Der 3. Tag, 30. März 2026
Am Morgen des dritten Tages gab es zunächst ein ganz anderes Problem: Ist das Novo(virus) im Haus?? Es gab mehrere Fälle, auch in der Nacht, wo Kinder über Bauchweh klagten und sich übergeben mussten. Auch die SMH war hier. Von unseren Jugendlichen ging es Frieda und Malak nicht so gut. Frieda musste ich acht Minuten vor Rundenbeginn sogar abmelden. Sie gab ihre Partie gegen Lea Schiller kampflos ab. Und ich schickte erstmal Frau Winkler zu ihr.
Die 5. Runde begann trotzdem pünktlich. Schiedsrichter Aaron Gröbel beruhigte zunächst die Kinder und ich klatschte erstmal Luisa, Martha, Greta und Maximilian ab.
Luisa bekam zu Beginn in der schottischen Eröffnung wieder Probleme gegen Annie Boenke (USC Magdeburg) und ich erhielt sogar wertvolle Hinweise von Thomas Bundrock, dem Trainer der Magdeburger. Wenn Mädchen nur manchmal nicht so bockig wären!
Aber Luisa wäre nicht Luisa, wenn sie nicht nach Lösungen suchen würde. Und was für eine! Mit einem Abzugsschach gewann sie im 11. Zug die Dame und setzte, nach 45 Zügen auch Matt. Maximilian bekam es mit Alberto Eduart Maak (SG 1871 Löberitz) zu tun. Der versuchte am Königsflügel einen Bauernsturm zu organisieren. Doch nach 16 Zügen schienen beide genug zu haben und laut Notationszettel bot der Löberitzer Remis was Maximilian annahm.
Fast zur gleichen Zeit hatte auch Martha „genug“ gegen Greta Müller. Sie gab, nach 28 Zügen, auf. Da waren ganz einfach zu viele ungenaue Züge und wohl auch zu viel Respekt gegen klare Pläne. Eine starke und souveräne Partie unserer (hoffentlich) Gastspielerin.
Sascha hatte ich vor der Partie gegen Leo Kutschenreuter (Schachzwerge Magdeburg) für gute Notation gelobt. Doch die Partie ging relativ schnell verloren. Man soll sie eben nicht loben!
Zwischen Julian und Ole Ziem (Schachzwerge Magdeburg) gab es mal wieder das Standardresultat. Julian versuchte alles, aber das Remis hilft beiden nicht weiter.
Auch bei den u16 Jungs sah es am Vormittag nicht viel besser aus. Ali wurde von Gustav Polzin „verhauen“, kann man sagen. Da reichte ein ungenauer Damezug 13. …Dc7 und dann brach der vorgeplante weiße Königsangriff als Sturm über Ali herein, sogar bis zum Matt. Ist ja auch klar, Gustav hatte in Runde 4 gegen Jakob Nönnig verloren und der Frust musste ja irgendwie raus. Geplant war vielleicht auch das Remis zwischen Hendrik Ehrath und Frederik nach nur 16 Zügen, weil ja auch Ali Remis, nach 16 Zügen(!), gespielt hatte. Aber solche Remis helfen wenig weiter.
Auch bei den Mädchen könnte es besser laufen. Über unser Sorgenkind Frieda hatte ich schon geschrieben die am Vormittag wirklich nicht spielen konnte. Aber auch Sariana unterlag relativ schnell Julia Kolditz (SF Hettstedt), die ein starkes Turnier spielt. Luise Funke (Schachzwerge Magdeburg) revanchierte sich bei Malak für die Niederlage in Tangerhütte! Es läuft einfach nicht bei unseren sonst so starken Mädchen bei dieser LEM. Einzig Flora gewann gegen Nele Christoph (SV Merseburg).
Flora bekam für diesen Sieg dann, in der vorletzten Runde, ihre „Lieblingsgegnerin“ zugelost: endlich Lotte Nönnig!
Doch zunächst stand die Frage: kann Frieda spielen und Michael Zeuner verlangte von mir eine schnelle Entscheidung. Ich rechne es Frieda hoch an, dass sie sich, trotz Infekt, entschlossen hatte am Nachmittag zu spielen. An Brett 11 gab es gegen Alina Schmegel (VfL Gräfenhainichen) ein schnelles Remis (nach 15 Zügen) mit deutlicher Tendenz zum Sieg für Frieda. Danach konnte sie auch schon wieder etwas lächeln und analysieren.
