Finale Landesliga u12

Mit zwei Brettpunkten zur Norddeutschen

„Bei heißen 35 Grad haben sich 16 Kinder gegen das Freibad und für das Schachspiel entschieden. So konnten die Schachfreunde Hettstedt die Schachzwerge Magdeburg, den USC Magdeburg und den Roten Turm Halle in Walbeck empfangen. Es wurden die Runden 2 und 3 gespielt…“ Schrieb Martin Wechselberger in seinem Bericht auf der Landesseite.

Unser Verein war ohne größere Erwartungen nach Walbeck gefahren. Erst dort erfuhr ich, dass die ersten Drei für die Norddeutsche Vereinsmeisterschaft in Magdeburg (7.- 11.09.2022) qualifizieren. Ein Ziel, Motivation für das Quartett? Mal sehen.

Sariana & Matteo

Sariana & Matteo

In Runde 2 trafen wir auf den USC Magdeburg, durchaus mit Erwartungen auf ein 2:2. Und in der Tat, diese 2. Runde im Finale verlief, fast an jedem Brett, auf Augenhöhe. Matteo hatte, am 4. Brett, mit starker Kombination im Zentrum und Springergabel eine Qualität gewonnen, spielte dann aber, wie schon in der letzten Vorrunde, viel zu passiv. Er konnte somit seine guten Mattpläne nicht umsetzen, übersah einen Figurengewinn und die Mattdrohung seines Gegners Ole Ziem. Schade, um eine gute Partie. Ähnlich ging es Sariana, eigentlich Favoritin an Brett 3 gegen Jan Mencke. Doch die Entscheidung ihres Dameopfers im 26. Zug und die Überleitung in ein Endspiel ihrer zwei Türme gegen die Dame war nicht gut überlegt. „In der Regel gewinnt in diesen Altersklassen die Dame gegen die beiden Türme…“ meine Thomas Bundrock, der Betreuer des USC und er behielt recht.

Julian

Julian

Ohne Chance im Endspiel, weil mit Minderrandbauer und schlechtem Springer gegen Superläufer und viel zu ängstlich war auch Julian Brückner gegen Jacky Pham. So stand es, nach zwei Stunden, 3:0, doch Frederik kämpfte am Spitzenbrett gegen Gastspieler Erik Bartelheimer. Im Endspiel hatte er drei Bauern und einen Läufer mehr und gewann, nach 3 Stunden den Ehrenpunkt.
Damit stand eine spannende Schlussrunde bevor. Unser Quartett hatte dabei gegen den klaren Favoriten Schachzwerge Magdeburg I die schwerere Aufgabe. Und es begann schlecht, weil Matteo, mit viel zu vielen groben Fehlern, in 35 Minuten, Lotte Nönnig, der Dritten der Deutschen Einzelmeisterschaft 2022 (u10w) unterlag. Erneut mit starkem und mutigem Beginn setzte Sariana Hesse Anton Pflug unter Druck und hatte zunächst zwei Bauern mehr. Doch dann war wieder ein Endspiel Dame gegen zwei Türme (Sariana) auf dem Brett und das endete 15 Züge später und knapp einer Stunde (!!) mit Matt. Vor der Analyse informierte mich Sariana noch: „Julian hat eine Dame mehr gegen Svenja…“ Glaubt man zunächst nicht, aber bald spazierte er herein und meinte: „Gewonnen!“ Er hatte einfach mal so die amtierende Landesmeisterin u12w geschlagen, wie schon beim Trainingslager in Osterburg (dort aber in einer Kurzpartie). Julians Partie war voller Angriffsidee und gab Svenja überhaupt keine Chance. Nach 34 Zügen kam das schnelle Matt, was übrigens zu dieser Zeit Platz festmachte.

Frederik

Frederik

Wieder Frederik Fiedler zum Schluss gegen den aktuellen Landesmeister bei den Jungs in dieser Altersklasse. Die Schachzwerge haben dort offensichtlich Luxus ohne Ende. Freddy wehrte sich nach Kräften, bot dreimal Remis, spielte aber dafür nicht aktiv und konzentriert genug. Kurz, Jakob Nönnig war einfach der Stärkere, lehnte die Angebote zurecht ab. Bei 3. Remisangebot von Frederik, im 14. Zug begründete Freddy sein Angebot mit dem Satz: „Damit wir schneller fertig werden…“ Das war mir als Grund nun wirklich zu wenig. So ließ ich Frederik weiterspielen, wohl keine gute Entscheidung, denn die Entscheidungen waren gefallen, die Urkunden geschrieben. Es fehlte jegliche Motivation und so wurde Frederik im 25. Zug, nach dreieinhalb Stunden sogar Matt gesetzt.

Zweimal 1:3 im Finale also (besser als zweimal 0:4 der Gastgeber!) und zahlreiche neue Erkenntnisse. Die Entscheidung, als dritter Verein bei der NDVM zu starten, werden wir zeitnah treffen.

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