest.

Anton

Anton

Den heutigen 50% Trend setzte auch Anton Kageler in der Altersklasse u14m fort. Florian Böhm (1. SC Anhalt) erwies sich als unangenehmer Gegner und so war ein Remis folgerichtig. Anton bleibt vorn und optimistisch, aber die Verfolger haben nur einen halben Punkt Rückstand.
Im u14 OPEN schaffte Friedrich Boye, trotz klarer Überlegenheit ab dem 18. Zug, nur ein Remis gegen Tobias Röther (Cöthener FC Germania 03). Nach 23. Lxh7+ geriet er die Falle der dreifachen Zugwiederholung. Friedrich ist jetzt Dritter.
Bei den Mädchen, im u14w-u18w OPEN gab es endlich einmal den Direktvergleich zwischen Anastasia Voigt (USV Halle) und Nelly Adelmeyer, ein erstes u14w- Finale. Ich hatte mir einiges von dieser Partie versprochen, doch Nelly kommentierte danach: „Es war wirklich nichts los…“ Man kann auch sagen: es war enttäuschend langweilig! Im Fußball würde man sagen, die Partie lebte von der Spannung. Aber selbst die war nach 12 Zügen raus. Es ging einfach nichts und so nahm Anastasia das Angebot von Nelly, nach nur 22 Zügen (Sofia-Regel??) an. Charlotte musste gegen Henriette Wolff in ein schwieriges Bauerendspiel. „Sie hat einen Fehler gemacht,“ meinte Charlotte, die ihre Siegesserie fortsetzen konnte.
Fast schon wettbewerbsverzerrend war dann die Auslosung für Runde 5. Die Mitbewerberin im Kampf um den u14- Titel, Anastasia Voigt, im Moment mit einem Punkt Rückstand Dritte, ist morgen spielfrei, erhält einen kampflosen Punkt, unglaublich (ungerecht) dieses Schweitzer System!
Im u16-u18 OPEN gab es erfreuliche Meldungen: Alexander Iziumschi kam zum ersten halben Punkt gegen Fabian Helbig! Damit haben wir niemanden mehr mit Nullpunkten! Matti fand die Partie, mit Naserümpfen, nicht so toll. Doch ein Freibauer verbreitete so viel Angst, dass das Remisangebot nach über 50 Zügen angenommen wurde. Matti Adelmeyer selbst war heute Mr. 100 Prozent, denn er gewann seine Partie gegen Fayez Al Halabi (ohne DWZ/ USC Magdeburg) durch Aufgabe nach 33 Zügen. Bilanz heute: 8,5 aus 16, wohl nicht so toll!
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Der vierte Tag:

