Der zweite Tag, 22. Februar 2026
Die wichtige vierte Runde sollte über vieles entscheiden. Sowohl in der u12w und erst recht in der u16w standen Finals an. Pünktlicher Rundenbeginn, guter Start, vor allem bei Greta und Malak. Dann machte ein Gerücht die Runde, das die friedlich sportliche Atmosphäre vergiftete: die Trainer dürfen nicht mehr in den Turniersaal! Grund sollen Veröffentlichungen auf unserer Homepage sein. Tatsächlich untersagte der oft erwähnte „Schachfreund“, der hier angeblich Hausrecht hat und offensichtlich sogar mehr zu sagen hat als die Turnierleiterin, allen Trainern das Betreten des Saals und das Zuschauen. „Das eine hat mit dem anderen gar nichts zu tun…“, meinte Trainer der Staßfurter: „Ich kann an den Veröffentlichungen auf eurer Homepage nichts beleidigendes finden.“ Auch bei den anderen Trainern verursachte diese unerhörte Entscheidung nur Kopfschütteln und ein müdes Lächeln am Sonntagmorgen.
So etwas, dass Trainer ausgeschlossen werden, (angeblich, weil der mdr kommt) habe ich noch nie erlebt. Wir hatten vorher extra Schilder bekommen, auch die Zuschauer. Man müsste protestieren!
Doch was soll´s, unsere tollen Kinder gaben die richtigen Antworten! Die erste war Luisa mit ihrem Sieg nach 48 Zügen, die nach 35 Zügen die Dame geschenkt bekam. Dann dauerte es fast zwei Stunden bis zum Sieg unserer u12w gegen SV Eintracht Tangerhütte I. Dann kam Lor. Ihre Gegnerin, Alina Sachse, überraschte mit der langen Rochade. In der turbulenten Partie spielte Alina ihren gewohnten Angriff am Königsflügel auf der g und h- Linie. Ich hatte Lor mit der Neumünsterpartie von Mathilda etwas darauf vorbereitet und Lor spielte sehr aktiv, opferte gegen eine Mattdrohung sogar einen Läufer (begründete sie in der Analyse!). Als Krönung übersah ihre Gegnerin dann auch noch das Matt in 1, mit Springer und Dame, auf die erwähnte lange Rochade. Kurz danach machte eine stark spielende und genehmigte Gastspielerin den 4. Mannschaftssieg und die „Fasttitelverteidigung“ gegen Hanna Lippok in ihrer stärksten Partie hier (übrigens mit fehlerfreier Notation!) perfekt, obwohl Mathilda, nach gutem Beginn, leider, am 4. Brett, gegen Emma Knauf unterlag, Also 3:1.
Und auch unsere u16- Mädchen starteten gut. Malak gewann gegen Luise Funke nach 21 Zügen, kam mit 4. c3 gut zurecht und konterte den Angriff der Magdeburgerin mit 20. Txg7+!! Doch hier schlug der Favorit, die Schachzwerge Magdeburg, in Galabesetzung, stark zurück. Sariana war, nach kleineren Fehlern, dann chancenlos gegen Lotte Nönnig und Mona war untröstlich über ihre Niederlage gegen Mariia Litvinchuk. Und dies zu recht. „Ich habe eine Taktik übersehen!“ Naja, mehr eine Mattdrohung! Vor dem großen Fehler hatte sie viel Mut zum Angriff bewiesen und toll kombiniert. Sie stand vor dem Matt mit 2,3 im Plus und hätte nur rochieren müssen. Ärgerlich! Die Schachzwerge gingen mit 2:1 in Führung. Und nach dreieinhalb Stunden hieß der alte und neue Landesmannschaftsmeister in der AK u16w, ich glaube zum vierten Mal in Folge erneut und verdient Schachzwerge Magdeburg. Fl.ora hatte gegen eine hochüberlegene Laura Rössling verloren.
Nach nur kurzer Pause für Flora begann 12.45 Uhr die letzte Runde. Martina Dannies: „Die Regellung ist wieder aufgehoben. War wieder ein Eigentor von Gavin…“
Fast unbemerkt kam unser Jüngster in seiner ersten großen Meisterschaft heimlich still und leise zu zwei weiteren Punkten! In der 4. Runde besiegte er, nach 45 Minuten, Albina Dobrynina. Er gewann im 25. Zug die Dame, benötigte dann aber wieder zwei Damen zum Matt im 33. Zug. Dieses Mal klappte das Zusammenspiel. Etwas schneller und mit etwas Glück gewann er, wieder am Spitzenbrett, gegen Noah Imayel (beide USC Magdeburg), nach nur 19 Zügen, jeweils mit Matt, weil sein Gegner, in klarer Gewinnstellung und zwei Figuren mehr, das Matt in 1 mit Läufer und Dame auf h2 übersah. Vor der letzten Runde liegt er auf Platz 3 und hat, wie zwei andere 4 aus 5. Unglaublich! Will er etwa eine Medaille?? Er war an 10 gesetzt. Man fasst es nicht!
Nun ging es für die u16w gegen den Gastgeber. Das mdr-Team war immer noch da. Aber ich wollte ja gar nicht ins Fernsehen (ungeschminkt) sondern nur den Wettkampfzettel ausfüllen.
