Unentschieden nach sechs Stunden hartem Kampf
Die erste Mannschaft sammelt weiterhin Mannschaftspunkte. Nach einem Unentschieden in Merseburg ist es uns gelungen die Niederlagenserie aus den Vorjahren gegen Gräfenhainichen zu beenden. Und es war sogar mehr drin.
An einigen Brettern ging es sehr schnell voran. Roman am Brett fünf hat den Gegner bereits in der Eröffnung mit seiner Bauernlawine überrumpelt und eine dominante Stellung erspielt. Es folgten Materialgewinn und eine Aufgabe des Gegners. Genauso schnell entwickelten sich die Ereignisse am Brett zwei von Yury. Er kam mit der Zugreihenfolge nicht zurecht und übersah eine gegnerische Drohung. Nach dem Einschlag auf f7 dauerte die Partie zwar einige Zeit, doch das Ergebnis war bereits entschieden.
Doch der Gleichstand weilte nicht lange.
Zunächst gewann Markus am siebten Brett eine sehr stark geführte Partie. Er besetzte mit seinen Figuren die aktiven Felder in der kaputten gegnerischen Bauernformation und schob seine Bauern am Damenflügel nach vorn, während der Gegner passiv zusehen musste. Kurz darauf baute Ferdinand am Brett acht unseren Vorsprung weiter aus. Aus einer positionell geführten Partie schaffte er einen raschen Angriff gegen den gegnerischen König, während sich die weißen Figuren am Damenflügel versammelten. Der Gegner musste Material abgeben und gab kurz vor dem Matt auf.
Es folgten zwei Unentschieden, die uns zumindest den einen Mannschaftspunkt sicherten. Lenhard am Brett vier stand dank der besetzten freien b- Linie die ganze Partie dominant. Nach dem Abtausch von vielen Figuren fand er in der knappen Zeit jedoch keinen Gewinnweg und musste sich auf Remis einigen.
Ähnlicher Partieverlauf auch bei Matti am Spitzenbrett. Im Mittelspiel gewann er einen Bauern, doch sein Isolani im Zentrum wurde erfolgreich vom Gegner blockiert. Letzten Endes ging der Mehrbauer verloren und die letzten Figuren verschwanden vom Brett. Das Bauernendspiel war Remis.
Zu diesem Zeitpunkt war auch die Partie von Oleh am sechsten Brett so gut wie vorbei. Oleh hatte für die Qualität einen weit vorgerückten Freibauern, der vom gegnerischen Turm blockiert werden musste. Um das Endspiel halten zu können, fehlten dem schwarzen König die Aktivität und seinem Springer die stabilen Vorpostenfelder. Weiß gelang es den Freibauern zu erobern und die Partie für sich zu entscheiden.
Es stand also 4 zu 3 für uns und es lief noch die letzte Partie von Lars am Brett drei. Dann führte er einen Zug aus und reklamierte die dreifache Stellungswiederholung. Und diese hat es tatsächlich gegeben, der Gegner verwies aber darauf, dass die Reklamation nicht regelkonform war. Korrekt wäre es den Zug aufzuschreiben, die Uhr anzuhalten und zu reklamieren. Nach dem ausgeführten Zug von Lars ging musste die Partie fortgesetzt werden und dauerte noch etwa zwei Stunden. Zunächst passierte auf dem Brett wenig bis gar nichts. Erst als bei Lars die Bedenkzeit knapp wurde, unternahm der Gegner etwas Aktives. Die Linien wurden geöffnet und Lars musste sich verteidigen. In der Zeitnot verlor er einen Bauern und kurz darauf die Partie.
Trotz der ausgelassenen Chance auf ein Mannschaftssieg können wir mit dem erzielten Ergebnis sehr zufrieden sein.
Yury Golitsyn



