33. Südharzcup, 2. Turnier in Sangerhausen

Gutes Niveau in der AK u13

Über den altehrwürdigen Südharzcup, aus der Taufe gehoben 1993, muss man sich langsam Sorgen machen. Besonders dann, wenn man sehen musste, wie sich 27 Kinder an 13 Brettern in der großen Aula des Geschwister-Scholl-Gymnasiums verloren. Insgesamt waren 51 Kinder und Jugendliche dabei (Vorjahr: 64). Jemand, der positiv denkt, würde jetzt sagen, es ging kuschelig und familiär zu. Trotzdem sei die Frage gestattet, warum dieses Turnier nicht mehr so angenommen wird wie früher?

Unser Verein war, nach einigen, vor allem krankheitsbedingten Absagen, auch nur mit 7 TeilnehmerInnen vertreten.

In der AK u9 konnte der frischgekürte u8- Bezirksmeister, Mihail Priebe, nicht an das 1. Turnier von Merseburg anknüpfen. Hauptursache: viel zu schnelles Spiel und vielleicht auch etwas Pech in der Auslosung. Seine Auftaktpartie gegen Izan-Max Werner (Naumburger SV 1951) dauerte nur rekordverdächtige 35 Sekunden! 2. Lc4 … 3. Dh5 wurde mit 3. …Sf6 beantwortet und der erste Punkt war „eingefahren“. Dann traf er, mit Schwarz, auf den Sieger des ersten Turniers, Tom Hebestadt (Klostermansfelder SC) im ersten Spitzenspiel. Hier zeigten sich schon in der Eröffnung Probleme mit Schwarz und sein Gegner nutzte jeden kleinen Fehler zum Erfolg. Nach dem Sieg in Runde 3 gegen Benedict Tober (SV Eintracht 1990 Bad Dürrenberg) folgte wieder Spitzenspiele gegen Lenny Plaha und Lino Heidenreich (beide SF Hettstedt). Erneut unterlag er (schnell), teilweise auch mit eingestellter Dame. Nach dem Schwarzsieg gegen Marylin Veit (SV Eintracht 1990 Bad Dürrenberg) musste er auch noch gegen den an Nummer 1 gesetzten Felix Richter (SC Leipzig-Lindenau/ DWZ: 1262!) spielen. Schon nach wenigen Zügen hatte er eine Figur weniger und war völlig ohne Chance und am Ende sehr enttäuscht.

Theo

Theo

In der stark besetzten AK u11 hatten unsere beiden, Marie Franke und Theo Zeuner, von vornherein nur die Aufgabe Erfahrungen zu sammeln. Marie traf gleich in Runde 1 auf Kira Polivets (SV Merseburg), spielte immerhin als Letzte in dieser Runde, fast eine Stunde, und unterlag nach 37 Zügen. Theo hatte zum Auftakt erhebliche Probleme im Sizilianer und unterlag dem späteren Sieger, Ole Bilawer (SV Caissa Wolfenbüttel) deutlich. Dass er kämpfen kann bewies er in einer tollen Partie in der zweiten Runde gegen Mateo Heinecke (SV Saalespringer Halle). Nach Öffnung der h- Linie musste er, für eine Mattdrohung, die Dame geben. Doch ein starkes Läuferpaar gewann die Dame zurück (in der Analyse:„alles geplant!“, glaube ich ihm) und nach 30 Zügen die Partie. Dann traf auch er auf Kira Polivets, hielt zu Beginn gut mit. Doch dann ließ wieder die Konzentration nach und so gab er diese 3. Runde und auch die vierte gegen Johannes Rost (Naumburger SV 1951) relativ schnell verloren. Die 4. Runde konnte man nicht nachspielen und in Runde 5 war er dann auch noch spielfrei und durfte, mit 2,0 Punkten, früher nach Hause fahren.

Marie

Marie

Einen ähnlichen Turnierverlauf hatte auch Marie. In der hart umkämpften Partie in der zweiten Runde gegen Sofia Abahamou (SV Saalespringer Halle) unterlag sie nach 47 Zügen, danach auch gegen Eric Liebing (SV Merseburg). Dem kampflosen, weil spielfreien Punkt in der 4. Runde folgte ihr Sieg in der Schlussrunde gegen Hanna Poludniak (SV Eintracht 1990 Bad Dürrenberg). Ihre Gegnerin „schenkte“ Marie innerhalb von drei Zügen Dame und Turm. Marie hatte, bei der Aufgabe, drei Figuren mehr.

