4. Tag, 08.09.2025:
Gestern Abend waren wir noch über eine Stunde am Strand um den „Blutmond“ zu sehen. Und wir erlebten mit vielen Zuschauern tatsächlich ein schönes Naturschauspiel, trotz kleinerer Wolken – einen rötlichen Mond.
Zuvor wurde uns die dritte Berliner Mannschaft zugelost, die TSG Oberschöneweide. Nelly wird sich an unser 2:2 in der u16w 2022 in Hamburg erinnern. Besonders an Nellys „vogelwilden Sieg“ am ersten Brett und Anika Schmitts Sternstunde an Brett 4.
Und auch dieses u12w Team 2025 der Berliner darf man nicht unterschätzen. Zunächst kam, ausnahmsweise, an fast allen Brettern mal die Vorbereitung aufs Brett.
Nach etwas mehr als einer Stunde hatte Luisa ihre Partie gegen die Sechste der DEM 2025 AK u8, Olena Altshuler, gewonnen. Immer aktiv, mit guten Ideen, verhalfen drei ungenaue Züge ihrer Gegnerin zum Grundreihenmatt mit der Dame. Doch an den anderen Brettern musste hart gekämpft werden. Mathilda war, vor allem durch einen Freibauern, stark unter Druck geraten und war letztlich ohne Chance. Doch Flora siegte, nach zwei Stunde, gegen Anna Ulianova, nach einer guten Partie. Sie gewann im 24. Zug einen Springer und beim Mattangriff war sie etwas schneller. Drei Züge vor dem Matt gab ihre Gegnerin auf. Flora brachte das Quartett in Führung. Und ansonsten: immer das gleiche Bild: Malak + Gegnerin, der Trainer…
Malak bewies in dieser Partie vor allem gute Nerven und viel taktisches Verständnis und Geschick. Sie musste vor allem, nach dem Tausch der weißfeldrigen Läufer, gegen eine nervige schwarze Dame kämpfen. In 12 Zügen gab diese 9 mal Schach und die Königszüge mussten gut überlegt werden. Doch Malaks Gegnerin fehlte eine zweite Figur und nach 51 Zügen und dreieinhalb Stunden nahm sie unser Remisangebot an. Wieder ein 2,5:1,5 Sieg und die wohl sichere Qualifikation für die DVM.
Dann stürzten sich unsere vier Mädchen, kurz entschlossen, erstmal in die wilde Ostsee, angeblich um eine Frisbeescheibe zu suchen. Steht Kindern, die geistig schwer „arbeiten“, zu.
Es war zu ahnen: in der vorletzten Runde folgte Landesduell Nummer 2 gegen die Schachfreunde Hettstedt. Ich bereitete trotzdem etwas vor, obwohl sich die Kinder sehr gut kennen und nicht nur spielerisch. Und es waren brisante und spannende Partien, vor allem an den hinteren Brettern, mit vielen Ideen auf beiden Seiten. Als erste beendete Malak ihre Partie gegen Julia Kolditz. Das gab es im Turnier noch nicht. Malak erwies sich wieder einmal als Meisterin des Endspiels. Sie hatte einen Turm und drei Bauern, Julia einen Springer und vier Bauern. Doch am Ende entschied ein Turmendspiel für Malak. Wie sie das nur immer macht. Sie hat jetzt 5,5 aus 6 und wird wohl Brettbeste. Wechselvoll vor allem die Bretter 3 und 4. Luisa und Mona Römmisch schenkten sich wirklich nichts im Kampf am Königsflügel. In einer offensiv geführten Partie, aber ausgeglichenen Stellung, opferte Luisa einen Bauern und einen Springer um Matt zu setzen. Doch die umsichtige Mona schlug mit der falschen Figur (Turm) aus der Sicht von Luisa. Noch ein verzweifeltes Remisangebot, dann durfte sie aufgeben (1:1). Ich habe im Nachhinein gehört, dass sich Mona sogar bei Luisa entschuldigt hat. Das musste ja nun auch nicht sein. Inzwischen bekam Mathilda am 4. Brett auch ein Remisangebot von Philomena Ostermann. Sie hatte die Vorbereitung eigentlich gut umgesetzt und sich gerade aus den größten Schwierigkeiten befreit und musste das Angebot, nach Rücksprache mit Flora, ablehnen. Eine gute Entscheidung! Mathilda fand jetzt starke Züge (35. Dh3!) und gewann wenig später die Dame (gegen einen Turm). Tausch der Türme, Freibauer, neuer Turm, Matt setzen mit Dame und Turm nach 61 Zügen und über drei Stunden. Kurz zuvor war Flora gekommen und sagte: „Ich habe Remis gespielt.“ „Läuft!“, wie Jessica Winkler sagen würde! Wieder 2,5:1,5, der vierte Sieg in Folge.
Und der wahrscheinlich sichere 2. Platz. Unfassbar!
Wer will den morgen gegen uns spielen?? SV Werder Bremen heißt unser letzter Gegner. Na dann viel Spaß.
