Ganz schwache Vorstellung
Pünktlich, sogar überpünktlich, war unser Verein zum 2. Spieltag der Bezirksliga in Walbeck eingetroffen um gegen die beiden Mannschaften der SF Hettstedt zu spielen.
Doch wirklich da waren unsere drei Jungs eigentlich nicht.
In der ersten Runde gegen SF Hettstedt I begann Maximilian Haupt gut. Vielleicht etwas ängstlich verpasste er den möglichen Damegewinn. Nach einigen Fehlern wurde er in der Folge von Lenny Plaha regelrecht überrollt und am Ende üb ersah er noch das einfache Matt in 1 mit Dame und Springer. Unser Neuling, Artur Varady, hatte ebenfalls gut begonnen, doch die eingestellte Dame und ein Turm nach 19 bzw. 20 Zügen war zu viel und nach knapp einer halben Stunde stand es 0:2. Und es kam noch schlimmer. Auch Maximilian Heimbach hatte einige Drohungen übersehen und nach 40 Minuten fragte mich Gastgeber Dirk Michael: „Was ist denn heute mit dem Roten Turm los??“ Nichts. Beim 0:3 kämpfte Luisa, seit dem 28. Zug mit einer Figur weniger, um die „Ehre“ gegen Arne Stange. In einer „guten Partie von Beiden“ (Dirk Michael) sorgten zwei schwarze Freibauern auf der 2. Reihe und ein starker Läufer (die Mehrfigur!) letztlich für den Sieg des Hettstedter, der es sich sogar leisten konnte, im Endspiel noch einen Turm einzustellen. Nach der neuen schwarzen Dame war die Partie nicht zu halten und nach 86 Zügen und 90 Minuten setzte Luisas Gegner Matt. Das 0:4 tut sehr weh.
Vor der Begegnung mit den SF Hettstedt II hatte ich nochmal mit allen gesprochen, vor allem langsam zu spielen, auf Drohungen zu achten usw.
Doch geholfen hat es kein bischen.
Maximilian Haupt kam, nach 17 Minuten, etwas wütend und enttäuscht. Er hatte, nach 16 Zügen gegen Aaron Pollmer, drei Figuren mehr (+ 12,8). Dem folgte im 29. Zug eine regelwidrige lange Rochade (gegen drei Schwerfiguren auf der offenen d- Linie). Er musste Td8 spielen und dem folgte das Matt, zwei Züge später, mit der Dame! Kurz danach passierte Maximilian Heimbach ähnliches: nämlich in besserer Stellung das Grundreihenmatt! Die Partie war nicht nachspielbar! So stand es, auch gegen die 2. Mannschaft der Schachfreunde, nach kurzer Spielzeit, 0:2 und der Druck auf die Bretter 1 und 4 wuchs weiter. Doch auf Luisa war Verlass. Ständig und klar überlegen ließ sie ihren gesamten Frust an Mika Alfiado aus, gewann schon früh einen Springer und hatte, nach 12 Zügen, zwei Figuren mehr und gewann, nach 32 Zügen, ihre Partie. Artur, an Brett 4, musste nun gewinnen, um wenigsten den Mannschaftspunkt zu sichern. In einer wechselvollen Partie gegen Timo Flieger kämpfte unser Neuling. Im 31. Zug gewann er die Dame (Endspiel Dame gegen Springer und Läufer mit +3,75 für Artur), musste aber dann, im 32. Zug einen „vergifteten Bauern“ schlagen. Die Folge: eine Springergabel mit Schach. „Die Dame ist jetzt weg“, resümierte sein Vati. Artur kämpfte mit König und vier Bauern König weiter, ließ aber einen Freibauern zu. Ab dem 49. Zug kämpfte nur noch der weiße König gegen die Übermacht und auch dieser Mannschaftswettkampf war verloren. Sein Gegner konnte in der Folge mehrfach mit Dame, Läufer, Springer und König einzügig Matt setzen. Doch plötzlich hielt Artur einfach die Uhr an. Als ich ihn fragte „warum“ sagte er nur kurz: „PATT“ und er bekam seinen vielleicht sogar verdienten halben Punkt. Für die Mannschaft nutzte das nichts mehr, es gab die zweite Niederlage, nach nur 45 Minuten, dieses Mal mit 1,5:2,5. Herr Michael konnte nun eine Vereinsweihnachtsfeier vorbereiten, wo es ein gebratenes Wildschwein gibt.
So gesehen kam ich mir ein bischen vor wie im kleinen gallischen Dorf, bei den unbesiegbaren Galliern vor und Obelix, der Wildschweine futtert. Wie immer in dieser Geschichte kehrten „die kleinen Römer“ etwas enttäuscht nach Rom, äh, nach Halle zurück!
