Der 27. Dezember 2025, die Runden 1 und 2
Also die Schachzwerge Magdeburg, an Nummer 2 gesetzt, dieses Mal das Landesduell gleich in Runde 1. Es gab eine kurze Vorbereitung für alle Vier. Ich hatte mich für Lor (Rached) an Brett 4 entschieden.
Und dann ging es endlich los. Kurze Begrüßung und Erläuterungen vom Veranstalter TuRa Harksheide von 1945 Norderstedt und vom Turnierleiter, Adrian Knop, dann konnte die Mannschaftsrunde unter optimalen Spielbedingungen, starten. Unsere Mannschaft, am Tisch 2, startete optimal, Flora zu Beginn gegen die Gastspielerin, Tiffany Tu (SF 59 Kornwestheim, Württemberg) vielleicht etwas zu schnell. Und speziell Lor (gegen Mina Lorenz), hatte nach einer Stunde sogar einen Mehrbauern nach 90 Minuten waren es zwei, später sogar drei. Doch zur gleichen Zeit wuchs der Druck von Lotte Nönnig auf Luisas Stellung.
Auch Mathilda, im Ersatzspielerturnier, begann mit Weiß stark gegen Aurelia Wolf (SK Bad Homburg/ DWZ: 1364) hatte viele Idee. Doch ihr Angriff kam plötzlich zum Erliegen, sie übersah eine Springergabel und verlor ihre Partie noch. Hier reicht ein grober Fehler, eine, übersehene Drohung. Und so unterlag Luisa, nach fast zwei Stunden, Lotte Nönnig und die Schachzwerge gingen in Führung. Ärgerlich, dass etwas später, auch Lor unterlag. Ihre Dame hatte sich partout geweigert, nach den drei Bauerngewinnen am Dameflügel, dem König zu helfen. Ein eingestellter Springer, nach guter, aber nicht völlig durchdachter Idee kam dazu und dann ging alles ganz schnell. Blieben die Schwarzbretter. Beide hatten das Problem der entgegengesetzten Rochaden und dem weißen Bauernsturm, e, f, g, h. Besonders der h- Bauer ärgerte Flora mit 16. h6, dazu kam ein Minderbauer. Dieser h- Bauer und ein Turm sorgten schließlich für das Matt nach 59 Zügen.
Am längsten spielte unsere Gastspielerin Kira. Und dies mit viel Mut zum eigenen Angriff! Die entgegengesetzten Rochaden schienen sie nicht zu stören. Mit viel Kreativität griff sie am Dameflügel mit Dame, Turm und Springer an. Vielleicht fand sie, bei ihrem erfolgversprechenden Angriff nicht immer die besten Züge, doch ihr Mut gegen Mariia Litvinchuk ließ mich staunen. Dann allerdings opferte sie ohne Grund mit dem Plan Dauerschach und mit dem Ergebnis, dass sie einen Turm weniger hatte, und nach 58 Zügen und über drei Stunden wurde auch sie Matt gesetzt zum 0:4. Eine deutliche Niederlage, die allerdings das spielerische nicht ganz so widerspiegelt. Alle haben toll gekämpft und ein Ehrenpunkt wäre verdient gewesen.
Der Computer meint es weiterhin nicht gut mit uns, oder doch? Es gab das zweite Landesduell mit SV Eintracht Tangerhütte. Ich versuchte vorzubereiten, aber Gavin brachte mit seiner Aufstellung wieder alles durcheinander. Und zu Beginn machten die Mädchen aus dem Norden unseres Bundeslandes uns ganz schöne Probleme.
Lor hingegen hatte, im Ersatzspielerturnier, keine. Nach 35 Minuten spielte sie gegen Clara Josephine Seniuk (TuRa Harksheide von 1945 Norderstedt) mit Turm, Springer und 3 Bauern mehr auf Matt. Sie war dann die erste Siegerin hier mit dem Matt im Turmendspiel, nach 48 Zügen.
Die Mädchen aus Tangerhütte hatten sich einiges vorgenommen. Das merkte man zu Beginn. Doch das Feuer am Anfang kühlte langsam ab, die Konzentration ließ mit zunehmender Spielzeit bei unseren Gegnerinnen deutlich nach. Erste Siegerin war Luisa, die zu Beginn nichts riskierte. Ihre Gegnerin, Anastasiia Voitenko, versuchte verzweifelt, mit verschiedenen Figuren und Plänen Matt zu setzen. Doch Luisa wehrte alles ab und am Ende übersah Anastasia sogar das Matt in 1 mit Dame und Läufer.
Überlegen spielte Flora in ihrer Partie gegen Alina Sachse, am Ende mit zwei Figuren mehr und mit originellem Matt mit Freibauer, Läufer und Springer, á la Flora. Kira kämpfte im Endspiel gegen einen etwas nervigen schwarzen Turm, fand dann die Züge zum Abtausch und spielte dann, mit ihrer Mehrfigur, einem Springer und zwei Bauern zu Ende und setzte mit zwei Türmen Matt. Der Wettkampf war entschieden (3:0).
Aber am turbulentesten ging es dann am 4. Brett zu. Dort spielte Mathilda gegen die Gastspielerin Emma Hermine Knauf vom SV Oebisfelde 1895. Es war eine starke, aber wechselvolle Partie von Mathilda. Figurenzusammenspiel optimal, Mehrfigur, Matt in 2 übersehen. Doch plötzlich war sie mehrfach unkonzentriert, verlor innerhalb von drei Zügen das starke Läuferpaar, wurde mit Zeitstrafe verwarnt wegen einem regelwidrigen Zug. Die Partie war eigentlich verloren, doch Mathilda besaß noch einen schwarzen Turm und da ist sie stark! Sie gewann die Figur zurück und plötzlich rückte sie wieder, mit Mehrbauer, ins Plus. Doch das Bauern-Turmendspiel unterschätzte Mathilda. Der weiße König „kassierte“ ihre drei Bauern, Weiß bildete einen gefährlichen Freibauern und nach 70 Zügen war es wieder klar verloren, Weiß hätte sogar mit Kf6, schwarzer König h6 und 71. Td1 auf Matt spielen müssen. Beim Mathildas Remisangebot stand sie mit 6,3 im Minus und hatte wohl Glück, als ihre Gegnerin das Angebot annahm. Erster Sieg also mit 3,5:0,5 und schachlich ein versöhnlicher Ausklang des ersten Tages.
Aber ein Höhepunkt folgte noch: die Kinder konnten sich heute entscheiden zwischen dem Film „Lang lebe die Königin“ und Schachtraining. Von 86 Kindern entschieden sich nur drei für das Training!
Und so durften die Kinder vom Roten Turm, ein Vati und der Trainer diesen schönen holländischen Film schauen, bei dem Schachlehrer allerdings nicht gut dargestellt werden. Und dann gab es noch das Mannschaftsfoto. Und den Gegner für morgen: SC Weisse Dame, in Prora in Runde 4, mit einem sehr knappen 2,5:1,5 Sieg.


