4. Spieltag Bezirksklasse Halle Süd

Überraschend klarer Sieg in Weißenfels

Guten Mutes reisten wir nach Weißenfels in das Spiellokal der zweiten Mannschaft des SK Roland Weißenfels. Mit Flora und Georg, die in dieser Saison erstmals zum Einsatz kamen, traten wir zum Mannschaftskampf an und waren gespannt, wie sich die Aufstellung bewähren würde.

Brett 1 – Phillip Le

Am ersten Brett entwickelte sich eine starke, komplizierte, aber lange Zeit ausgeglichene Partie. Phillip investierte viel Bedenkzeit, baute dabei jedoch kontinuierlich Drohungen gegen den gegnerischen König auf. Sein Gegner verteidigte sich zunächst präzise, leistete dann jedoch einen Fehler, der Phillip die Möglichkeit gab, mit einem Turmopfer die gegnerische Bauernstruktur zu zerstören. Nach einem potenziell folgenden Läuferopfer hätte dies sogar zum Gewinn der Dame geführt. Der Gegner ließ es jedoch nicht dazu kommen und nahm das Turmopfer nicht an. Trotz der sehr guten Stellung und des deutlichen Vorteils auf dem Brett geriet Phillip zunehmend in Zeitnot. Da noch etwa zehn Züge bis zur Zeitkontrolle zu spielen waren, einigten sich beide Spieler schließlich auf Remis. Insgesamt eine sehr starke Leistung, auch wenn der hohe Zeitverbrauch letztlich den vollen Punkt verhinderte.

Brett 2– Georg Spinka

Am zweiten Brett entwickelte sich ein ausgeglichenes, aber insgesamt recht zügig gespieltes Duell. Nach einigen frühen Figurenabtauschen übersah Georg jedoch einen Spieß des generischen Läufers auf Dame und Turm. Er musste die Qualität abgeben. In der Folge geriet er zunehmend unter Druck, da der Gegner nun einen klaren Vorteil besaß. Georg bewahrte jedoch die Ruhe, spielte konzentriert weiter und versuchte, die Stellung so gut wie möglich zusammenzuhalten, verlor dabei jedoch Schritt für Schritt weiter an Boden. Der Gegner forcierte schließlich den Damentausch, und die Stellung sah für Georg alles andere als gut aus. In einem letzten Versuch, das Blatt noch zu wenden, setzte Georg auf mehrere aufeinanderfolgende Schachgebote, um den Gegner aus der Reserve zu locken. Tatsächlich unterlief diesem ein entscheidender Fehler: Er ließ zu, dass Turm und König von Georgs Springer gegabelt wurden. Plötzlich lag der Vorteil auf Georgs Seite. Diesen spielte er anschließend souverän aus. Am Ende übersah der Gegner noch eine taktische Möglichkeit, mit einem trickreichen Königszug die Partie im Remis zu halten, was wohl auch daran lag, dass er innerlich bereits mit dem Spiel abgeschlossen hatte. Schließlich gab er sich in völlig aussichtsloser Lage geschlagen.

Brett 3– Flora Greither

Am dritten Brett entwickelte sich die schnellste Partie des Tages. Beide zogen zu Beginn zügig, wobei Flora früh eine aktive Stellung mit deutlichem Raumvorteil erreichte. Ihr Gegner leistete sich jedoch einen unachtsamen Zug, als er seine Dame auf der achten Reihe verschob. Dies nutzte Flora aus und gabelte Dame und Turm, wodurch der Gegner die Qualität verlor. Zwar konnte er sich etwas später noch einen Bauern sichern, stand insgesamt jedoch etwas schlechter. Überraschenderweise und ohne ersichtlichen Grund gab es sich bereits nach dem 25. Zug geschlagen. Eine sehr starke Leistung von Flora.

Brett 4 – Hannes Haußmann

Am vierten Brett entwickelte sich eine ruhige und geschlossene Partie. Mein Gegner übersah einen Bauernzug von mir, der zunächst einen Läufer angriff und im folgenden Zug eine Gabel auf den anderen Läufer und den Springer ermöglicht hätte. Tatsächlich gab es hier eine Taktik um keine Figur zu verlieren, jedoch auch nach langem Nachdenken konnte mein Gegenspieler diese nicht finden. Ich sah sie ebenso wenig. Ich gewann also eine Leichtfigur, stellte aber nur zwei Züge später meinen Springer ein, da er am Rand des Spielfeldes keine Fluchtfelder mehr hatte und durch einen Bauernangriff bedroht war. Ich verlor ihn und gab damit nicht nur meinen Vorteil ab, sondern geriet zusätzlich in eine schwierige Lage, da mein Gegner zwei weitere Bauern gewann. Mein König stand nun recht offen, und die Stellung war deutlich zu meinen Ungunsten. Mein Gegner geriet jedoch zunehmend in Zeitnot und hatte nur noch etwa fünfzehn Minuten für die letzten zehn Züge bis zur Zeitkontrolle. Ich hielt den Druck auf seinen König aufrecht, in der Hoffnung mit der komplizierten Stellung auf Zeit zu gewinnen. Das geschah leider nicht, aber mein Gegner konnte nicht die besten Züge finden. Nach Erreichen der Zeitkontrolle hatte ich schließlich die Qualität mehr, lag jedoch noch zwei Bauern zurück. In der fortgesetzten Zeitnot stellte mein Gegner wenig später seinen Springer ein, sein Turm wurde gefesselt und hätte im nächsten Zug abgetauscht werden müssen. In dieser aussichtslosen Stellung gab er schließlich auf.

Fazit

Am Ende stand ein klarer 3,5 zu 0,5 Sieg zu Buche. Die Partien verliefen durchweg fair und sportlich, sodass unter dem Strich alles gut war. Mit diesem Erfolg blicken wir zufrieden auf den Spieltag zurück und freuen uns bereits auf die Rückrunde.

Hannes Haußmann