Landesmannschaftsmeisterschaft 2021/2022 u10 in Magdeburg

War mehr möglich?

Einige Vorbemerkungen

Auszug aus der Rahmenausschreibung LJMM für die Saison 2021/2022: „…In der AK u10 erfolgt die Qualifikation über die Bezirksligen. Die besten zwei Mannschaften jeder Bezirksliga sind für die Landesjugendmannschaftsmeisterschaften qualifiziert…“ Termine waren der 1. Mai und der 19. Juni.
Soweit so gut. Das nun in der alten Saison erneut kein Landesmannschaftsmeister u10 ermittelt, gegen Festlegungen der LSJ verstoßen und die Ergebnisse der BMM in Halle und Magdeburg einfach ignoriert wurden, zeigt die völlige Konzeptlosigkeit der LSJ. Die Hoffnung dieser nun offen ausgeschriebenen LMM auf zahlreiche Teilnahme war sowieso trügerisch. Wo sollen nach Corona Kinder und Mannschaften denn auch her kommen?
Und so war der Start bei dieser ungeliebten Meisterschaft für unseren Verein mehr eine Pflicht oder Möglichkeit, nach langer Spielpause wieder einmal, allerdings mit einem geschwächten Team zu spielen. Für mich war es, wegen der NDVM u16w auch noch ein doppelter Termin.
Am Ende hatten 7 Teams gemeldet, davon 2 vom neuen Favoriten USV Halle.
Und der USV Halle I war auch gleich der Auftaktgegner. In völlig anderer Zusammensetzung hatte es zur BMM im März im spannenden Stadtduell ein umkämpftes 2:2 gegeben. Und auch dieses Mal war es zu Beginn ein echter Kampf und Spannung an allen Brettern, allerdings ein viel zu schneller Kampf. Besonders an Brett 2, in der Partie zwischen Knut Meurer und David Rogozhin, ging es viel zu schnell bis zum Endspiel mit ungleichfarbigen Läufern.
Philipp Kappler am 4. Brett zu Beginn sogar besser, bekam plötzlich Probleme gegen Matteo Pietracito und unterlag wenig später, nach nur 30 Minuten, verlor auch Ben Zeuner gegen Leopold Stoye. Beide Partien waren nicht nachspielbar. 20 Minuten später, nach über 60 Zügen (!), einigten sich Knut und David auf Remis und besiegelten damit unsere Niederlage. Etwas länger spielte Julian Brückner (mit Schwarz) gegen David Fritsche, allerdings viel zu passiv. Am Ende stand eine schnelle und in dieser Konstellation wohl auch in dieser Höhe verdiente 0,5:3,5 Niederlage gegen den späteren neuen Landesmeister.
Viele Positives hingegen gab es in der Ersatzspielerpartie von Flora Greither. Sie gewann nach 22 Zügen die Dame, wurde dann aber Grundreihenmatt gesetzt.

