33. Südharzcup, 1. Turnier in Merseburg

Kleiner Mischa ganz groß, vor allem aber Mädchenpower!

Das erste Turnier um den 33. Südharzcup in Merseburg begann überraschend pünktlich, aber für unseren Verein mit einem Autoproblem. Der Vati von Lor war mit einer defekten Lichtmaschine auf der Straße nach Merseburg liegen geblieben und so wurde die erste Runde in der AK u11 ohne Lor ausgelost. Doch das Problem wurde mit „vereinter Kraft“ und zu aller Zufriedenheit gelöst. Der Vati von Maximilian Heimbach half, fuhr zurück um Lor zu holen und der nette Turnierleiter, Aaron Gröbel, setzte Lor auf „spielfrei“ = 1 Punkt. Vielen Dank an die Helfer.
Mit Lor waren 70 Spielerinnen und Spieler dann mit dabei und unser Verein mit 11 Kindern in allen vier Altersklassen vertreten.

Beginnen wir mit der Altersklasse u9 wo 7 Runden zu spielen waren. Und unser einziger Vertreter, Mihail Priebe, seit 6 Wochen neu im Verein, sollte erste Erfahrungen sammeln und sorgte hier richtig für Furore, blieb er doch bis zur letzten Runde ungeschlagen! Nach Siegen gegen Timo Flieger (SF Hettstedt) und Gregor Wege (SG 2011 Sennewitz), mit Dame und Turm (etwas schnell), bekam er in Runde 3, nach kleineren Fehlern, erstmals Probleme gegen Lino Heidenreich (SF Hettstedt). Die Partie war klar verloren, doch Mihail kämpfte mit seinem König immer weiter und erklärte dem Schiedsrichter dann: „Jetzt ist es Patt!“ Allerdings erfasste in Runde 4 die „Pattkrankheit“ auch ihn. Gegen Oskar Achtert (ebenfalls SF Hettstedt) hatte er zwei Türme mehr, aber anstatt einfach Matt zu setzen, war es am Ende auch hier Patt. Dann traf er auf Liliia Nalisna (SV Eintracht Bad Dürrenberg), setzte sicher Matt und rückte plötzlich ans Spitzenbrett gegen Leon Bergt (Neumarktschule Halle). Doch auch hier gewann er, nach guter Partie. Es folgte das Finale, wieder an Brett 1 gegen den späteren Sieger, Tom Hebestadt (Klostermansfelder SC). Bei immer noch viel zu schnellem Spiel und zunehmender Unruhe kam die Niederlage leider schnell, doch 5 aus 7 und Platz 3 für das erste Turnier sind natürlich Super.

Etwas differenzierter muss man die Altersklasse u11 aus unserer Sicht betrachten. Hier waren 7 Kinder vom Roten Turm gemeldet. Spielerisch war ich eigentlich ganz zufrieden. Das gilt zum Beispiel für Luisa Winkler, die allerdings mit ihren 3 Punkten und Platz 8 selbst nicht zufrieden war. Doch hier muss man schon etwas genauer hinschauen. Sie hatte die höchste 2. Wertung des Feldes (gemeinsam mit Kira Polivets) und das schwerste Programm. Beide Auftaktgegner, Veit Bukovsky (SV Eintracht Bad Dürrenberg) und gegen Maximilian Heimbach (Vereinspaarung) machten ihr das Siegen leicht. Maximilian gab, nach 42 Zügen, auf. Doch dann kam mit Frederick Lichtenberg (Union 1861 Schönebeck) wohl ein Kaderspieler. 32 Züge im Plus übersah Luisa ein Springerschach auf f6 mit Dameverlust. Sie unterlag dann nach 45 Zügen. Dann folgte die reizvolle Partie gegen unsere weiterhin Wunschgastspielerin, Greta Müller. Doch hier war Luisa ohne jede Chance. Zum Schluss wartete ein weiterer Hettstedter auf sie: Mika Alfiado wollte, nach eigener Aussage, unbedingt die letzte Runde gewinnen. Doch Luisa konnte sich in der letzten Runde, in ihrer besten Partie, noch einmal steigern und setzte am Ende, mit zwei schwarzen Damen, Matt.
Noch zwei Plätze besser war Lor und dies nicht nur wegen dem geschenkten Punkt. Allerdings war die fehlende Turniererfahrung überall zu sehen. Im Gegensatz zu Luisa startete sie mit dem Matt mit zwei Damen gleich am Anfang gegen Clemens Krumbein (SF Hettstedt) und rückte mit 2 aus 2 sofort in die Spitze. Dort gab es, in der 3. Runde, eine sehr reizvolle Partie gegen Kira Polivets (SV Merseburg). Lange ausgeglichen hatte Kira im Zusammenspiel Läufer + Turm starke Ideen, gewann, nach 33 Zügen und spielte sich schon ein bischen in mein Trainerherz (Tatjana Melamed hatte mir Kira als Gastspielerin vorgeschlagen). In Runde 4 traf Lor auf Florian Toth (SV Merseburg), war deutlich die bessere, lehnte ein Remisangebot ab, ließ aber viele Chancen aus. Selbst das Matt in 1 mit Dame und Läufer verpasste sie. Der Gegner war dazu noch in Zeitnot. Doch Florian fand eine starke Pattlösung und freute sich dann, nicht zu Unrecht, über den halben Punkt. Mit insgesamt 9 Figuren mehr, wobei Bauern ja angeblich keine Figuren sind, gewann sie in der 5. Runde schließlich klar gegen Mateo Heinecke (Neumarktschule Halle).

