Deutsche Vereinsmeisterschaft u10 2021

Der 3. Tag, 14. August 2022:

DVM Runde6

DVM Runde6

FC Bayern München hieß unser Gegner in der vorletzten Runde, wieder eine lösbare Aufgabe an Tisch 20. Es heißt ja: „Zieht den Bayern die Lederhosen aus…“ Mal sehen, ob es uns schachlich gelingt. Und es war richtig unheimlich! Nach einer Stunde war immer noch kein Kind fertig! Ein gutes Zeichen, fragten wir uns? Ja! Philipp war als erster in unserem provisorischen Büro im Erdgeschoss. Schon am leichten Lächeln sah man den Erfolg. Ab dem 20. Zug war er mit seinem Spiel auf die lange weiße Rochade klar überlegen, dann fand er noch einen schönes Matt á la Philipp, mit Opfer, im 36. Zug. „Knut hat zwei Damen“, meinte er noch und das schien zu stimmen, denn der nächste Sieger stand vor mir. Sein Gegner stellte noch zwei Figuren ein, dann setzte Knut, mit klarem Plan, Matt zum 2:0. Ezzedin, mal wieder mit Leichtfigur weniger, (seit dem 9. Zug!) unterlag, nach 31. Zügen, und machte es noch einmal spannend. Doch wenig später war unser erster Mannschaftssieg perfekt. Julian hatte sich am 1. Brett, taktisch klug, auf Remis geeinigt. Sein Gegner vom FC Bayern (ohne Lewandowski) nahm es komischerweise an, obwohl er damit die Niederlage der Bayern perfekt machte. Trotzdem muss zu dem Remis am ersten Brett, was keines war, noch etwas geschrieben werden. Es war ein Bauernendspiel mit je einem Springer und Mehrbauern für Julian. Julian hatte Glück, dass Tatjana 400 Kilometer weit weg war. Für den Gewinn hatte er noch genügend Zeit und in diesem Turnier bewiesen, dass er gerade solche Endspiele eigentlich immer gewinnt. Wir haben in der Analyse (+3,4 bei Julians Angebot für ihn) sehr schnell den Gewinnweg gefunden.
Aber bei einem Sieg soll man ja nicht meckern. Witzigerweise hatten wir, vor der letzten Runde, genau unseren Setzlistenplatz inne und lagen vor den Schachzwergen Magdeburg!
Letzter Gegner hieß nun SC 1994 Oberland aus Sachsen. Doch der Kampf um eine bessere Platzierung begann wieder schlecht. Nach etwas mehr als einer halben Stunde kamen Philipp und Ezzedin mit Niederlagen. Philipp hatte zwar einen Turm gewonnen, schaute aber einfach zu, wie er auf g2 von Dame und Läufer Matt gesetzt wurde. Ezzedins Partie war langweilig und bis zum 28. Zug einfach Remis, sogar mit leichten Vorteilen für unser 3. Brett. Ein einziger Zug reichte und Weiß begann das Spiel mit Türmen und Springer auf den offenen Linien. Auch hier unternahm Ezzedin bis zum Matt gar nichts und unser Quartett lag schnell 0:2 zurück. Und Knuts Niederlage in einer, in der Analyse, nicht nachspielbaren Partie nach 80 Minuten machte unsere enttäuschende Schlussrundenniederlage perfekt. Doch auch Knuts Partie war bis weit ins Mittelspiel Remis, dann ließ deutlich die Konzentration nach. Dazu kamen bei allen erneut zahlreiche Notationsfehler.
Einzig Julian Brückner kämpfte noch um den Ehrenpunkt gegen Helena Rößler, die bisher überhaupt noch keinen Punkt erspielt hatte. Unser Mannschaftskapitän hatte, mit starkem Angriff, spätestens ab dem 30. Zug klare Vorteile, doch ließ sich seine Gegnerin aus Sachsen tatsächlich 22 Züge das Dameendspiel zeigen. Beide waren in dieser Runde das vorletzte Paar im Saal, trotzdem gab es die dritte 1:3 Niederlage und unser Team rutschte auf Platz 37 ab. Speziell Julians Vater zeigte sich bitter enttäuscht.
Enttäuscht konnte man nur von der unwürdigen Siegerehrung sein, die draußen stattfand. Große Unruhe, ein völliges Chaos. Wer seine Medaillen (für alle gab es Erinnerungsmedaillen) hatte, ging einfach, zu verstehen war kaum etwas.
Für uns begann dann ein fast 7 stündiges Leiden mit der Deutschen Bahn. Schon die über 20 Minuten Verspätung bei Abfahrt aus Düsseldorf taten sehr weh. Unsere Kinder kümmerte das zunächst nur wenig. Man traf im Abteil die Kinder der Karlsruher SF und da wurde erstmal munter Tandem, natürlich nach Knuts Regeln, gespielt. Auch wenn beim Spiel der Karlsruher der König fehlte und dafür ein 5-Cent Stück benutzt wurde, konnten Knut und Julian sogar zweimal gewinnen. In Frankfurt/ Main war natürlich der Anschluss weg, wir entschieden über Leipzig zu fahren. Die Kinder spielten, nach 5 Stunden immer noch „Mogelmotte“, doch wenn man, nach 6 Stunden, kurz vor Mitternacht auf dem Leipziger Hauptbahnhof steht, ist das nicht mehr so lustig. Weit nach Mitternacht waren hoffentlich alle zu Hause.
Soweit unser DVM Ausflug an den Rhein. Auszuwerten gibt es noch genug, Sachsen-Anhalt hat in jedemfall, mit den Plätzen 33., 34. und 37 (von 40) gesehen, wo man in dieser AK steht.

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