Flora

Flora

In der 2. Runde trafen wir auf den Vertreter aus dem Schachbezirk Dessau, SK Dessau 93. Und hier gelang die Wiedergutmachung mit nur kleineren Problemen. Am 2. Brett wurde, nach den Rochaden, um die g- Linie gekämpft. Knut war schnell und sogar etwas schneller und setzte mit Turm und Läufer geschickt, nach 13 Zügen und 14 Minuten, Matt! Am 4. Brett kam Flora Greither zu ihrem ersten Wettkampfeinsatz und hatte zunächst eine Figur weniger. Doch starke Ideen und eine starke Dame (also die Figur!) wendeten schnell das Blatt. Sinnlose Remisdiskussionen gab es hingegen an Brett 3. Doch Ben hatte stark gespielt und einen gewaltigen Freibauern. Sein Gegner, Oskar Tomczyk, musste aufgeben, danach gewann auch Flora überlegen und es stand 3:0. Nach 50 Minuten machte Julian das klare 4:0 perfekt.
Nach hieß der dritte Gegner am 1. Tag SF Hettstedt, auch noch mit Farbwechsel. Hier standen vor allem die Spitzenbretter im Mittelpunkt, denn sowohl Flora bei den Ersatzspielern als auch Ben und Philipp unterlagen nach 15 bzw. 17 Minuten(!) vor allem durch übersehene Drohungen. Doch in seiner stärksten Partie gewann Knut gegen Oskar Pagel die Dame und nach 35 Minuten auch die Partie. Julian kämpfte nun, mit einem und später zwei Mehrbauern, um das Mannschaftsunentschieden gegen seinen Dauerkonkurrenten, Piero Heidenreich. Doch dieses Mal sollte der verzweifelte Versuch von Piero wieder ins Remis zu kommen, nicht erfolgreich sein, zu überlegen und mit großem Willen spielte Julian die Partie zu Ende. Und nach 90 Minuten war es perfekt, das 2:2.
Danach war der erste Tag zu Ende und vier Kinder und vier Erwachsene fuhren ins maritim Hotel. Magdeburg wollte uns dann, in überfüllten Gaststätten, nicht mal etwas zu Essen geben. Beim „ Griechen“ hatten wir dann Glück und nach 90 Minuten Wartezeit bestellten die Kinder á la Carte „Beilage + Beilage“, also Pommes mit Ketchup!

Julian

Julian

Schachlich folgte am nächsten Morgen die Begegnung mit den Schachzwergen, richtungweisend, aber eine schwere Aufgabe. Ich versuchte, im maritim Hotel, die Kinder etwas vorzubereiten. Doch obwohl dann wenigstens langsamer gespielt wurde, erwies sich die Aufgabe als derzeit nicht lösbar für unser Team. Der Beginn überall noch gut, doch Knut war nach 75 Minuten gegen die Dritte der DEM u10w 2022, Lotte Nönnig, ohne Chance und auch Ben unterlag, nach einer Stunde, einen angriffslustigen Johannes Rössling. Und dennoch gab es noch etwas Hoffnung und dies vor allem durch Flora, wieder an Brett 4 gegen Jakob Fuchs. Der Beginn 1. …g6 war etwas neu für unseren Neuling, doch Flora spielte von Anfang an stark, vor allem mit drei Freibauern. Irgendwann verpasste ihr Gegner auch noch die Remischance und Flora gewann auch ihre zweite Partie im Team („Miss 100%). Plötzlich stand es 1:2. Zu dieser Zeit befand sich Julian im Bauernendspiel gegen Igor Shevchenko (DWZ: 1437). Doch das neue Spitzenbrett der Schachzwerge war hier klar der Bessere und so stand nach 100 Minuten unserer zweite Niederlage fest.
Wenigsten gab es kein „spielfrei“ in Runde 5. Sondern unsere Mannschaft durfte gegen den USV Halle II ran. Ich warnte noch vorm unterschätzen und dann legte besonders Knut los wie „die hallesche Feuerwehr“ in Magdeburg. Turnierleiterin Martina Dannies wies mich auf 46 Züge in 15 Minuten (!) an Brett 2 hin, nach komplizierter Eröffnung gegen Georg Rogozhin. Trotzdem stand, nach 20 Minuten, die 1:0 Führung. Deutlich überlegen und mit klaren Mattplan kam auch Philipp Kappler, im Schwerfigurenendspiel, zum ersten Sieg in der Mannschaft. Zuvor hatte er übrigens, bei den Ersatzspielern, eine starke Partie gegen Ole Ziem (1. Brett, USC Magdeburg) gespielt. Ben Zeuner konnte es sich sogar leisten, gegen Theobald Köhler, die Dame einzustellen und gewann trotzdem und der Mannschaftssieg war perfekt (3:0). Julian fand zum Schluss, nach 90 Minuten, ein schönes Matt mit Turm und Läufer und machte das 4:0 zum Abschluss perfekt.
Zur würdigen Siegerehrung wusste man nicht, ob man sich über Platz 4 freuen oder enttäuscht sein soll. Doch nach den Ereignissen der letzten 12 Monate war es durchaus eine positive Standortbestimmung.

Siegerehrung u10

Siegerehrung u10

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