Marie

Marie

Ein etwas unglückliches Turnier spielte das dritte Mädchen im Bunde, Marie Franke. Und nicht nur, weil sie die ersten Partien durch Blättchenfall verlor. Eine starke Partie spielte sie gegen Arne Stange aus Hettstedt zum Auftakt. Ihr Gegner verpasste das Matt in 2, fand keine Lösungen. Aber was Marie im Endspiel mit ungleichfarbigen Läufern, mit drei Bauern weniger und in ständiger Zeitnot, spielte war sehr stark. Ich nahm ihr, bei 4 Minuten Restbedenkzeit, erst mal den Kugelschreiber weg. Doch als ich ging, drückte ihr der Schiedsrichter tatsächlich seinen Stift in die Hand und meinte, sie müsse nun Striche machen??? Was natürlich völliger Quatsch ist und sie weiter benachteiligt hat. Zum Schluss war es tatsächlich Remis, vielleicht sogar gewonnen. Nach kurzer Pause war es ähnlich gegen Sofiia Abahamou (SV Saalespringer Halle) im ausgeglichenen Schwerfigurenendspiel in Runde 2. Blättchenfall hier nach 25 Zügen.

Artur

Artur

Im Vereinsduell in Runde 3 gegen Artur Varady gewann sie nach 30 Zügen. Und auch gegen Nils-Pepe Soltau (SV Sangerhausen) kombinierte sie sich zum Matt oder zu mindestens zum Damegewinn. Aber die wollte sie nicht haben und so unterlag sie in dieser starken Partie (+14,0 nach 31 Zügen!) noch. Doch in der Schlussrunde gab es gegen Hanna Poludniak (SV Eintracht Bad Dürrenberg) noch den zweiten Sieg.
Zufrieden bin ich eigentlich auch mit Theo Zeuner. Er startete mit einem Vereinsduell gegen Maximilian Haupt, war klar überlegen. Witzig fand ich, dass seine Dame kein einziges Mal gezogen hat und er am Ende dann mit zwei Türmen Matt setzte! Dann war Kira Polivets zu stark. Doch in den Runden 3 und 4 gab es wieder zwei Siege, bevor es gegen Ryan Nette (SF Hettstedt) etwas unkonzentriert (Springer im 16. Zug einfach eingestellt) eine völlig unnötige Niederlage gab. Das mit der Konzentration gilt fast für alle Kinder (außer AK u13). Und dürfte mit den für mich katastrophalen Spielbedingungen zu tun haben. Herr Michael sah das allerdings etwas anders wenn er schreibt: „…Und die jungen Schachfreunde hatten offenbar gute Spiellaune mitgebracht. Im großen Spielsaal entwickelte sich die gewohnte Festival-Stimmung, bei der die Jüngsten teils konzentriert am Brett saßen, gelegentlich quickend über den Fußboden rollten, selten in Muttis Armbeuge heulten…“.
(Internetseite der SF Hettstedt)
Na, ja. Zurück zu den Jungs in der AK u11: Maximilian Heimbach und Maximilian Haupt landeten im Mittelfeld. Beide werden, trotz drei Punkten, nicht so recht zufrieden sein. Beide starteten mit Vereinsduellen, wobei Maximilian Heimbach Artur Varady durch Aufgabe sicher besiegte. Doch in der Vereinspaarung Nummer 2 gegen Luisa sah man grobe Fehler. Er gewann alle drei Weißpartien und unterlag gegen die stärkeren Gegner (Arne Stange) mit Schwarz. Ähnliches gilt für Maximilian Haupt. Gegen Ryan Nette unterlag er, indem er mit dem gefesselten Springer auf f6 den Bauern auf e4 schlug und damit die Dame verlor. In den Runden 2 und 3 gab es zwei Schwarzsiege durch klare Mattpläne. In der letzten Runde gab es noch einen deutlichen Weißsieg über Samu Janszky (SV Eintracht Bad Dürrenberg).
Einen schweren Einstand hatte Artur Varady, der sein erstes Turnier überhaupt spielte. Sein Vati und ich warnten immer wieder vor zu schnellem Spiel. Mindestens sechs grobe Fehler, verbunden mit Figurenverlusten innerhalb von 8 Zügen im Mittelspiel und noch das Grundreihenmatt gegen Veit Bukovsky (SV Eintracht Bad Dürrenberg) sind ein Beleg für fehlende Erfahrung. Selbst bei der Möglichkeit zum Mattsetzen, so gegen Samu Janszky kombinierte er viel zu schnell, verlor die Dame und wurde dann von zwei schwarzen Damen Matt gesetzt. In der Schlussrunde kam er dann gegen Hedi Hammer (SF Hettstedt) mit drei Schwerfiguren zum einzigen Sieg.