Einen „entscheidenden Tag“ nannten einige den heutigen vorletzten und dies zu recht. Der letzte Tag mit Doppelrunde, in der Altersklasse u8 wurden sogar drei Runden gespielt.
In Runde 8 gab es hier das Spitzenspiel Julian Brückner gegen den Tabellenführer Jeremias Schlange, übrigens unter strenger Aufsicht unseres Maskottchens, dem „Roten Turm“. Und das Maskottchen brachte Glück! Julian benötigte für seinen Sieg nur 14 Minuten! Läufer und Dame sorgten für die Sieg und das Turnier der Jüngsten ist nun noch interessanter geworden. Einen kleinen schachlichen Schutzengel in dieser Frührunde hingegen hatte David Fritzsche. Das Remis gegen Paul Patzschke (SK Dessau 93) war sehr glücklich, weil die Partie klar verloren war. David missachtete die Sicherheit des Königs und spielte in dieser Partie ohne Ideen. Zwei Remisangebote, mit zwei Figuren weniger, von David lehnte der Dessauer ab, stellte aber drei Züge später einen Turm ein. Dann einigten sich beide doch auf Remis, was den Trainer von Paul nicht freute! In der 11-Uhr Runde saß Julian erneut an Brett 1 gegen Mattis Nitsch. Dieses Mal kam das Matt mit Springer und Dame auf g7, lustigerweise wieder in 15 Zügen. Und auch in der dritten Runde des Tages, in Runde 10 gewannen beide! David gegen Henrik Bartelheimer (USC Magdeburg) und Julian, dieses Mal nach 16 Zügen, gegen Abby Blumrodt (Schachzwerge Magdeburg). Prompt gab es nach dieser Runde wieder Diskussionen, besonders unter den Magdeburgern, warum unsere Kinder nicht schreiben. Im Falle von David stimmt das gar nicht und Julian macht drei Striche pro Zug. Egal: David ist vor der letzten Runde Spitzenreiter (7,5 Punkte)!! Und Julian Zweiter!! (7,0 Punkte). Es ist ein Traum!
In der Altersklasse u10w war Sariana früh spielfrei, dann traf sie auf Paula Lahne (Schachzwerge Magdeburg). In einer starken Angriffspartie gewann Sariana schnell mit Dame und Springer, ein kurzer Auftritt im Spielsaal heute. Sie ist Vierte, mit einer Minichance auf Platz 3.
Das „Hammerprogramm“ hatte Tessa Meurer heute in der Altersklasse u12w. Mit Sahra Heutling (Schachzwerge Magdeburg) und Mia Schwenke (SG Einheit Staßfurt) bekam sie kaum lösbare Aufgaben. Doch speziell in der Partie gegen Sahra zeigte sie spielerisch verbessert, hielt lange mit, spielte langsam. Und auch Mia Schwenke benötigte immerhin 45 Züge bis zum Matt.
Bei den Jungs in der Altersklasse u12m war man sich scheinbar heute Morgen einig: wir spielen alle Remis! Aber zu mindestens zwei Remis der guten Sorte. Marek Mischkewitz Partie gegen Frederik Ebers (SG Einheit Staßfurt) war ausgekämpft und gut, mit leichtem Plus für Marek. Auch das Unentschieden von Georg gegen Johannes Petzold (Schachzwerge Magdeburg) war okay. Der Magdeburger begann sehr aggressiv (3. f4, Grand-Prix Angriff). Doch so richtig kam der Angriff nicht in Gang, Georg spielte gut dagegen und stand beim Remisangebot von Johannes sogar deutlich im Plus. „Ich musste eigentlich gewinnen…“ bekannte hingegen auch Jaron nach seiner Partie gegen Toni Schäfer. Sein Remisangebot nach nur 19 Zügen ärgerte ihn im Nachhinein. Besser machte es Jaron in der nächsten Partie gegen einen überforderten, aber wohl auch nicht gesunden, Marten Lischka (USV Halle), der nach 18 Zügen aufgeben musste. Drei starke Leichtfiguren stürmten die Stellung von Marten und so hatte nur Jaron seinen Spaß. Weniger Spaß hatte der an Brett 1 geloste Georg. Dort wartete der 600 DWZ- Punkte bessere große Favorit Sebastian Haubold (SG Einheit Staßfurt). Georgs zu kritischer Vati, als Kibitz extra aus Halle gekommen, war unzufrieden mit seinem Sohn. Muss er aber nicht! Georg spielte eine gute Partie (lange weiße Rochade??) und unterlag nur durch Blättchenfall. Relativ chancenlos in Runde 6 war Marek Mischkewitz gegen Toni Schäfer (SK Dessau 93). Zu viele kleine Fehler kosteten Figuren. Mit Jaron (6.) und Georg (9.) haben wir hier derzeit zwei unter den besten Zehn.
