Der 2. Tag 25. Mai 2026
Drei komische Niederlagen
Heute war der erste freie Vormittag, die dritte Runde begann erst am Nachmittag. Ganz gut, denn der erste Wettkampftag war ganz schön anstrengend. Ich hatte deshalb für unsere Kinder in die „Willinger ALLgemeine“, die tägliche Turnierzeitung, Grüße geschickt und erhielt prompt und recht früh über die Apps ein Dankeschön. „Spielerisch sehr guter Auftakt! Aufregende Partien! Weiter so Luisa, Greta und Ali. Und viel Spaß heute! Ihr schafft das! R.S. aus Halle.“
Luisa traf in Runde 3 auf Alina Glaubitz (SV Hellas Nauen), die Dritte der LEM 2026 in Brandenburg. Sizilianisch, Rossolimo-Variante kam auf das Brett, laut KI „eine der beliebtesten und giftigsten Alternativen zum Offenen Sizilianer…“ Benannt ist die Variante übrigens nach Nicolas (eigentlich Nikolai) Rossolimo (1910-1975), der meinte, Punkte nach dem künstlerischen Gehalt einer Partie statt nach dem Ergebnis zu vergeben. Aber das nur nebenbei.
Und irgendwie war es eine tragisch-komische Partie. Schwarz greift im Sizilianer meist am Damenflügel an, doch das tat eigentlich Luisa und dies zunächst auch erfolgreich. Sie gewann im 22. Zug eine Leichtfigur (+3,6), bekam aber dann Probleme mit der Dame und zunehmend spielte sie ängstlich und passiv. Mit Folgen. Und man hatte, beim Zuschauen, schon ein banges Gefühl. Die Mehrfigur spielte in der Folge, abgestellt auf a1, keine Rolle mehr. Schwarz startete, mit Springer und Dame, einen Königsangriff. Luisa verteidigte sich weiterhin viel zu passiv und so verlor sie tatsächlich, im 38. Zug, die Dame und drei Züge später, durch Aufgabe, diese Partie.
Auch die Partie in der ODEM B zwischen Mark Tulchynsky (KSV Rochade Göttingen) gegen Ali verlief, nach relativ ruhigem Beginn komisch. Im Mittelspiel musste Ali die Dame gegen Turm und Springer tauschen (Muss man sich noch einmal anschauen.) und geriet im Endspiel Dame gegen Springer und Turm und je 6 Bauern deutlich in Nachteil. Mit zwei verbundene Bauern am Dameflügel konnte Alis Gegner im 38. Zug die sogar Dame gegen Alis Turm tauschen und Ali gab sofort auf.
Und auch Greta unterlag gegen Dorothea Sicheng Xu (SK Bad Homburg 1927), trotz Daumendrücken und der guten Wünsche am Morgen. Hier wurde Damengambit gespielt, die Partie leicht chaotisch, hart umkämpft, aber 33 Züge ausgeglichen. Dann gewann Gretas Gegnerin einen umkämpften Zentrumsbauern und leitete, nach dem Tausch des letzten Turms, in ein klar gewonnenes Endspiel über. Vor allem wegen vier verbundener Bauern war der Rest nur Abwicklung, Greta musste auch noch ihren Läufer geben und nach 66. Zügen stand ein Matt mit König und Dame.
Nach diesem „Nachmittag zum Vergessen“ musste sicher viel getröstet werden. Da kam ein Besuch abends im Lagunenbad gerade richtig, was den Kindern nach dem Tag sehr gut getan hat.
Und ganz nebenbei muss ich jetzt noch einen vierten Daumen drücken (Upps, ich hab ja nur zwei!?): Jessica ist nicht mehr passiv! Die Mutti von Luisa spielt (mit leichtem Druck von Luisa?) jetzt auch DEM! Das Mutti-Turnier!! 30 Minuten Partien. Ich „… habe die 1. Runde mit Treppenmatt gewonnen. 5 weitere Runden folgen, mal sehen…“ Also gab es am 2. Tag doch eine Siegerin! Kann ich die Partie haben?! Glückwunsch, hatte ich auch nicht anders erwartet! Doch morgen gibt es neue Aufgaben und neues Glück.
