4. Turnier in Hettstedt
Nicht alle Wünsche gingen in Erfüllung
Malak gewinnt Südharzcup
Die Stimmung beim 4. Turnier um den 33. Südharzcup in Hettstedt war fast familiär. Traditionell ging es beim Finalturnier nicht nur um den Turniersieg, sondern vor allem um die Gesamtwertung.
51 Teilnehmer (damit sank die Teilnehmerzahl weiter, im Vorjahr 59), davon 9 aus unserem Verein, waren in der Evangelischen Grundschule mit dabei.
Beginnen wir mit der Altersklasse u9. Hier hatte unser bisher einziger Vertreter, Mihail Priebe, dieses Mal mit Alexander Heimbach und Till Bleuel zwei Mitstreiter gefunden. Mihail selbst hatte selbst noch große Chancen
sich für den Supercup zu qualifizieren. Doch dieser Traum schien schnell ausgeträumt zu sein, er hatte wohl auch gesundheitliche Probleme. In Runde 1 traf er auf Arnold Brehm aus Naumburg und war schnell erfolgreich. Doch schon in Runde 2 hatte er Probleme gegen Aaron Pollmer (SF Hettstedt). „Er hat nach drei Sekunden verloren…“, berichtete seine leidende Oma und das sagt schon vieles. Dann traf er, im Vereinsduell, auf Alexander um schnell zu gewinnen. In der wichtigen Partie gegen den unmittelbaren Verfolger in der Gesamtwertung, Theo Rappenhöner (SV Merseburg) gab es nicht nur zu viele Fehler und die einzügig eingestellte Dame. Es waren auch keine Ideen gegen den massiven Druck des Merseburgers zu sehen. In der 5. Runde gab es wieder einen relativ schnellen Sieg gegen Till, um dann, in nur knapp 10 Minuten, in der „Spitzenpartie“ gegen den klaren Favoriten Akyl Tilenbaev (SV Saalespringer) zu verlieren. Danach schien die Chance auf den Supercup endgültig verspielt. Aber nein, dieses komische Cupsystem zeigte im Nachhinein, dass er mit einem Sieg in der Schlussrunde gegen Lino Heidenreich (SF Hettstedt) exakt punkt- und sieggleich mit dem späteren Gesamtzweiten (Akyl Tilenbaev – mit nur zwei Turnierteilnahmen 14 Punkte!!) gewesen wäre. Doch beide einigten sich schnell auf „dreifache Zugwiederholung“. Mihail landete mit 3,5 Punkten nur im Mittelfeld. Schade.
3,5 Punkte erzielte erstaunlicherweise auch Südharzcupneuling Alexander Heimbach. Er unterlag gleich in der ersten Runde Akyl Tilenbaev und traf dann auf Ben Drechsler (SF Hettstedt). Er startete mit sehr vielen Bauernzügen und ohne Rochade und ich machte mir schon Sorgen. Aber er gewann diese Partie nach 25 Minuten mit Treppenmatt. Nach der Niederlage gegen Mihail siegte er gegen den Bruder von Ben, Fynn Drechsler. Kurios dann die Partie der 6. Runde gegen Tina Poludniak (SV Bad Dürrenberg). Hier war er deutlich unterlegen und seine Gegnerin meinte schon „Schachmatt“, obwohl Alexanders König nicht einmal im Schach stand. Sein König stand nämlich 12 Züge lang auf Patt. Alexander begriff plötzlich, dass man nur noch zwei Bauern und seinen Turm „loswerden“ musste. Er opferte diese Figuren und dann sagte seine Gegnerin fair „Patt“ und Alexander erhielt den halben Punkt. Auf die Frage des Schiedsrichters, Herrn Michael, ob er wisse, was Patt ist, schüttelte er den Kopf. Das traf seinen Trainer hart, der erst zwei Wochen zuvor das Thema Patt im Training ausführlich behandelt hatte. Wieder mit einem Treppenmatt gegen Hanna Baewert (SF Hettstedt) erkämpfte er dann den dritten Sieg.