Viel Freude machte mir heute Friedrich Boye im u14 OPEN. Und dies aus unterschiedlichen Gründen. Ein starkes Remis gegen Johannes Knüpfer (USV Halle) und eine ebenso spielerische starke Partie gegen Maximilian Dietz (USC Magdeburg). Die spannende Partie gegen den Magdeburger dauerte fast vier!! Stunden und es war ein Doppelturmendspiel mit gleicher Anzahl Bauern. Es machte viel Freude, Friedrich kämpfen zu sehen, mit dem festen Willen diese Partie zu gewinnen. Diesen Willen setzte er in tolle Züge und klare Pläne um. Als sein Freibauer zu laufen begann gab sein Gegner im 51. Zug auf. Lohn dafür ist Platz 3 nach 6 Runden den er festhalten kann!
Ähnlich geht es mir mit Anton Kageler. Was er hier in der Altersklasse u14 spielt ist einfach großartig und so nicht erwartet. In der Frührunde besiegte er tatsächlich den an Nummer 1 gesetzten Gero Schulemann (USV Halle)! Mit Alexander Walter (jetzt VfL Gräfenhainichen) wartete dann immerhin der u12- Landesmeister 2019. Alexander hatte Anton in der vorletzten Runde (in Naumburg) geschlagen. Anton versuchte alles, doch im Bauernendspiel einigte man sich auf Remis.
Und wieder ist die Konstellation in der letzten Runde schwierig. Eine Medaille hat Anton, der Spitzenreiter ist, schon. Doch welche?
Tränen und Unzufriedenheit, aber auch etwas Spaß überwogen in der Altersklasse u14w. Nicht nur weil Anastasia in Runde 5 den kampflosen Punkt erhielt und sich für die schwere Partie gegen Elina Heutling ausruhen und vorbereiten konnte. Doch die Punkte holen müssen unsere beiden natürlich auch selbst. Nelly patzte leider gegen Vanessa Hoffmann (SK Roland Weißenfels) und vor allem drei verbundene Freibauern besiegelten das schnelle Ende nach 39. Zügen. Eben auf Elina Heutling (Schachzwerge Magdeburg) traf Charlotte und auch sie versuchte alles, doch nach drei Stunden gab sie auf. Also Runde 5: Null Points. „Als schöne Partie…“ (zum Wiederaufrichten) bezeichnete Nelly dann ihre Nachmittagspartie gegen Tamara Schlange. Ein starker Angriff, viele schöne Ideen. Da war sie wieder: die „alte Nelly“ von Ende Dezember 2019. Charlotte traf nun auf Vanessa Hoffmann, dominierte, musste aber hart kämpfen. Ein Läufer regelte im Endspiel schließlich alles und eine neue Dame setzte im 45. Zug Matt.
Bleibt eine Hoffnung, denn es ist, durch diesen beiden Siegen, noch nicht alles vorbei. Eine Medaille sollten beide sicher haben. Aber, wie sollte es anders sein: unsere Mädchen zogen die „Hammerlose“ der letzten Runde mit Kristin, wie im letzten Jahr in der letzten Runde, (Nelly) und Yara Stowicek (beide USV). Und Anastasia darf gegen die schon feststehende Landesmeisterin u18 spielen, Vanessa Hoffmann. Einfach sportlich ungerecht und nicht normal.
Nicht normal ist auch das, was in den letzten drei Runden mit Alexander Iziumschi im u16/ u18 OPEN geschieht, Schweitzer System eben. In der Frührunde vergab er mit den letzten Zügen eine klar gewonnene Partie gegen Mikhail Kopvillem (1. SC Anhalt/ DWZ: 1507) durch einen falschen Springerzug. War das nicht schon Unglück, war er in der 6. Runde (zur Strafe) spielfrei. „Ich wollte eigentlich spielen…“ sagte er zum Schiedsrichter. Sein Gegner, Mahmoud Almeri (USC Magdeburg) war erkrankt. Und nun kommt der Clou! In der 7. Runde spielt er nochmal gegen Mahmoud Almeri (USC Magdeburg). Gibt es nicht? Doch hier gibt es sowas. Ich vermute ja, er ist quasi spielfrei. Alexander beschwerte sich beim Turnierleiter. Aber es hilft nichts: er wird morgen seinen zweiten kampflosen Punkt einstreichen: e4 gewinnt! Nein danke!
Bliebe noch Matti Adelmeyer, der ja im gleichen Turnier spielt. War aber nicht spielfrei, sondern er besiegte in der Frührunde Till Stockmann (Schachzwerge Magdeburg) in einer starken Partie. Das Spitzenspiel der beiden Reideburger Hugo Post und Florian Dietz endete natürlich Remis. Dann traf Matti auf Hugo Post, immer ein reizvolles Duell. Hugo stand fast in der gesamten Partie aktiver und gewann wohl zu recht. Leider habe ich von dieser wichtigen Partie nicht viel gesehen. Matti ist vor der letzten Runde, in der Gesamtwertung Dritter. Auch er hat morgen echte Medaillenchancen!
Ich freue mich auf diesen letzten (guten) Tag.

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