Zum Schach. In der letzten Runde gab es für unsere u12- Mädchen das ewig junge Spiel mit dem USC Magdeburg (an Nummer 1 gesetzt!). Interessant wurde es zunächst am 4. Brett. Dort hatte Mathilda , im 14. Zug, plötzlich die Dame von Annie Boenke gefangen. Sie hatte dann einige schöne Pläne, brauchte dann bis zum 38. Zug bis zum Matt mit drei Figuren. Es war aber auch der Wettkampf mit „Familie“ Dobrynina. Souverän löste eine überraschend deutlich dominierende Greta das Problem, die es sich sogar leisten konnte, die zweite neue Dame gegen den letzten schwarzen Bauern von Alona zu tauschen und mit der dritten Dame, nach 70 Zügen, M.att zu setzen. Vielleicht hätte man Alona etwas weniger quälen können. Lor traf auf Alina. Gar keine einfache Aufgabe bei einem DWZ- Unterschied von minus 220! Aber für Lor kein Problem! Mit zwei starken Springern verschaffte sie sich einen klaren Vorteil (Gabeln!), spielte total überlegen und konzentriert und spielte im Endspiel mit Dame, Turm und Läufer gegen einen schwarzen Bauern schnell auf Matt. Luisa spielte als Letzte im Turmendspiel gegen Viktoria Schwalbe. Aber auch das war kein Problem und so endete auch diese Partie auch wieder 4:0 für den alten und neuen Landesmeister.
Unsere Mädchen in der u16 trafen in der Schlussrunde auf SV Eintracht Tangerhütte. Malak, klar überlegen, gewann als erste, mit zwei Figuren mehr und steht bei 4 Siegen aus 4 Runden. Doch wir hatten inzwischen ein großes Problem: Mona spielte unter großen Schmerzen ihre Partie am 4. Brett gegen Elena Kliche. Wir und die Schiedsrichter kümmerten sich sehr liebevoll um Mona.
Sie kämpfte weiter und genehmigte wenig später das Remis am 2. Brett von Sariana gegen Isabell Quauck. „Es war dreifache Zugwiederholung…“ sagte Sariana und der Wettkampf war gewonnen, weil Flora, total überlegen, gegen Luna Kasten gewonnen hatte. Und irgendwann hatte auch die Partie von Mona ein Ende. Sie endete Remis und unser Quartett gewann auch das letzte Spiel, dieses Mal mit 3:1.
Doch weitere Höhepunkte sollten folgen!
Da war zunächst die dramatische Partie der letzten Runde von Mihail gegen Hordii Pylypenko (Schachzwerge Magdeburg), DWZ-Unterschied -280. Wir hatten vorher etwas gerechnet und erkannt: ein Remis ist eine Medaille! Und genau das war auf dem Brett. Ein Bauernendspiel mit Bauern auf beiden Flügeln. Ein weißer König stoppte die schwarzen Bauern am Dameflügel und der schwarze König stoppte die weißen Bauern am Königsflügel. Beide hatten das erkannt und zogen seit etwa 25 Minuten nur ihre Könige hin und her. Und jetzt kommt’s! Ich glaubte meinen Augen nicht zu trauen: Mihail zählte tatsächlich auf seinen Notationszettel die Züge und reklamierte Remis! Der Schiedsrichter nahm die beiden an ein zweites Schachbrett, baute die Stellung auf und spielte die letzten Züge nach. Und Mihail bekam tatsächlich recht. Ganz schön stark von einem 7- jährigen und keine Normalität in dieser AK. Ich bin ungeheuer stolz. Danke auch an die einfühlsamen Schiedsrichter in dieser Situation. Und als dann das Rechnen losging, hatten wir plötzlich einen Vizelandesmeister! Es ist unglaublich.
Bei der würdigenden Siegerehrung wurde zunächst jede Teilnehmerin und jeder Teilnehmer der AK u8 nach vorn gerufen und gefeiert.
Bei der Ehrung der Mannschaften wurden dann plötzlich überraschend Lor nach vorn gerufen. „Lor hat den größten DWZ Zuwachs von 139 Punkten. Auch das ist unfassbar!
Weiterhin wurden vier Brettbeste von Roten Turm geehrt: Luisa, Greta (von Jessica Pabst aufgerufen „von Roten Turm“ – war mir irgendwie peinlich), Malak, sowieso, und auch noch Mona, die mit ihren Krücken, besser Gehhilfen, gleich auf der Bühne bleiben musste. Zuerst wurde die 8 Mannschaften der u12w geehrt, dann die vier der u16w. Auch ich musste (leider) zweimal mit auf die Bühne, mir wurden sogar 4 (in Worten vier) Medaillen umgehängt. Zum Schluss standen die beiden alten und neuen Landesmannschaftsmeister sogar gemeinsam auf der Bühne. Den Schachzwergen hatte ich schon vorher gratuliert.
Was für ein Wochenende in der Altmark! Was für ein Erfolg für unseren Verein gemeinsam mit den Hettstedtern!
Ohne diese Muttis und Vatis wäre dieser Erfolg nicht möglich gewesen. Vielen Dank an alle!





