Der 3. Tag, 12. September 2026
Gestern Abend gab es übrigens noch ein „Monsterblitzturnier“ mit 9 Runden. Florian gewann mit 6,5 Punkten vor Mark (4,5) und Tim. Da wollte vor allem verlieren gelernt sein.
Die Nacht war dann etwas unruhig, weil es Tim nicht so gut ging. Letztlich musste ich die geplante Aufstellung gegen Lübeck ändern, weil Tim nicht spielen konnte. Der kleine Patient kam ins Bett, wurde versorgt (mit Hagebuttentee und trockenem Brötchen), und die anderen marschierten zur Runde. Und es wurde wieder eines der besonderen Spiele, das in Erinnerung bleiben wird. Als ich zum Spiellokal kam konnte ich zuerst die Eltern der beiden Zwillinge begrüßen. Ein Zwilling, Mark, hatte allerdings gerade verloren. Noch während ich mit ihm analysierte, kam auch Florian mit einer Niederlage. Er hatte eigentlich gut gespielt, ließ sich allerdings, durch schlechte Figurentausche, die Initiative nehmen, stellte schließlich einen Turm ein und gab nach 31 Zügen auf.
Also wieder 0:2. Sind wir ja schon gewohnt. Aber da waren ja noch Sascha und David. „Sascha hat einen Turm mehr und Davyd gewinnt auch“, berichtete Emrah. Na ja. Allerdings verschlechterte sich die Situationam 4. Brett mehr und mehr. Davyd übersah zwei Taktiken mit Figurenverlusten. Doch was Davyd hier so auszeichnet ist, er kämpft überlegt weiter. Sein Gegner, Alfred Hellenbroich, startete mit Dame und Turm auf der 2. Reihe und Freibauer auf d3 einen starken Angriff. Doch unser „Pfiffikus“ hatte eine Idee und bei mir entstanden langsame Glücksgefühle beim Zuschauen. Ein schlechter, weil passiver, schwarzer Damezug nach Dg4. Ein leichtes (ungläubiges) Kopfschütteln bei Davyd. Dann kam der Einschlag! 40. De6+!!! Kh8 41. Df8 Matt. Unglaublich der Junge, was für eine Idee in stärkster Bedrängnis. „Er hat Talent,“ kommentierte sogar Emrah das 1:2 und wir hofften nun auf Sascha und auf unseren 3. Punkt.
Doch das „Springerderby“ am Spitzenbrett war ein Ding mit Pfiff. Sascha hatte zwar zwei Bauern und einen Springer = Turm mehr, doch es war nicht einfach. Ich möchte aber behaupten, dass es sich Sascha in einigen Phasen der Partie selbst schwer gemacht hat, Beide kamen, nach langsamen Beginn (24 Züge in über 2 Stunden) bequem in die Zeitkontrolle. Saschas Gegner, Henning Kutz, Teilnehmer an der Deutschen Einzelmeisterschaft 2026, verteidigte sich mit dem einen Springer sehr geschickt und stellte sogar einige Drohungen auf. Kurz vor dem Ende bot er noch Remis an. Und die Entscheidung, es abzulehnen, war garnicht so „easy“ wie es schien. Jeweils drei Bauern und der weiße König waren am Dameflügel verblieben und so gab es sogar auch noch kleine weiße Gewinnchancen. Und was wäre gewesen, wenn Sascha nur die beiden Springer übrig behalten hätte? Doch zum Schluss, nach über viereinhalb Stunden, fand Sascha den Gewinnweg, Henning Kutz gab auf und wir verbuchten unseren dritten Mannschaftspunkt.
Was aber war mit Tim? Wir mussten für die vorletzte Runde gegen den SC Aurich eine schwere Entscheidung treffen. Tim ging es kaum besser und so musste ich entscheiden, dass seine Eltern ihn abholen mussten. Am Vormittag war schon Bella Sander vom SV Saalespringer Halle mit ähnlichen Symptomen nach Hause geschickt wurden. Und auch im Spiellokal wurde die Toilette gesperrt, weil sich ein Teilnehmer übergeben musste. Da vermutet man natürlich wieder Nova Virus. Wollen wir nicht hoffen!
6. Runde also gegen den SC Aurich aus Niedersachsen. Und wieder im Stammbesetzung. Am Ende muss man konstatieren, dass mehr drin war. Florian bekam, bei entgegengesetzten Rochaden, den vollen weißen Angriff. Er verteidigte sich eigentlich ganz gut und als er das Schlimmste fast überstanden hatte, wurde er zu gierig. Nach einem Dameschach glaubte er einen Turm gewinnen zu müssen. Doch sein Gegner setzte als Antwort dreizügig Matt. Davyd, am 4. Brett, hatte gut begonnen, war 20 Züge absolut gleichwertig. Doch dann verrechnete er sich bei einem Abtausch und verlor im 23. Zug einen Läufer und beim Mattangriff hätte er die Damen tauschen müssen. So wurde er, nach 2 Stunden, im 28. Zug, Matt gesetzt. 0:2 man weiß schon. Mark hatte schnell einen Bauern weniger, spielte aktiv, traf aber oft auch komische und nicht die besten Entscheidungen. In der Analyse fragte ich immer wieder „Warum?“. Zum Schluss hatte sich eine weißer Springer auf die 8. Reihe verirrt und schien gefangen und verlorenzugehen und Mark gab viel zu früh auf. In der Analyse fand er selbst die Lösung: er hätte den Springer durch eine Fesselung zurück bekommen! Schade. Blieb wieder Sascha, der dreieinhalb Stunden versuchte, den Ehrenpunkt einzufahren. Schließlich einigte er sich auf Remis zur 0,5:3,5 Niederlage. Wer weiß, was der halbe Punkt Wert ist.
Tim war inzwischen zu Hause angekommen. Laut Mutti geht es ihm etwas besser. Für ihn musste der Trainer mit blitzen. Reden wir nicht davon.
In der letzten Runde treffen wir auf SV Glück auf Rüdersdorf. Hier gibt es ein Wiedersehen mit dem Trainer der Rüdersdorfer, Holger Borchers, mein erster Trainerausbilder. Mit ihm konnte ich im Verlaufe des Turniers viele interessante Gespräche führen. Freue mich drauf-