Till Bleuel machte mit seinem langsamen Spiel auf sich aufmerksam, doch da waren zu viele völlig unnötige Niederlagen gegen starke Gegner. So in Runde 2 gegen Lino Heidenreich und in Runde 7 gegen Tom Hebestadt (Klostermansfelder SC). In dieser letzten Runde war in einer hochinteressanten Partie ein Endspiel mit ungleichfarbigen Läufern, je einem Turm auf dem Brett. Der spätere Südharzcupsieger gewann die Initiative mit zwei Freibauern und nach 30 Minuten die Partie. Spielerisch stark in Runde 3 gegen Johannes Schmidt (SF Hettstedt) und in Runde 6 gegen Arnold Brehm (hier im Endspiel mit Dame und Turm) war für Till viel mehr drin.
Schatten und wenig Licht auch in der Altersklasse u11. Viel Positives gab es vor allem durch einen weiteren Neuling im Südharzcup und im Verein.
Davyd Neustroiev überraschte mich mit langsamen und durchdachtem Spiel und sogar mit relativ guter Notation (fürs erste Turnier sicher nicht selbstverständlich). In der 1. Runde gewann er gegen Ryan Nette (SF Hettstedt), nach sehr gutem Beginn, schnell einen Turm, gab aber die Partie, nach 35 Minuten, mit zwei Figuren weniger, noch ab. Auch gegen Georg Engelhardt (Naumburger SV 1951) startete er mit Turmgewinn. Mit leichter Hilfe seines Gegners fand er ein Matt in fünf Zügen im 21. Zug und reklamierte vorher einen regelwidrigen Zug! In der 3. Runde drehte er eine eigentlich verlorenen Partie gegen Eric Liebing (SV Merseburg). Doch der absolute Höhepunkt folgte in Runde 4 in der Stundenpartie gegen Ole Bilawer (SV Caissa Wolfenbüttel). Seit dem 17. Zug immer im Rückstand kämpfte er mit guten Zügen und Ideen immer weiter. Er geriet in eine „Zeitnotschlacht“ in der er, mit Minderbauern, mit seinem Turm einen Freibauern bekämpfen musste. Das gelang. Am Ende stand bei ihm 1 Sekunde auf der Uhr und beim Gegner „fiel das Blättchen“ (der Schiedsrichter hatte das fair beobachtet) und Davyd fragte mich: „Habe ich gewonnen?“ Ich fand, diese Partie hatte keinen Sieger verdient. Aber nervenstark ist er auch noch. Gratulation! In der 5. Runde war er am Spitzenbrett gegen Cupgewinnerin Greta Müller (SF Hettstedt) allerdings völlig ohne Chance.
Weniger zufrieden bin ich mit den anderen beiden u11 Teilnehmern des Vereins. Doch auch bei Tim Weickardt gab es den einen Höhepunkt. Zunächst war er im Vereinsduell gegen Maximilian Heimbach klar unterlegen. Chaotisch schon in der Eröffnung meinten beide ohne Rochade auskommen zu können. Nach 21 Zügen wurde Tim von Dame, Springer und Turm Matt gesetzt. In der 2. Runde gegen Mika Alfiado (SF Hettstedt) hatte er schnell einen Turm weniger, es gab nach rund 60 Züge in 15 Minuten eine zweite Niederlage. Sein Turnierhöhepunkt dann in Runde 3. Gegen Georg Engelhardt war er erneut unter Bedrängnis. Aber ich habe ihn hier kämpfen sehen und so drehte er, mit Freibauer, verdoppelten Türmen und starkem Endspiel, diese Partie! Fand ich toll! Nach nur 20 Zügen ohne Chance gegen Mats Dolezich (SF Hettstedt) gewann er in der Schlussrunde seine zweite Partie gegen Hanna Poludniak (SV Eintracht Bad Dürrenberg).
