Der 4. Tag, 31. März 2026
Ein wunderschöner Tag in Osterburg begann aber wieder mit Hiobsbotschaften. Frieda und auch Maximilian konnten nicht spielen. Und durch die frühe Räumung der Zimmer kam etwas Hektik auf. Etwas Vorbereitung für Flora und Luisa, dann konnte es in die Finals gehen.
Ich beginne mit den Mädchen in der AK u12w. Hier fiel die Entscheidung relativ schnell. Im Kampf um die Plätze 2-4 und um den zweiten Startplatz bei der DEM hatte Greta Müller die „besten Karten“. Sie gewann gegen Lena Jennrich. Die Landesmeisterin, Ahata Hleizer trat zur letzten Runde nicht an und so blieb der Kampf um Bronze. Martha und Kira waren in ein kompliziertes Endspiel (jeweils Springer und Turm und Bauer) geraten, dass für niemanden zu gewinnen war. Kira wurde verdiente Dritte und Martha Vierte.
Nach nur zwei Stunden fiel die Entscheidung in der u14w. Flora war gegen Laura und die „Magdeburger Wand“ ohne Chance. Lotte löste ihre Aufgabe gegen Lea Schiller und am Ende hatten 4 Mädchen aus dieser AK 4,5 Punkte! Wir hofften, trotz Floras Niederlage, bis zur Siegerehrung. Doch dort wurde zunächst Flora und dann Lotte zur Siegerin aufgerufen. 2,5 Buchholzpunkte fehlten Flora am verdienten ersten Landesmeistertitel. Die Tränen der Enttäuschung über Silber, bereits auf dem Siegerpodest, konnte jeder verstehen. Ich hätte mir etwas Trost oder eine Geste auch von Lotte gewünscht. Zu allem Überfluss unterlag auch Malak Isabell Quauck (SV Eintracht Tangerhütte), trotzdem reichte es zu TOP-ten. Auch sie hätte noch auf 4,5 Punkte kommen können.
Eine völlig andere Vorgeschichte gibt es für das wirkliche Herzschlagfinale in der u10w:
Alona Dobrynina lag vor der letzten Runden mit einem Buchholzpunkt Vorsprung in Führung. Beide hatten vermeintlich leichte Aufgaben. Alona traf auf Emilia Murzyn (SG Einheit Staßfurt) und Luisa am Spitzenbrett auf Viktoria Schwalbe (USC Magdeburg). Trotz des zu erwartenden harten Kampfes um den Titel hatte Alona für Luisa gebastelt. An Luisas Brett lag ein kleiner gefilzter roter Turm mit gelben Zöpfen. Für mich ist das eine unglaublich nette Geste der Magdeburgerin, die ich erst gar nicht glauben wollte. Dann begannen beide Partien. Lange Zeit verliefen beide absolut ausgeglichen. Gibt es zwei Remis? Ein langer, fast vierstündiger Kampf für die vier Mädchen begann. Bei Luisa mündete das Mittelspiel, nach dem Tausch der letzten Leichtfigur und des letzten Turmes, in ein Finale mit jeweils 6 Bauern (drei an jedem Flügel) und den Damen. Dann hatten beide plötzlich einen Freibauern auf der vorletzten Reihe. Luisa löste das gut, dann wurde nur noch am Königsflügel gekämpft. Auch Viktoria spielte das stark, war sich aber vielleicht zu sicher. Wenn ich ehrlich bin, war es für mich „tot“ Remis. So schaute ich nach dem anderen Brett, wie das auch Alona und Luisa taten. Auch am anderen Brett hatte Alona zunächst kaum Vorteile. Dort kämpften jeweils zwei Leichtfiguren bei gleicher Anzahl Bauern. Doch Luisa hatte plötzlich einen kleinen Plan und fand starke Bauern- und Damezüge mit denen sie alle drei Bauern von Viktoria gewann. Im 55. Zug erzwang Luisa den Dametausch und spielte dann auch das Endspiel mit dem h und f Bauer perfekt. Mit etwas Pattangst wünschte sie sich lieber einen Turm und setzte um 12.09 Uhr, im 85. Zug Matt. Wenig später hatte es auch Alona mit Freibauer und neuer Dame geschafft, gegen eine toll kämpfende Emilia. Nun begann das Warten und Bangen. Jessica, Luisas Mutter, hatte scheinbar die halbe Nacht drei Varianten durchgerechnet und sie behielt recht: am Ende war es ein einziger Buchholzpunkt, der in der knappsten Entscheidung dieser LEM, der zu Luisa Gunsten entschied. Sie ist jetzt Landesmeisterin u10w 2026. Aber was für eine sympathische Verliererin, die unser Respekt für einen großen Kampf verdient. Beide fahren zur DEM und vielleicht ist es der Beginn einer wunderbaren Schachfreundschaft.
In der u12m schaffte Sascha Sen ein beachtliches Remis gegen Darius Rümpler (SF Hettstedt) und Julian sorgte mit seinem Weißsieg gegen Mats Herzog (Schachzwerge Magdeburg) für einen versöhnlichen Abschluss für ihn und Platz 5. Ich weiß, er ist damit nicht zufrieden (sein Vati schon gar nicht) aber ich denke, er hat eine gute LEM gespielt, ob mit oder ohne Schuhe, die ihm zum Schluss gestohlen wurden!
Auch die u16 Jungs punkteten nochmal. Frederik erkämpfte, nach der Neuauslosung, ein tolles Remis nach 30 Zügen gegen Anton Pflug (SG Aufbau/Elbe Magdeburg, ELO: 1911) und Ali gewann sicher gegen die komische Eröffnung (1. d4 d5 2. Lg5) von Bastian Rudisch (VfL Gräfenhainichen). Beide sind damit auch unter den besten Zehn. Frederik wurde Fünfter und Ali Zehnter, natürlich einen Buchholzpunkt hinter Hendrik Ehrath!
In der Schlussrunde der u16w erspielte Sariana ihren zweiten Sieg gegen Emily Schönfeld (SV Eintracht Tangerhütte). Wir sind uns sicher einig, dass in dieser AK viel mehr drin war. Platz 5 für Sariana und Platz 6 für Frieda und vor allem die Platzierung in der Gesamtwertung entspricht nicht dem Leistungsvermögen.
Wir wollen bei der Bilanz auch unseren zweiten Erkrankten nicht vergessen. Maximilian Heimbach wurde im Feld der u10m von 22 Spielern 18.
Unser Verein kommt also mit einmal Gold und wenn man die AK u8m mitrechnet, zweimal Silber, von den Landeseinzelmeisterschaften 2026 und einem zufriedenen Trainer zurück.
Noch ein Nachsatz: Am folgenden Tag erhielt ich tatsächlich Post (Mail) vom Gesundheitsamt des Landkreises Stendal. Ich wurde informiert, dass tatsächlich der von mir vermutete Novovirus (über das Essen – Pizza??) im Umlauf war. Es ist zu vermuten, dass sich nun auch das hallesche Gesundheitsamt einschalten wird.