Deutsche Vereinsmeisterschaft u14w in Willingen 2020

Der erste Wettkampftag, 24. Juni 2021

Der erste Wettkampftag, 24. Juni 2021:
Die Auslosung kam sehr spät (22.45 Uhr) und unser erster Gegner heißt SV Multatuli Ingelheim aus Rheinland-Pfalz. In dieser Begegnung war unsere Mannschaft klarer Favorit. Das Motto der Meisterschaft heißt: „Zurück ans Brett“. Finde ich gut, bleibt nur die Frage: wie? Da man nicht mal als Trainer in den Spielsaal darf, wird eine Berichterstattung schwierig, auch wenn fast alle Bretter live übertragen werden.

8.12 Uhr zogen sie also los, unsere 5 Mädchen und 1 Roter Turm und verschwanden schnell im Spielsaal. Aber, schnell mussten wir einsehen, dass es bei einer DVM keine Favoriten gibt. Sariana, fertig nach knapp 90 Minuten, spielte ihre italienische Eröffnung schlecht (4. h3?) und hatte schon, nach 9 Zügen eine Figur weniger und einen unwiderstehlichen Angriff von Pauline König gegen sich, der sie nach 21 Zügen (komische Auslegung der Sofiaregel von ihr) zur Aufgabe zwang. Analyse war angesagt und das Versprechen, dass es heute Abend, gemeinsam mit Nelly, eine Eröffnungstraining mit Weiß geben wird. Die anderen drei Partien liefen nach drei Stunden noch. Nelly war in ein kompliziertes Bauernendspiel mit Mehrbauern geraten und lehnte zunächst ein Remisangebot im 35. Zug von Gastspielerin Frieda von Beckh ab. „Ich war mir sicher, dass ich das gewinnen kann, nur dann habe ich einen Fehler gemacht…“, kommentierte unsere Mannschaftskapitänin. In der Analyse waren wir uns einig, irgendwann war es dann verloren, der Computer sieht sogar ein Matt in 8 für Frieda. Doch dann patzte Frieda von Beckh, gleich zweimal(?) und so stand am Ende Nellys Remisangebot als Endergebnis der Partie (nach 67 Zügen) und zum ersten Mannschaftssieg. Denn: eine stark spielende Gastspielerin, Anouk Lorenz gewann gegen Angelique Albrecht und noch klarer überlegen, mit vier schwarzen Figuren mehr, gewann auch Charlotte in Runde 1. 2,5:1,5 – ein guter Auftakt. Tolle Fotos und aktuelle Berichte lieferte übrigens unsere fleißige Ersatzspielerin in Runde 1: Annabelle Fiedler. Und der Trainer war rund drei Stunden beim Schiedsrichterlehrgang. Man sieht, alle sind im Einsatz.

Sofort kamen auch Glückwünsche von Yury, Jens und Matti Adelmeyer, vielen Dank fürs Mitfiebern!

Annabelle - Runde 2

Annabelle

Der Gegner kam kurz nach dem Mittag und hieß SG Porz, nur einen Platz hinter uns gesetzt. Eine schwere Aufgabe, die SG Porz war immer ein Angstgegner für unsere Mädchenmannschaften. Und obwohl selbst Annabelle langsam spielte, unterlag sie mit Schwarz als erste. Grobe Fehler in der Eröffnung ermöglichte Irene Siegel den Einschlag 4. Lxf7 Kxf7 5, Sg5+… und einen Superangriff. DWZ-Unterschied allerdings an Brett 4 über 500. Annabell wurde im 33. Zug, nach rund drei Stunden Matt gesetzt.

Nelly - Runde 2

Nelly

Unsere Spitzenbretter kämpften erneut gegen die Niederlage. Nelly, in der Partie gegen Gastspielerin Linda Becker (DWZ Plus fast 200), übersah im 24. Zug ein Abzugsschach mit Dameverlust und danach war es eigentlich vorbei. Im 35. Zug stellte sie noch einen Turm ein, dann gab sie auf. Doch unsere Gastspielerin Anouk Lorenz im Spiel gegen die DWZ-stärkere Hannah Ramien konnte im 29. Zug geschickt einen Springer einfangen und spielte zudem ein starkes Endspiel mit einem weißfeldrigen Läufer und sehr aktivem König. Am Ende setzte sie sogar im 76. Zug, mit neuer Dame Matt! Glückwunsch!

Anouk - Runde 2

Anouk

Und Charlotte? Immer leicht im Nachteil ging sie mit einem Minderbauer und schlechterer Stellung in ein klar verlorenes Bauernendspiel. Doch ihre Gegnerin Joselyne Sinner spielte das schlecht und so schummelte sich Charlotte durch listige Königszüge, nach vier Stunden, tatsächlich noch zum Remis. Am Ende stand eine 1,5:2,5 Niederlage im ersten Spitzenspiel für unser Team. Nach dem späten Abendessen gab es noch viel zu tun.

Charlotte - Runde 2

Charlotte

Ein SuperWeißeröffnungsTrainingsduo (was für ein Wort!) übte mit Sariana eine Eröffnung mit Weiß. Welche sagen wir nicht, wir sind ja nicht blöd. Wer uns oder besser meine sehr talentierte Partnerin dieses Trainings kennt weiß es aber!

Noch ein Nachsatz zu meinem Lehrgang: wir durften als „Schiedsrichterazubis“ wie wir genannt wurden, sogar in die Wettkampfsäle und mit den dort tätigen Schiedsrichtern sprechen und ich konnte sogar mal wenigstens einen Blick in den Wettkampfsaal der Mädchen werfen.


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