Maximilian Heimbach hatte vor Turnierbeginn auch noch eine kleine Chance für die Qualifikation für den Supercup. Doch nach dem Sieg gegen Tim unterlag er Greta Müller (Aufgabe nach 24 Zügen) und in der 3. Runde auch Gustav Reinhardt (SV Eintracht Bad Dürrenberg). Allerdings gab er hier eine gewonnene Partie aus der Hand. Durch eine übersehene Springergabel verlor er die Dame und wurde dann von zwei Damen Matt gesetzt. Wirklich nachspielen konnte man alle Partien eigentlich auch nicht. Leichter Sieg dann gegen Johannes Rost (Naumburger SV 1951) und Schlussrundenniederlage gegen Mats Dolezich beendeten den schwachen Turnierauftritt von Maximilian.
Malak Jamalli ging als Spitzenreiterin ins letzte Turnier, doch „safe“ war der Cupgewinn natürlich nicht. Sie startete mit einem relativ leichten Sieg gegen Bruno Ruhs (SV Saalespringer Halle) nach nur 22 Zügen, unterlag dann aber (überraschend?) Alexander Klundt (SV Sangerhausen). Hier stellte sie, im 22. Zug, nach einer Kombination, die Dame ein und gab sofort auf. Gegen Sofian Taha konnte sich Malak etwas „ausruhen“. Die Hallenserin übersah, nach 13 Zügen, das Matt in 1 auf h7. Dann folgte tatsächlich das immer wieder ungeliebte Vereinsduell mit Knut. Und es gab faktisch den gleichen Partieverlauf wie in Halle. Malak hatte, im ausgeglichenen Endspiel, einen Mehrbauern, musste aber einen Freibauern von Knut kontrollieren und war in arger Zeitnot. Knut wollte mit Freibauer, König und Turm Matt setzen und Malak kam im 49. Zug zur neuen Dame. Fair nahm Knut ein Remisangebot von Malak, die nur noch wenige Sekunden Zeit hatte, an! Malak traf dann in der letzten Runde auf eine nicht ganz konzentrierte Mona Römmisch (SF Hettstedt), die schon zu Beginn eine Leichtfigur einstellte. Malak bekam, weil ohne Rochade, zwar noch leichte Probleme. Doch nach 26 Zügen (-8,3) gab unsere (hoffentliche) Gastspielerin auf.
Unsere beiden anderen Teilnehmer trafen gleich in der 1. Runde aufeinander. Knut besiegte Leon von den Berg sicher und meinte danach, seinem Gegner „fehle noch die Erfahrung…“ Dafür musste er gleich gegen den erfahrenen Favoriten Piero Heidenreich (SF Hettstedt) spielen. Wie schon in Halle war der Sieg von Piero, nach 35 Zügen, relativ deutlich. Es folgte ein „Pflichtsieg“ gegen Maksym Kotov (SV Saalespringer Halle), dann das Remis gegen Malak. Knut hatte wohl auch etwas Pech mit der Auslosung. Für die höchste Buchholzwertung von allen kann er sich jedenfalls nichts „kaufen“! Die zweite Niederlage folgte in der Schlussrunde gegen Heinrich Gorgas (SF Hettstedt) im Spiel um Platz 2.
So richtig zufrieden mit seinem ersten Südharzcupturnier wird auch Leon von den Berg nicht sein. Der Niederlage zum Auftakt folgte eine weitere gegen Vigo Nordmann (SV Saalespringer Halle). In dieser Partie fand er keine Antworten auf das sehr aggressive Spiel des Hallensers. Dann wurde er auch noch mit „spielfrei“ bestraft und gegen Balian Rümpler (SF Hettstedt) verlor er schon zu Beginn eine Leichtfigur und übersah dann noch das Matt in 1 nach 35 Zügen mit zwei Mehrfiguren! In der letzten Runde jedoch schaffte er, sichtlich erleichtert, den ersten Sieg gegen Jamie Siegert (u15/ SV Sangerhausen).
Zur Siegerehrung der AK u13 durfte ich dann Malak den Südharzcup 2026 in der AK u13 überreichten, eine verdiente Pokalgewinnerin über alle vier Turniere. Malak stand in allen Turnieren auf dem Podium (1 x Erste, 2 x Zweite, 1 x Dritte) und darf nun beim Supercup starten.


