Deutsche Vereinsmeisterschaft u14w in Willingen 2020

Der dritte Wettkampftag, 26. Juni 2021

Heute muss es doch endlich klappen mit dem zweiten Sieg. Zunächst gab es aber „anonyme“ Grüße in der Turnierzeitung: „Heute gehen zwei Grüße raus. 1. Zunächst der Gruß an die halenser Mädchen und Jungs aus dem Verein, der in 2 Altersklassen auftritt; aber auch an die Mannschaft, die als Maskottchen von einer Betreuermutti einen Teddy bekommen haben. Mögen die Spiele gut und der Tag erfolgreich sein. Es ist schön, dass wir (euch) allen drei Mannschaften die Daumen drücken können, weil die Mädchen diesmal nicht gegeneinander spielen müssen. 2. Geht ein Gruß an die Betreuer und Trainer dieser großartigen jungen Schachspieler(Innen). Danke, dass ihr euch so liebevoll um diese jungen Perlen im Schach kümmert, sie motiviert und unterstützt, sie tröstet, beschenkt und manchmal einfach zum Eis einladet und uns aus Willingen berichtet. Danke für Eure wertvolle Arbeit. Es grüßen A+A.“ Wer zum Teufel ist A+A??

„Mit der Eröffnung, wie ich jetzt gelernt habe, dauert die Partie keine 10 Minuten…,“ meinte Annabelle auf den Weg in den Turniersaal. Caro-Kann war zu erwarten und kam auch. Doch die Umsetzung und eigene Ideen klappten nicht so gut, dazu kam, dass Annabelle eigene Chancen verpasste (Turmopfer im 15. Zug und wie weiter?) Nach etwa zwei Stunden wurde sie Matt gesetzt. Dass wir hier das Glück nun gar nicht auf unserer Seite haben, bewies Nellys Partie. Schon in der Eröffnung waren da einige Ungenauigkeiten (Doppelbauer auf der c- Linie) und dann kam sie aus den Problemen nicht mehr heraus, vor allem weil sie unter hohem Zeitdruck nicht die besten Züge fand. Trotzdem stand sie kurze Zeit auf Remis, doch der letzte Fehler entschied, es wäre ein eigener Konter gewesen 35. Txf4+. Und so gab auch Nelly, nach 44. Zügen, enttäuscht auf. Ein Sieg war damit nicht mehr möglich, doch etwas Hoffnung auf ein 2:2. Vor allem durch eine überlegen spielende Anouk. Mit einer Läufergabel gewann sie im 40. Zug einen Turm und setzte 26 Züge später Matt.

Doch Charlotte, mit Sorgen gegen Paulina Stasaitis und Bauern weniger, konnte sich nur ins Remis retten, was die knappe 1,5:2,5 Niederlage besiegelte. Da konnte man schon bitter enttäuscht sein, nicht nur weil wir der Favorit waren, wieder Punkte verschenkt hatten und nun auch noch aus den Live-Brettern fielen.

In der 6. Runde versuchte es dann der Trainer mit etwas Aberglaube. In der 1. Runde hatte ich das Team zur Runde geführt, dann nicht wieder. Dort hatten wir unseren 1. Sieg eingefahren. Unser Gegner in Runde 6 hieß SV Oberursel aus Hessen.

Als ich nach drei Stunden vom Schiedsrichterlehrgang kam war nur Anouks Partie beendet. Nelly hatte ihr gestattet, das Remisangebot anzunehmen. Nelly selbst fand zunächst nicht so richtig zu ihrem Spiel und geriet wieder in ein Bauernendspiel mit Läuferpaaren. Die weißfeldrigen Läufer wurden schnell getauscht und ein Remis war wahrscheinlich. Doch dann half Nelly ein Fehler ihrer Gegnerin Leonie Rotärmel. 34. …a6 führte zu einem Abzugsschach mit Läufergewinn 35. d5+! Und nur 7 Züge später gab Nellys Gegnerin auf. Unser Team führte und Annabelle spielte immer noch! Sie hatte Sizilianisch stark und fehlerfrei eröffnet und stand eigentlich sehr gut. Irgendwann erhielt sie ein leises wohl gültiges Remisangebot, das ihre Gegnerin Elea Weyerer (Jahrgang 2012, u8) mit „nein lieber nicht“ zurücknehmen wollte. Doch das Remisangebot stand und leider lehnte Annabelle es ab. Der halbe Punkt am 4. Brett hätte so gut getan! Doch zu dieser Zeit fand sie noch starke Züge und ich konnte nur lobendes sehen und staunte über Annabelle. Doch die Stellung war nicht einfach und ein einziger nicht gemachter Zug kostete Annabelle dann doch die Partie. Charlotte, bisher immer noch unbesiegt, musste hart um den 2. Mannschaftssieg kämpfen. In einem Bauernendspiel mit je einer Leichtfigur erwies sich Charlotte als die deutlich bessere und so stand endlich der zweite Erfolg fest.

Morgen sind wir an Tisch 7 wieder LIVE gegen SchachAkademiePaderborn. Noch einmal eine lösbare Aufgabe für ein versöhnliches Ende.

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