Doch der erste Sieger der vorletzten Runde war Maximilian Heimbach gegen Willert Abagat (SV Oebisfelde 1895) in der u10m. Er hatte in der Runde so richtig Spaß mit zwei „fetten“ weißen Freibauern auf der 7. Reihe + Turm und später mit dem Treppenmatt, sehr stark. Weiterhin wenig Fortune hatte Sariana in der Partie gegen Jihye Stephan (SG Einheit Staßfurt). Ausgerechnet das Matheass in unserer Mannschaft verrechnete sich zweimal beim eigenen Angriff und musste tatenlos zusehen, wie sie von Läufer und Dame Matt gesetzt wurde.
Jetzt musste man eine ganze Weile warten. Die vorletzte Partie von Luisa gegen Charlotte Trommershausen (SV Eintracht Tangerhütte) dauerte über zweieinhalb Stunden. Es war ein komischer Partiebeginn und eine merkwürdige Partie überhaupt. Wer Charlotte geraten hat mit zahlreichen Bauernzügen beide Flügel und die Mitte weit aufzumachen und nicht zu rochieren, hat sie nicht gut vorbereitet. Luisa brauchte eine Weile, um sich darauf einzustellen. Wie die Analyse mit Aaron Gröbel ergab, fand Luisa auch nicht immer die stärksten Züge. Aber was solls. „Luisa steht auf Gewinn“, sagte mir Gavin Güldenpfennig im Vorübergehen und so gewann sie nach 50 Zügen mit zwei Türmen. Bei den u10 Mädchen wird es ein Herzschlagfinale geben.
Das dürfte auch für die u12 Mädchen gelten. Martha kämpfte fast drei Stunden um ihre Medaillenchance gegen Daria Litvinchuk (Schachzwerge Magdeburg). Zwar hatte sie, nach 16 Zügen, eine Figur weniger, aber immer die Initiative und eine Unmenge von Ideen. „Das Spiel hat mir sehr viel Spaß gemacht…“ sagte sie mir in der langen Analyse. Im Endspiel hatte sie dann sogar einen Turm mehr und gewann sicher. Der Titel in der u12w ist klar (Ahata Hleizer). Aber nach dem Remis zwischen Greta Müller und Kira Polivets, die morgen auf Martha trifft, sind die Medaillen noch nicht verteilt.
Ein drittes Herzschlagfinale wird es auch im u14w-u16w Turnier geben. Ein u18w Titel wird ja dieses Jahr nicht ausgespielt. Und das kam so: unsere u14 Mädchen sind plötzlich erwacht! Besonders eins. In der 6. Runde punkteten sie doppelt! Malak gewann gegen Luna Kasten (SV Eintracht Tangerhütte) und, ich habe es schon verraten: Flora gewann tatsächlich, nach über vier Stunden, gegen Lotte Nönnig! Ihr tolles Endspiel mit zwei Türmen gegen Turm und Läufer spielte sie perfekt bis zum Matt und hat damit plötzlich eine sehr reale, nicht mehr erwartete Chance auf den Titel in der u14w. Sie führt jetzt. Allerdings trifft sie in der Schlussrunde auf Laura Rössling, die aber zum Glück u16w ist. Mal sehen wie das ausgeht, weil ja auch drei Plätze für die Deutsche Einzelmeisterschaft vergeben werden.
In der u12m gewann Sascha gegen Louis Schulz (VfL Gräfenhainichen). In der u14m traf Julian auf den klaren Favoriten, Igor Shevchenko (Schachzwerge Magdeburg). Sein Vati bezeichnete diese Partie „als seine beste hier…“ und ich geben ihm Recht. Wie so oft in permanenter Zeitnot war er bis zum 37. Zug, kurz vor der Zeitkontrolle, absolut gleichwertig. Dann reichte eine falsche Entscheidung in Zeitnot (38. …Sd6??) und 6 Züge später gab er auf. Es sollte eben nicht sein!
Bleiben noch die u16 Jungs.
Ali hatte sich gegen Ben Erik Zander (SF Hettstedt) viel vorgenommen, unterlag aber schnell. Er blieb heute ohne Punkt. Frederik spielte über drei Stunden und erkämpfte ein wirklich „totes Remis“ gegen Orkar Scharff und hat damit noch eine kleine Medaillenchance.
Ein spannender Schlusstag steht bevor, mal sehen, was möglich ist.