Bezirksliga Halle u10

Guter Auftakt

Anfang November starteten nun auch unsere Jüngsten in die neue Saison 2025/26. Den Auftakt in der Bezirksliga u10 des Schachbezirkes Halle gab es für uns in Weißenfels mit drei Runden. Etwas unsicher zur Eröffnung war man sich bei den Mannschaftsleitern über die Frage der regelwidrigen Züge. Ich habe mich danach einmal mit den Festlegungen der Deutschen Schachjugend für Kind- und jugendgerechte Regelanwendung belesen.
Dort heißt es unter anderen, dass „die Kind- und jugendgerechte Regelanwendung stets eine Einzelfallentscheidung ist…“ Bei den regelwidrigen Zügen gibt es aber klare Festlegungen: „Der dritte regelwidrige Zug einer/ eines Spielerin/ Spielers führt zum Verlust der Partie…“ Die Mannschaftsleiter in Weißenfels hatten beschlossen, das relativ großzügig zu handhaben, weil viele Anfänger und Nichtvereinsmitglieder dabei sind und die regelwidrigen Züge reklamiert werden sollten.
Das als Vorbemerkung.

SVRT u10

SVRT u10

Der Auftakt für unsere Mannschaft gegen SV Eintracht Bad Dürrenberg II/ SV Sangerhausen verlief erwartungsgemäß erfolgreich. Die beiden Maximilians (Haupt und Heimbach) gewannen ihre Partien, deutlich überlegen, mit starkem Angriff und auch unsere neue Kapitänin, Luisa Winkler, besiegte Sarah Scharf nach nur 12 Zügen sicher. Etwas mehr Zeit benötigte Ben Scheper am 4. Brett. Mit vier Figuren mehr war es zwischendurch, im 36. Zug, wohl auch mal Patt. Aber die Partie ging trotzdem weiter und nach 45 Minuten war auch Ben erfolgreich. Ein 4:0 Pflichtsieg also zum Auftakt.
Danach wartete die erste Mannschaft vom SV Eintracht Bad Dürrenberg auf uns. Ich hatte gewarnt, die natürlich stärkere Mannschaft nicht zu unterschätzen und zunächst beherzigten alle Vier, auch unser Neuling, Mihail Priebe (7) am Brett 4, diese Hinweise. Doch dann schlichen sich an den Brettern 2 und 4 plötzlich Fehler ein. Mihail hatte zu Beginn, im 8. Zug, einen Bauern gewonnen. Doch sein Gegner, Samu Janszky, knüpfte ein geschicktes Mattnetz mit Dame, Turm und Läufer und plötzlich gab es keine Rettung mehr. Doch kurz zuvor hatte Luisa die Mannschaft in Führung gebracht. Ihre starke Schwarzpartie gegen Mats Tillich mit Superangriff am Königsflügel, brachte nach 30 Minuten das 1:0 (Matt mit Dame und Läufer). Wenig später kam Maximilian Heimbach, beim Kampf ums Matt, einen Zug zu spät. Als sein Turm die Grundreihe verließ um die Türme zu tauschen, übersah er das Grundreihenmatt mit der Dame und so lag das Quartett im Spitzenspiel sogar zurück. Maximilian Haupt, deutlich überlegen, hatte durch ein Abzugsschach im 17. Zug die Dame gewonnen und rettete unsere Mannschaft, zum ersten Mal an diesem Tag, mit seinem Matt, im 33. Zug, nach 45 Minuten. Die Freude der Bad Dürrenberger über den Punkt war grenzenlos, aber verständlich. Aber für uns ist es wohl ein verschenkter Punkt.
In der 3. Runde hieß war unser Gegner die zweite Spielgemeinschaft in der Liga, der Gastgeber, Naumburger SV 1951/ SK Roland Weißenfels. Und so nach 20 Minuten sah es durchaus nach einem zweiten Mannschaftspunktverlust aus. Zwar hatte Ben Scheper sein zweites Spiel, mit Grundreihenmatt, wieder klar überlegen und schnell gewonnen, doch bei beiden Maximilians sah es schlecht aus. Gegen diesen Gegner hatte es im Frühjahr ein klares 4:0 gegeben.
Sehr souverän gewann allerdings Luisa ihr drittes Spiel am Spitzenbrett. Zwar musste sie gegen Johannes Rost früh die Dame tauschen, doch nach drei Figurengeschenken hatte sie im Endspiel ein Turm mehr. Der wurde auf h5 geopfert und dann stürmte der c- Bauer los (bei der Quadratregel im Training aufgepasst!). Mit der neuen Dame benötigte sie noch 6 Züge zum dritten Sieg im 3. Spiel und der 2:0- Führung. Doch dieses war kein „Ruhekissen“. Bei den beiden Maximilians schien die Konzentration deutlich nachzulassen. Das beweisen nicht nur die Mittschriften, sondern auch die Situation auf beiden Brettern.
Der Gegner von Maximilian Heimbach, Paul Priebe, fand zunächst einen Spieß mit Turmgewinn. Doch noch wehrte sich Maximilian mit Dauerschach (Laut Notationszettel auch dreifache Zugwiederholung nach 43 Zügen!) und sein Gegner antwortete auf die Schachs, nach Aussagen der Schiedsrichter aus Naumburg und Weißenfels, insgesamt viermal mit regelwidrigen Zügen! Bei wirklich kindgerechter Regelanwendung der Schiedsrichter hätte es spätestens nach 50 Zügen Remis sein müssen, denn hier war wohl eine gewisse Grenze erreicht.
Zum Schluss kämpfte die schwarze Dame gegen zwei Türme auf der 1. Reihe und die weiße Dame und irgendwann kam dann das Matt zum 2:1.
Auch Maximilian Haupt stand gegen Franz Seidel eigentlich deutlich auf Verlust. Er hatte in der Eröffnung mehrere Drohungen übersehen und zwei Figuren (Turm und Springer) verloren. Damit stand er mit 11,8 klar im Minus. Doch Maxi Haupt hatte einen Plan: er wollte Matt setzen und war sogar bereit, einen Springer zu opfern. Sein Gegner übersah das Matt auf c7 mit Dame und Turm und damit rettete Maximilian Haupt den Sieg.
Allerdings einen glücklichen und wohl unverdienten Sieg gegen die Gastgeber. Für den nächsten Spieltag im Dezember gegen die starken Hettstedter gibt es noch einiges zu tun.