Norddeutsche Vereinsmeisterschaft u14 2020 in Magdeburg (14.09.)

Der 3. Tag, 12. September 2020

In der 5. Runde waren unsere Gegner die Schachzwerge Magdeburg. Parallel fand zwischen dem USC Magdeburg und dem USV Halle ein weiteres Duell „Halle gegen Magdeburg“ statt. Nach dem Frühstück wurde noch schnell vorbereitet und dann ging die Runde los. Die Magdeburger waren nur zu dritt anwesend, somit hatte Joris am vierten Brett spielfrei und wir gingen gleich in Führung. Allerdings wurden wir an allen drei Brettern mit der Wahl der Eröffnungen seitens der Gegner überrascht.
Der zweite Punkt kam von Nelly, die mit Schwarz gegen Thaddeus Mirschel gewann. Im Mittelspiel erarbeitete sie sich eine gute Stellung, traute sich aber nicht auf Risiko zu gehen, als sich der weiße König im Zentrum befand. So schaffte ihr Gegner den Übergang in ein etwa ausgeglichenes Turmendspiel. Nelly gelang es zwar, einen Bauern zu gewinnen und bis auf die dritte Reihe vorzustoßen, dieser wurde aber vom gegnerischen Turm überwacht. Erst ein weiterer grober Fehler von Weiß ermöglichte es ihr, den Bauern umzuwandeln. Daraufhin gab der Magdeburger auf.
Es fehlte also ein halber Punkt zum Mannschaftssieg und dieser kam von Charlotte. Sie bekam gegen Jonathan Schlange völlig unerwartet die Französische Verteidigung aufs Brett, kam aber mit einer guten Stellung aus der Eröffnung heraus. Im Mittelspiel drückte sie gegen einen schwarzen Isolani auf der d-Linie, konnte diesen aber nicht gewinnen. Stattdessen folgte ein totaler Abtausch aller Figuren. Auf dem Brett blieben ungleichfarbige Läufer über und nach dem Abtausch weiterer Bauern endete die Partie Remis.
Spannend ging es am ersten Brett zu. Arne Herter wählte mit Weiß den Grand-Prix-Angriff, konnte Anton damit aber nicht wirklich überraschen. Anton behielt die Übersicht, wehrte den weißen Angriff ab und gewann eine Figur für den Bauern. In der Zeitnotphase wählte er leider das falsche Abspiel und verlor seine Mehrfigur. Anschließend musste er sogar das Turmendspiel mit Minusbauern verteidigen. Nach knapp 4,5 Stunden Spielzeit war die Partie zwischen Arne und Anton mit Punkteteilung beendet.
Insgesamt stand in dieser 5. Runde ein 3:1-Sieg gegen die Schachzwerge zu Buche.

Auch in dem Parallelduell zwischen „Magdeburg U14“ und „Halle U14“ setzten sich die Hallenser durch. Damit wurde die Frage von Martin Wechselberger beantwortet, die er in seinem gestrigen Bericht auf der Turnierseite aufgeworfen hatte (Wer hat die stärkeren u14-Spieler? Halle oder Magdeburg?).
Noch ein Wort zu den Spielbedingungen am heutigen Tag:
Es gibt nichts Negatives zu den Räumlichkeiten in der Jugendherberge Magdeburg zu sagen. Die Spielorte sind hell und für ausreichend Belüftung wird durch offene Fenster gesorgt. Allerdings wurde am heutigen Samstag direkt vor der Jugendherberge eine Art Flohmarkt mit Musikbühne aufgebaut und so ca. 10:30 Uhr begannen zuerst Drehorgelspieler eine gefühlte Endlosschleife an Jahrmarktsliedern abzubrennen. Den Drehorganisten folgte eine Art Countrysänger, der sich über Stunden unverdrossen mit seiner Gitarre begleitete. Für alle Schachspieler waren das schon akustische Extrembedingungen. Hier brauchte es gute Nerven und die Fähigkeit, die Nebengeräusche beim Nachdenken auszublenden. Insbesondere Anton, der bis ca. 13.00 Uhr gegen Arne gespielt hatte und damit allein in der Vormittagsrunde ca. 2 1/2 Stunden teilweise unter Zeitnot dies ertragen musste, beklagte sich sehr darüber.
Nach dem Mittagessen sind wir noch schnell zum Magdeburger Dom gelaufen, um ein Mannschaftsfoto zu schießen und um auf dem Rückweg noch ein Eis zu essen. Danach war die Vorbereitung auf den nächsten Gegner SV Empor Berlin angesagt.

SVRT - Empor Berlin

SVRT – Empor Berlin

In der Nachmittagsrunde hatten wir die Erwartungen nicht so hoch gesetzt, da jeder unserer Gegner nominell stärker war. An allen Brettern konnten wir jedoch die Vorbereitung treffen, was schon einmal ein guter Anfang war. Lediglich mit dem Gegner am 4. Brett lagen wir daneben, denn dort hatten wir den Ersatzspieler von Empor erwartet. Allerdings passte kurioser Weise die Vorbereitung auch hier. Gleichwohl unterlag Joris mit schwarzen Steinen gegen Paul Freude.

Joris R6

Joris R6

Joris kam solide aus der Eröffnung heraus und hatte gute Ideen im Mittelspiel, bis er einen taktischen Schlag übersah und die Qualität abgeben musste. Danach war die Partie leider nicht mehr zu retten.
Für den Ausgleich sorgte Nelly mit Weiß im Spiel gegen Tobias Spranger. Mit Hilfe eines Abzugs gewann sie die gegnerische Dame für einen Turm und für eine Leichtfigur. Sie tauschte geschickt die restlichen Figuren ab und war nur noch zwei Züge vom Matt entfernt, als ihr Gegner aufgab.
Am Spitzenbrett zahlte sich die Vorbereitung von Anton aus, als er mit Weiß gut in die Partie gegen Max Freude startete. Anton verbesserte permanent seine Stellung und zwang seinen Gegner zu Fehlern. Am Ende waren es zwei verbundene Bauern, die Schwarz auf Kosten eines seiner Läufer aufhalten musste. Das Endspiel mit einem Läufer mehr dauerte nicht mehr lange.
Danach waren die Blicke auf das zweite Brett gerichtet. Dort kämpfte Charlotte mit Schwarz gegen Stefan Ellert. Für den Mannschaftssieg brauchten wir ein Unentschieden. Die Eröffnung und das Mittelspiel verliefen ausgeglichen. Im Endspiel mit Leichtfiguren geriet Charlotte in eine komplexe Stellung und musste gleich zwei Freibauern aufhalten. Ihr Gegner spielte sehr genau und ließ ihr keine Chance auf Rettung. Somit war die Partie, nach über 4,5 Stunden hartem Kampf, leider verloren.
Mit dem Unentschieden und einem wichtigen Mannschaftspunkt waren wir am Ende sehr zufrieden. Außerdem, das soll hier auch noch erwähnt werden, trat überall Erleichterung ein, als gegen 16.00 Uhr alle Musiker ihre Instrumente einpackten und eine selige Ruhe einkehrte!
Morgen, in der letzten Runde, wartet auf unser Quartett die Mannschaft des SK Lehrte.
Der Rote Turm hat sogar noch die Chance, bis auf Platz 4 vorzuspielen. Dies würde die Qualifikation für die Deutsche Vereinsmeisterschaft u14 bedeuten. Dazu braucht es neben einem eigenen Sieg Siege der 3 Anwärter auf den Titel. (Martin Wechselberger).

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