In der Altersklasse u13 schlug die Sternstunde von Malak Jamalli, sie erwischte einen „Sahnetag“. Überhaupt trumpften die Mädchen auf. Malak, Flora und Mona (Römmisch) gegen den Rest!
Malaks erster Gegner, Kilian Scharf (SV Eintracht Bad Dürrenberg), stellte schon im 6. Zug eine Figur ein, schenkte Malak noch Dame und Turm und wurde im 28. Zug Matt gesetzt. Nach dem Erfolg gegen Anna Lena Weinreich (Naumburger SV 1951) traf sie auf Mona Römmisch (SF Hettstedt), die gerade Flora besiegt hatte. Mona hielt auch hier 25 Züge gut mit, dann opferte sie im Angriff einen Springer, fand dann aber nicht die Fortsetzung um wenigstens Remis zu halten. Malak blieb „cool“ und setzte auf einen Freibauern. Innerhalb von vier Zügen kippte die Partie und nach dem Dameverlust gab Mona im 32. Zug auf, eine Partie, nichts für schwache Nerven, In den letzten beiden Runden durfte Malak gegen drei Jungs spielen. Gegen Marius König (SV Merseburg) bekam sie, nach dem frühen Dametausch, so ihre Probleme (- 2,4 nach 26 Zügen). Doch Malak verteidigte sich, mit zwei Minderbauern, sehr gut und nach 42 Zügen war es mit je einem Turm und drei Bauern Remis. Doch dann fiel das Blättchen von Marius. Nun kam der Turnierleiter, Aaron, ins Spiel, der meinte, es wäre doch Remis und Malak sollte zustimmen. Das tat Malak leider. Aber wenn die Zeit des Gegners abläuft ist es auch bei so einem Turnier nicht remis. Sehr merkwürdig? Etwas Gutes hatte es vielleicht doch: vielleicht hat es das Vereinsduell Flora gegen Malak verhindert. Denn Malak traf auf Vigo Nordmann (SV Saalspringer Halle) und holte sich ihren ersten Turniersieg! Mit einem halben Punkt Vorsprung vor Flora! Auch sie gewann zu Beginn klar und nervenstark gegen Damon Müller (SV Merseburg) mit Mehrfigur, Freibauer und 1.20 Minuten Restzeit. Dann traf sie auf Mona. Beide setzten auf Angriff, jeweils mit Dame und Läuferpaar. Und Mona hatte eine starken Idee: Mattangriff und Bedrohung einer ungedeckten Figur! Jedenfalls gewann sie im 18. Zug einen Läufer und 10 Züge später lag sie schon mit + 5,2 vorn. Nach 35 Zügen gab Flora auf und Mona kümmerte sich um ihre enttäuschte Freundin. Fand ich toll. Toll fand ich auch, dass Flora weiterkämpfte. Nach der Niederlage folgten nur noch Siege. Zunächst gegen Maksym Kotov (SV Saalespringer Halle), dann gegen eine gut kämpfende Mia Görlich (SV Eintracht Bad Dürrenberg). Einen Mattangriff parierte Flora mit einer 8- zügigen Kombination, gewann dabei Dame und Turm und setzte selbst Matt. Großartig, das zu erleben!
Zum Schluss traf auch sie auf Marius König. Die Partie war die allerletzte des Turniers und wieder kämpften beide vor allem gegen die Zeit und die zunehmende Unruhe. Dieses Mal war keine Hilfe da und in einer starken Partie stand Flora am Ende mit rund 2,0 im Plus und gewann nach 43 Zügen. Ein großartiges Turnier der beiden!

Sieger u13

Sieger u13

Bleibt die Altersklasse u15. Eine von zwei Mädchen in dem kleinen Feld der 10 Teilnehmer war Lea Franke. Und es fällt mir schwer, eine ordentliche Bilanz zu ziehen. Zwei Weißsiege gegen Jamie Siegert (mit schöner Mattidee) und Aaron Rohmann, Matt mit Läufer und Dame auf h7! (beide SV Sangerhausen) stehen drei Niederlagen, vor allem durch Figureneinsteller, gegenüber. In der Schlussrunde griff sie indirekt auch noch in den spannenden Spitzenkampf ein. Schon komisch und unglücklich zugleich, dass sie (mit 2 Punkten), auch noch mit Farbwechsel, auf den bis dato Spitzenreiter Hendrik Ehrath (3,5 Punkte) traf. Es war zudem die vielleicht beste Partie von Lea. Lustig ist auch, dass der Sieg des Sennewitzers seinen Turniersieg verhinderte! Er bekam von Lea nur 2,0 Punkte für die 2. Wertung, Piero Heidenreich aber 2,5. Eben Schweizer System.
Trotzdem ein guter Auftakt in den Südharzcup 2025/ 2026.