Am 2. Advent durften wir – nach einigen Unklarheiten bei der Planung des Spielorts – unsere Gäste vom Reideburger SV doch noch an gewohnter Stelle zum letzten Spieltag dieses Jahres empfangen.
Brett 4 – Gunter Gruner
Gunter kam früh zu einem starken Angriff: Dame, Läufer und Springer setzten den weit vorgerückten d-Bauern des Gegners unter Druck. Er gewann den Bauern und schwächte so das gegnerische Zentrum.
Doch sein Gegner konterte mit einem cleveren Springermanöver und drohte sogar mit einer Gabel auf König und Turm. Um dies abzuwehren, opferte Gunter mutig seinen Turm und gewann im Gegenzug zwei Läufer – zunächst sah alles nach einem klaren Vorteil aus.
Nach der gegnerischen Rochade wendete sich das Blatt jedoch: Die gegnerische Dame nutzte ein offenes Feld, gewann einen Läufer und baute den Vorteil durch weitere Bauerngewinne aus. Schließlich konnte Gunter den Angriff nicht mehr halten und wurde mattgesetzt.
Brett 2 – Maximilian Wiegand
Maximilian brachte den gegnerischen König schon früh aus der sicheren Grundstellung heraus und setzte ihn mit einer „kleinen Armee“ unter Druck: weit vorgerückten Bauern, Dame auf der 7. Reihe, zwei Läufer und ein Springer schnürten den König regelrecht ein. Das Spiel schien nahezu aussichtslos für den Gegner. Doch dieser kämpfte verbissen weiter und nutzte die engen Stellungsverhältnisse geschickt aus, um immer wieder dem Matt zu entkommen. So musste Max geduldig weiter manövrieren, Räume öffnen und schließlich den entscheidenden Mattangriff setzen.
Brett 1 – Nicolas Karsch
Nicolas spielte seinen gewohnt ruhigen und strukturierten Stil: Abtauschzüge, klare Linien, und ein immer offener werdendes Brett. Dann – im richtigen Moment – wagte er einen mutigen Angriff am Damenflügel mit einem Läuferopfer. Der Gegner durchschaute zwar die Idee und ließ sich nicht unmittelbar darauf ein, fand jedoch keine passende Verteidigung. Einige Züge später war der Angriff überwältigend, und Nicolas holte den verdienten Punkt.
Brett 3 – Rayk Schlagowsky
Rayk lieferte sich mit seinem Gegner ein langwieriges, taktisch geprägtes Duell, in dem über weite Strecken kaum klare Angriffschancen entstanden. Das Spiel wirkte zeitweise wie ein sich anbahnendes Patt – ein Remis, das Rayk auch anbot. Der Gegner lehnte jedoch ab, da es für sein Team eine Niederlage bedeutet hätte.
Die Partie ging weiter, und der Druck stieg: Der Gegner hatte bei noch 10 ausstehenden Zügen nur 12 Minuten auf der Uhr, schaffte aber gerade so die Zeitkontrolle. Es entstand ein Damenendspiel, in dem der Gegner mit einem Mehrbauern losmarschierte.
Rayk setzte auf einen Damentausch, da sein König aktiver stand und hoffte, die Bauern so aufhalten zu können. Der Gegner ging darauf ein – doch der Plan ging leider nicht auf, und Rayk musste sich schließlich geschlagen geben.
Fazit
An diesem Spieltag trafen wir auf einen ausgesprochen zähen und kämpferischen Gegner, der jede Partie mit großem Einsatz bis zum letzten Zug ausfocht – etwas, das wir mit großem Respekt betrachten. So kam es am Ende zu einem verdienten 2:2.
Ich freue mich bereits auf das Rückspiel bei den Reideburger Schachfreunden im neuen Jahr.
Lars Franke