2. Spieltag Bezirksklasse Halle Süd

Am 2. Spieltag der Bezirksklasse Halle Süd empfingen wir zu Hause die Mannschaft SK Roland Weißenfels III. Dabei

traten wir mit einer sehr jungen Aufstellung an und schickten gleich zwei neue Spieler im Vergleich zum ersten Spieltag ins Rennen.

Brett 1 – Kevin

Am ersten Brett entwickelte sich eine lange und umkämpfte Partie, in der beide Spieler viel Zeit in ihre Züge investierten. Kevin konnte sich früh einen Raumvorteil erarbeiten und baute diesen Schritt für Schritt aus. Zwar übersah er zwischenzeitlich eine Schlagfolge, die ihm eine Figur eingebracht hätte, doch die Stellung blieb ausgeglichen und bot weiterhin Chancen für beide Seiten. Kevin verstärkte seinen Druck auf der E-Linie zunehmend. Der Gegner vermied den Abtausch seines Turmes auf dieser Linie, da dies Kevin einen gedeckten Freibauern verschafft hätte. Im weiteren Verlauf wurde die Stellung immer komplizierter. Kevin nutzte seinen Raumvorteil und konnte alle Schwerfiguren auf der E-Linie versammeln. Damit verschlechterte sich die Lage für seinen Gegner stetig. Schließlich schlug Kevin auf der E-Linie und gewann einen ganzen Turm und im Anschluss sogar noch einen Läufer. Angesichts des entscheidenden Materialverlusts und des fehlenden Gegenspiels gab sein Gegner hier auf.

Brett 2– Marek

Am zweiten Brett entwickelte sich ein sehr ausgeglichenes Spiel, das von einem schnellen Abtausch der Leichtfiguren geprägt war. Schon bald standen sich nur noch jeweils ein Turm und die Dame gegenüber. Während Marek am Königsflügel einen Bauern mehr besaß, verfügte sein Gegner über einen Mehrbauern am Damenflügel. Das Kräfteverhältnis hielt sich somit die Waage. In der komplett ausgeglichenen Stellung sah keiner von beiden einen Vorteil und so einigten sich die beiden auf ein Remis nach etwa zwei Stunden Spielzeit.

Brett 3– Malak

Am dritten Brett entwickelte sich das längste Spiel des Tages. Über weite Strecken war die Partie vollkommen ausgeglichen, doch Malak geriet zunehmend in akute Zeitnot. Ihr Gegner lag erst eine halbe Stunde, dann über 45 Minuten vorn. Sie hatte am Ende nur noch wenige Minuten für ihre Züge. Unter diesem Druck übersah sie zunächst eine taktische Möglichkeit, einen Bauern zu gewinnen und einen Vorteil zu erringen. Stattdessen zog sie ihren Läufer, um die Bedrohung des gegnerischen Läufers auf ihre Dame abzuwehren. Dabei verstellte sie die Deckung auf einen ihrer Bauern und so lag nun ihr Kontrahent vorn. Ein wenig später unterlief ihr ein unüberlegter Zug. Sie zog ihre Dame und ließ ihren Turm ungedeckt. Ein folgenreicher Fehler, denn daraus resultierend musste sie leider die Qualität abgeben. Dies markierte den Anfang vom Ende. Zwar kämpfte Malak verbissen darum, in dieser kritischen Stellung den 40. Zug zu erreichen und das drohende Matt abzuwenden, doch ihr Gegner konnte sich die nötige Bedenkzeit nehmen, seine Figuren optimal koordinieren und konnte das Spiel für sich entscheiden. Trotz der Niederlage zeigte Malak eine starke spielerische Leistung und kämpfte bis zum letzten Zug.

Brett 4 – Hannes (Ich)

Am vierten Brett spielte ich die schnellste Partie des Tages. Bereits im sechsten Zug stellte der Gegner seine Dame ein. Doch ich war zu sehr auf die Eröffnungstheorie konzentriert, um zu bemerken, dass mein weit vorgestoßener Bauer die Dame schlagen kann. Das bemerkte ich erst nach Partieende. Im weiteren Verlauf opferte ich vorübergehend einen Bauern, konnte jedoch zwei zurückgewinnen, ehe ich meinen Vorteil durch eine kleine Unachtsamkeit wieder einbüßte. Wenig später machte ich noch einen Fehler, bot dem Gegner die Möglichkeit, mit einem Spieß meine beiden Türme anzugreifen. Dankenswerterweise übersah er diese Gelegenheit. Stattdessen stellte er kurz darauf seinen Springer ein, fand jedoch nun den Spieß auf meine Türme. Er gewann die Qualität, doch ich hatte einen handfesten Plan diese zurückzugewinnen. Beim genaueren Hinsehen erkannte ich jedoch, dass ich eine bessere Zugfolge habe, als den gegnerischen Turm zu schlagen. Meine beiden Läufer, mein verbliebener Turm und ein gegnerischer Bauer bildeten ein Mattnetz. Ich fing den gegnerischen König ein und beendete schnell die Partie

Fazit

Am Ende stand ein knapper, aber verdienter 2,5 zu 1,5 Erfolg zu Buche. Die Punkte wurden durch Siege am ersten und vierten Brett sowie ein Remis am zweiten Brett eingefahren, während am dritten Brett eine Niederlage hingenommen werden musste. Mit diesem zweiten Sieg in Folge bleibt die Mannschaft auf bestem Kurs und führt nun mit 6,5 Punkten die Tabelle an.