Übrigens gab es in der 4. Runde ein interessantes Verfolgerinnenduell zwischen Kira Polivets, die ein Superturnier spielte, und Greta Müller. Kira gelang die Revanche für die Blitzentscheidung bei der BEM mit zwei sehr starken verbundenen Freibauern im Schwerfigurenendspiel.

Ein sehr gutes schachliches Niveau war in der Altersklasse u13 zu erleben, auch von der Teilnehmerzahl am stärksten besetzt. Schon in Merseburg war hier vor allem „Mädchenpower“ zu erleben. Doch dieses Mal trotzte ein Sieger den starken Mädchen aus Hettstedt und Halle. Aber der Reihe nach.

Unsere Mädchen starteten mit leichten Auftaktsiegen ins Turnier. Flora Greither gewann gegen Bruno Ruhs (SV Saalespringer Halle) und Malak Jamalli, mit Matt mit Läufer und Turm, gegen Lea Huth (SV Eintracht 1990 Bad Dürrenberg). In der 2. Runde traf Flora auf den späteren Sieger, Darius Rümpler (SF Hettstedt). Eigentlich beherrschte sie die Partie, stand nach 42 Zügen mit 4,44 im Plus. Doch Flora bekam, fast in jeder Partie, Probleme mit der Zeit und so einigten sich beide im Topspiel auf Remis. Dann gewann sie, nach nur 17 Zügen, gegen Alexander Klundt (SV Sangerhausen) nach Damegewinn. Ihr Gegner hatte im 10. Zug den gefesselten Springer auf f6 einfach gezogen. Mit starker Offensive gewann sie dann auch gegen eine viel zu passive Julia Kolditz (SF Hettstedt) und traf im „zweiten Finale“ und im Vereinsduell, mit Weiß, auf Malak. Der Druck von Malak mit Turm, Läufer und Springer war sehr stark und nach der Partie meinte Flora: „Ich habe mich irgendwie verrechnet…“ So gewann Malak tatsächlich gegen Flora und nahm ihr damit den Turniersieg weg. Allerdings hätte Flora dazu gegen Malak gewinnen müssen. Dann wäre sie mit einem halben Buchholzpunkt vorn gewesen!

Aber Malak spielte erneut auch ein Superturnier. Nach ihrem hart erkämpften Sieg gegen Mia Görlich (SV Eintracht 1990 Bad Dürrenberg) in der 2. Runde, traf sie, am Spitzenbrett, auf Mona Römmisch (SF Hettstedt). Es war eine absolut ausgeglichene und offene Partie und bei gleichem Material auf dem Brett gewann Malak nur durch Zeit. Gegen Darius Rümpler war bis zum 23. Zug alles sehr ausgeglichen, vielleicht etwas zu passiv. Dann reichten zwei ungenaue Züge im Mittelspiel und der Hettstedter gewann leicht und verdient.

Lohn für eine erneut tolle Leistung unserer Beiden waren die Plätze 2 und 3 im Klassement und Malaks Führung in der Gesamtwertung mit einem Punkt Vorsprung vor Flora.

Zwei Mädchen waren für uns auch in der Altersklasse u15 am Start. Und die Bilanz fällt auch hier gar nicht so schlecht aus. Frieda Behr startete mit einem Sieg gegen Jamie Siegert (SV Sangerhausen) und war mit Skandinavisch erfolgreich. Lea Franke traf wieder mal gleich auf den hohen Favoriten Hendrik Ehrath (SG 2011 Sennewitz). Eigentlich sehr gut, bis auf die Zeit. Sie unterlag durch Blättchenfall und gewann dann, mit zwei Figuren mehr, gegen Oskar Staffeldt aus Halle. Trotz einer starken Partie war für Frieda Piero Heidenreich (SF Hettstedt) etwas zu stark. Dann trafen beide aufeinander. In einer wieder spannenden und wechselvollen Partie riskierte Lea im Angriff auf die Königsstellung zu viel und am Ende, bei beiderseitiger Zeitnot, entschied eine Mehrfigur für Frieda. Lea gab fair, nach 40 Zügen, auf. Frieda traf aber dann auf Hendrik Ehrath und stand 16 Züge sogar im Plus. Nach Fehler war sie aber ohne Chance. Und auch Lea unterlag Balian Rümpler (SF Hettstedt). Beide beendeten das Turnier mit Remis. Lea war während der gesamten Partie überlegen gegen Jamie Siegert und war eher enttäuscht. Für Frieda bedeutete der halbe Punkt, nach 21 Zügen, in einer sehr ausgeglichenen Partie gegen Alevtyna Yatsuk (im Spiel um Platz 3) einen überraschenden dritten Platz und große Freude. Zurecht.