Landeseinzelmeisterschaft 2026 in Osterburg

Der 1. Tag, 28. März 2026

Sachsen-Anhalt war oder ist(??) das Land der Frühaufsteher. Besonders früh müssen bei der LEM die „Kleinen“ aus den Betten. Das ist in Osterburg schon immer so.
Nach einer kurzen Einweisung mit vielen Fragen begann die Meisterschaft im großen Spielsaal 8.41 Uhr.
Unsere erste Siegerin war dann, nach einer halben Stunde, Luisa. Ihre Gegnerin, Matilda Laaß (SV Eintracht Tangerhütte) schenkte Luisa im 11. Zug einen Turm und im 12. Zug die Dame. Im 14. Zug reklamierte Luisa den regelwidrigen Zug 14. …d6??? Und nach 23. Zügen setzte sie Matt. Unser zweiter Sieger war Maximilian Heimbach gegen Mateo Heinecke (SV Saalespringer Halle) in der AK u10m. Im abgelehnten Damengambit gab es zwar leichte Probleme bei der Figurenentwicklung. Doch sein Gegner half kräftig mit Maximilians Figuren zu verbessern, es folgte ein Qualitätsgeschenk und ein Mattplan zum Sieg nach 35 Zügen und eine gute Analyse. Dritter Sieger, nach zwei Stunden, war Sascha Sen in der AK u12m. Im Schwerfigurenendspiel mit Mehrbauern war er gegen Arthur Troch (1. SC Anhalt) am Ende klar erfolgreich. Siegerin Nr. 5: Martha Börner in der Partie gegen Romina Marie Hopfstock (SG Einheit Staßfurt) mit einigen Mehrbauern…

Sariana - Frieda

Sariana – Frieda

Und dann endete um diese Zeit auch das einzige Vereinsduell. „Ich habe einen Turm eingestellt…“, behauptete Sariana in der Analyse mit Frieda und so gewann Frieda etwas überraschend (mit Springerpaar und Gabel im 35. Zug!) durch Aufgabe nach 37 Zügen, nachdem Sariana fast immer besser gestanden hatte, ihre erste Partie. Zwischenbilanz: 6 Siege aus 6 Partien.
Doch so konnte es natürlich nicht weitergehen. Frederik unterlag Gustav Polzin (SV Saalespringer Halle) durch Aufgabe vor einem Matt in 3 und in einer ausgeglichenen Partie erkämpfte Julia Kolditz, mit dreifacher Zugwiederholung, ein verdientes Remis gegen Flora. Am Spitzenkampf bot Malak einen tollen Kampf gegen Laura Rössling. Sie versuchte verzweifelt mit zwei weißen Türmen, aber zwei Bauern weniger, Matt zu setzen. Das gelang leider nicht und Laura setzte selbst, nach 46 Zügen, mit zwei Türmen Matt. Trotzdem ein echter Höhepunkt dieser 1. Runde.
Vorher hatte ihr Bruder gegen Vinzent Werther (SV Saalespringer Halle) mit etwas Mühe gewonnen. Weniger Mühe hatte in der AK u14m Julian Brückner gegen Lucas Fiedler (SG Einheit Staßfurt) nach Leichtfigurengewinn im Bauernendspiel.
Ein sehr guter Auftakt für unseren Verein.
Schwerere Aufgaben hielt die 2. Runde vor allem für die „Kleinen“ bereit. Und so fand mein Höhepunkt der 2. Runde im Spielsaal der AKs u10w, u10m und u12w statt. Es war die Partie zwischen Luisa Winkler und Alina Dobrynina (USC Magdeburg). Es war eine kampfbetonte, angriffslustige Partie „in der sich beide nichts geschenkt haben“ (Martina Dannies). Es war von Anfang an „Feuer drin“. Die Magdeburgerin begann sehr aggressiv und so hatte Luisa auch einige Male wohl auch etwas Glück. Sie verteidigte sich umsichtig, hatte schnell drei Bauern mehr. Doch Alina setzte mutig weiter alles auf Angriff. Doch vielleicht wollte die Spielerin von USC zu viel, Luisa opferte einen Turm gegen Springer und Läufer, fand im 24. Zug einen Spieß zwischen Dame und Turm und sah auch weitere Drohungen. Es war trotzdem spannend und fesselnd, einer Spitzenpaarung würdig. Kompliment an beide für so viel Mut und Coolness. Am Ende stand ein Turmendspiel, aber auch das war nicht langweilig, weil Alina, im 41. Zug, noch eine Pattfalle aufstellte. Luisa zog den Läufer lieber weg und so konnte sie im 46. Zug, nach zwei Stunden (!!) endlich jubeln. Nur der Trainer hatte einige grauen Haare mehr.
Nach nur knapp einer Stunde hatte Maximilian gegen Akyl Tilenbaev (SV Saalespringer Halle), auch durch zu schnelles Spiel verloren. Hier reichten zwei zu späte Entscheidungen und er gab im 40. Zug auf.

Sascha

Sascha

Im Spielsaal kämpfte aber noch Martha Börner mit einer komplizierten Stellung gegen die Favoritin Ahata Hleizer (Stendaler SK). Doch Martha bestimmte die Partie, stand fast immer leicht im Plus, auch beim Remisangebot. Doch die Stendalerin lehnte ab. Eine einzige Ungenauigkeit in der Verteidigung nach 32 Zügen und die Niederlage nahm ihren Lauf. Im 55. Zug, nach zweieinhalb Stunden, gab Martha auf, sehr schade.
Im großen Spielsaal war zu dieser Zeit schon ziemlich leer. Sascha musste, nach kleineren Fehlern in der Eröffnung, gegen den spielstarken Lyonel Jensch (SV Saalespringer Halle) nach nur 20 Zügen aufgeben. Julian Brückners Schwarzpartie gegen Piero Heidenreich (SF Hettstedt) endete Remis und Frederik gewann souverän gegen Denis Schulz (Haldenslebener SC). In den Mädchen-AKs spielen unsere Mädchen in der Spitze derzeit keine Rolle, doch gab es am Nachmittag zwei Siege für Flora (gegen Luna Kasten, SV Eintracht Tangerhütte) mit Matt nach 76 Zügen und Malak gegen Lea Schiller (SG Einheit Stassfurt). Dann erlebte ich den tragischen Schluss der Partie Frieda Behr gegen Lisbeth Kessler (Schachzwerge Magdeburg). Es war eine sehr gute Partie von Frieda. Sie war absolut gleichwertig und hatte bereits einmal berechtigt Remis geboten. Doch auch hier reichte ein einziger ungenauer (schneller) Turmzug zum Partieverlust nach 37 Zügen und sie war zu recht mit sich selbst unzufrieden. Sariana Hesse hatte so ihre Probleme mit einer stark spielenden Naya Kuhlmann (VfL Gräfenhainichen). Allerdings hatte Sariana bei ihrem Remisangebot einen Springer mehr und stand mit 2,4 im Plus. Also wohl auch hier eher ein verschenkter halber Punkt.
Bleibt nur noch die Zeitumstellung.